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Burgtheater weist für 2012/13 fast 20 Mio. Euro Bilanzverlust aus
Zwischen Liquidität und Rückstellungen
Wien, 25. April 2014. Das in finanzielle Schieflage geratene Burgtheater hat seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2012/2013 präsentiert. Der Jahresabschluss, der dem Aufsichtsrat und der Bundestheater Holding vorgelegt wurde, weist einen Bilanzverlust von 8,6 Millionen Euro aus, der den Prognosen entspricht. Zusätzlich jedoch schlagen Risikovorsorgen und Rückstellungen in Höhe von 11 Millionen Euro zu Buche, so dass sich der Bilanzverlust de facto auf knapp 20 Millionen Euro beläuft.
Die Rückstellungen setzen sich laut der Presseaussendung des Burgtheaters aus den "Risiken aus der Gebarung der ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführung" (3 Millionen Euro), aus "Steuernachzahlungen aufgrund formaler Versäumnisse der ehemaligen kaufmännischen Geschäftsführung" (3 Millionen Euro) und aus der "Risikovorsorge für mögliche Nachforderungen auf Abgaben und Steuern" (5 Millionen Euro) zusammen.
Höhere Preise, reduzierte Premierenanzahl
Die interimistische Burg-Direktorin Karin Bergmann sowie der kaufmännische Geschäftführer Thomas Königstorfer legten dem Aufsichtsrat aber auch einen Maßnahmenplan zur Sanierung des Burgtheaters vor, der auch eine Erhöhung der Kartenpreise um im Schnitt 10 Prozent vorsieht. In der Summe soll das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2014/2015 um vier Millionen Euro verbessert werden, die Produktionskosten sollen durch Reduktion der Premierenanzahl, der Produktionsbudgets und der Leitungsteam-Gagen gesenkt werden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen werden in zwei Aufsichtsratssitzungen im Mai diskutiert und voraussichtlich Ende Juni mit dem Gesamtbudget beschlossen.
Karin Bergmann lässt sich mit den Worten zitieren, dass die "Umsetzung dieser Maßnahmen das Haus vor große Herausforderungen stellt. Weitere Nicht-Verlängerungen innerhalb des Ensembles sind für 2014/2015 jedoch nicht vorgesehen." Thoma Königstorfer hob zudem hervor, dass die Liquidität des Burgtheaters für den Spielbetrieb gesichert sei. Darüber hinaus habe die Bundestheater-Holding im Rahmen einer Patronatserklärung eine Haftung für das Burgtheater übernommen. In dieser verpflichtet sich die Bundestheater-Holding GmbH, die Burgtheater GmbH so auszustatten, dass letztere jederzeit in der Lage ist, ihren Verpflichtungen uneingeschränkt und fristgerecht nachzukommen, wobei diese Verpflichtung mit einem Maximalbetrag von 10 Mio. EUR beschränkt sei.
(wb / Burgtheater Wien)
Hier die Chronik der Burgtheaterkrise.
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Beim letzten Publikumsgespräch mit Hartmann im Dezember wurde schon von einem anderen Preissystem gesprochen. Kurz nach der Premiere oder bei großer Nachfrage würden die Kartenpreise höher werden, gegen Ende der Laufzeit billiger. Auch war damals von einer Neubewertung der Karten im Akademietheater die Rede, da man dort so ziemlich von jedem Platz aus gut sieht. Und es sollte keine Karten geben, die billiger als Kinokarten wären.
Auch explodierende Produktionskosten bzw. ausufernde Forderungen bei Produktionsbedingungen wurden von ihm thematisiert und nicht goutiert. Kate Mitchell wollte unbedingt tageweise mit dem ganzen Team vom „Wunschlosen Unglück“ in London proben, was zu – wie er es ausdrückte – noch nie da gewesenen dispositionellen Schwierigkeiten und Spesen geführt hätte.
Auch von dem Versuch Gagen zu reduzieren und Verträge auf Kurzarbeit umzustellen , gab es offensichtlich schon im Herbst. Einer der Betroffenen sollte Markus Meyer sein. In seinem Fall gab es im Internet eine Petition, die sich dagegen ausgesprochen hat.
Die Transparenz bei den Geschehnissen halte ich für eher schwach. Je mehr gehandelt wird, desto dichter wird der Nebel.
http://www.burgtheater.at/Content.Node2/home/ueber_uns/aktuelles/PK-Bilanz-25-04-2014.at.php
Ich glaube nicht, dass Frau Bergmann, da sehr viel anders agieren kann als Herr Hartmann oder jeder andere Burgdirektor.