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Drastische Kürzungen für das Theater Plauen-Zwickau geplant
Zwei-Sparten-Schrumpfkur
5. Dezember 2014. Seit gestern ist eine Zwickauer Beschlussvorlage veröffentlicht, die für das Theater Plauen-Zwickau existenzgefährdene Kürzungen vorsieht, das berichtet die Freie Presse in ihrer heutigen Ausgabe. Die Zwickauer Stadträte sollen auf ihrer Sitzung am 18. Dezember entscheiden, ob die Städte ihre Zuschüsse auf jeweils 5 Millionen Euro absenken.
Dieses Jahr erhält das fusionierte Haus von den beiden Gesellschaftern, den Städten Plauen und Zwickau, rund 7,9 Millionen Euro, zuzüglich weiterer rund 7,6 Millionen vom Kulturraum. Laut Beschlussvorlage wollen die Städte von 2015 bis 2017 ihre Zuschüsse zunächst erhöhen – auf 9 dann 9,1 und 8,2 Millionen Euro. Das dicke Ende käme 2018. Von da an wollen die Gesellschafter ihre Gesamtsubventionen auf 5 Millionen Euro reduzieren.
Schauspiel plus Puppentheater oder Ballett
Die Verfasser der Vorlage geben sich keinen Illusionen darüber hin, dass ein Personalabbau folgen müsste, so die Freie Presse. Der wiederum würde den Weiterbetrieb des Theaters als Vierspartenhaus mit Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Puppenbühne unmöglich machen: "So wären bis 31. Juli 2016 Musiktheater, Chor, Ballett sowie Teile der Dramaturgie, Technik und Verwaltung abzubauen, bis 31. Juli 2017 folgen das Orchester und ein weiterer Teil der Dramaturgie, Technik und Verwaltung", heißt es in dem Papier. "Es verblieben nach Abschluss der Restrukturierung lediglich die Sparten Schauspiel und Puppentheater. Alternativ könnte anstelle des Puppentheaters das Ballett erhalten werden."
Doch auch der Personalabbau kostet: Wegen tarifvertraglicher Regelungen rechne die Geschäftsführung des Theaters mit Abfindungsaufwendungen von 24,5 Millionen Euro – zahlbar durch die Städte Plauen und Zwickau. Wie das finanziert werden soll, sei noch völlig unklar.
Seit 2000 auf die Größe eines Hauses geschrumpft
Im Anschluss an eine Mitglieder versammlung protestiert das Theater Plauen-Zwickau gegen die Beschlussvorlage: "Seit der Theaterfusion im Jahr 2000 ist die aus zwei Ensembles zusammengewachsene Theatergesellschaft inzwischen auf die Stärke der Belegschaft eines einzelnen ehemaligen Hauses geschrumpft und macht trotzdem mit künstlerisch bedeutsamen Inszenierungen regional und überregional auf sich aufmerksam. Die Mitarbeiter verzichten seit Jahren auf Lohn, Gehalt und Gage, aktuell auf ca. 13 %, um das Theater in seiner Vielfalt zu erhalten", heißt es in einer Pressemitteilung. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Theaters planen vielfältige Aktionen um die Zukunft der Gesellschaft zu sichern."
(freiepresse.de / sik / Theater Plauen-Zwickau / chr)
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gründen, die keineswegs alternativlose Merkelpolitik bekämpfen, laut schreien (nicht auf der Bühne, wie augenblicklich Mode), dem Warenverkehr Regeln erfinden, statt die letzten Schlagbäume wie die deutsche Wehrmacht 1939 mit vereinten Kräften abzuknicken. Und den verdammten, gleichgeschalteten Medien ("nachtkritik" ausgenommen) den Volkskrieg erklären. So.