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exil-DramatikerInnenpreis 2014 an Barbara K. Anderlič
Beifahrer bei Hemingway
Wien, 5. November 2014. Der exil-DramatikerInnenpreis 2014 geht an Barbara K. Anderlič für ihr Stück "Von Schablonen und Romanfiguren". Das gaben heute die Wiener Wortstätten bekannt.
Anderlics Stück wählte die Jury - Petra Paterno (Wiener Zeitung), Roland Koberg (Dramaturg) und Bernhard Studlar (Wiener Wortstaetten) – aus insgesamt 29 Stücken von von 15 Autorinnen und 14 Autoren aus Bosnien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Irak, Iran, Italien, Japan, Kolumbien, Luxemburg, Österreich, Rumänien, Russland, Schweiz, Serbien, Slowenien, Tschechien und der Ukraine aus.
Foto: privatBarbara K. Anderlič, geboren in Ljubljana, Slowenien, studierte Übersetzen (Englisch, Slowenisch, Spanisch) in Graz und lebte danach mehrere Jahre in Shanghai, China. Dort war sie auf und hinter der Bühne an unzähligen Aufführungen beteiligt, darunter Nick Yus "Drift" (Shanghai Contemporary Theatre Festival und Edinburgh Festival Fringe). Sie leitete 2013 einen Theaterworkshop für das Thespo Youth Theatre Group Festival in Mumbai, Indien. Zuletzt führte sie Regie bei Mike Bartletts "Cock" für das Shanghai Pride Festival. Sie schreibt auf Deutsch und Englisch und ist außerdem als Übersetzerin tätig. Zurzeit arbeitet sie an einer Graphic Novel über die LGBTQ Szene in China.
Aus dem Juryspruch: "Barbara K. Anderlič beschreibt das schwierige, spannungsgeladene Verhältnis einer Autorin zu ihrem Personal. Wie dieses Personal kommt und geht, wie es beim Näherkommen schärfer wird und wieder in die Unschärfe entlassen wird, wie es von der Schablone zur Figur wird und vom Einzelwesen wieder zum allgemeinen Exemplar, diese Arten von Verwandlung durchziehen das Stück in einer großen, eindringlichen Suchbewegung. [...]
Zu den meistens fließenden, manchmal sehr abrupten Bewegungen, die das Stück macht, gehören Zeitsprünge, Sprünge über Jahre und Jahrzehnte, einmal, im Falle einer Fluchtgeschichte, die uns von Slowenien über Udine nach Kanada führt, sogar über ein volles Jahrhundert: Eine Frau wird im Altersheim mit Hemingways 'In einem anderen Land' konfrontiert, eine Passage im Buch springt auf die Alte über, sie und ihre Freundin werden buchstäblich zu Beifahrerinnen und schließlich Hauptfiguren in der Geschichte, die eigentlich Hemingway und seinen Erinnerungen als Sanitäter im Ersten Weltkrieg zu gehören schien ... ".
Seit 2007 unterstützen die Wiener Wortstätten die exil-Literaturpreise, eine Initiative des Vereins exil, mit einem Preis in der Kategorie "Drama". Dieser ist mit € 2.000,- dotiert. Bisherige PreisträgerInnen waren Semir Plivac, Ana Bilic, Marianna Salzmann, Olga Grjasnowa, Azar Mortazavi, Valerie Melichar und Susanne Ayoub.
Die Preisverleihung findet im Rahmen der BuchWien, gemeinsam mit den weiteren exil-Literaturpreisen, statt: Samstag, 15. November 2014, 17.00 Uhr, Messe Wien, Messehalle D, ORF Bühne.
(Wiener Wortstaetten / jnm)
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