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Aktionskünstler Oleg Worotnikow verhaftet
Enttäuscht von Europa
26. September 2016. Der russische Aktionskünstler Oleg Worotnikow ist in Prag zum vierten Mal verhaftet worden, das meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Worotnikow, Begründer der radikalen Performance-Gruppe "Woina" (Krieg), habe wie seine Frau Natalja Sokol sowie ihre drei Kinder keine gültigen Dokumente besessen, halte sich also illegal in Tschechien auf, heißt es.
Gegen Worotnikow war wegen seiner Teilnahme an einer oppositionellen Demonstration 2011 in Russland ein Haftbefehl ergangen. Er und seine Familie flohen nach Westeuropa, lebten seither in Italien, der Schweiz und Tschechien, werden aber von den russischen Behörden über Interpol gesucht. Im Exil änderte Worotnikow seine politische Haltung und zeigte sich erstmals von Europa enttäuscht. Er stehe jetzt loyal zu Präsident Putin, hält ihn für den Retter des russischen Staates.
Zu "Wojna" gehörten in den Anfängen auch Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikowa, später Mitglieder von Pussy Riot. Das Kollektiv wurde 2006 in Moskau von Oleg Worotnikow und seiner Ehefrau Natalja Sokol gegründet und sorgte immer wieder mit Aktionen für Aufmerksamkeit wie etwa im Frühjahr 2008, einen Tag vor der Wahl von Dmitri Medwedews, mit einer Performance im Biologischen Museum in Moskau.
(faz.net / sik)
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