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Österreichischer Buchpreis: Debütpreis an Miriam Unterthiner
11. November 2025. Miriam Unterthiner wird mit dem Debütpreis des Österreichischen Buchpreises ausgezeichnet. Wie die österreichische Tageszeitung Der Standard meldet, wird die Dramatikerin damit für ihren Theatertext "Blutbrot" über die Fluchthilfe von Südtirolerinnen und Südtirolern für Nationalsozialisten nach dem Zweiten Weltkrieg geehrt. Das bei Edition Laurin erschienene Stück war dieses Jahr bereits mit dem Kleist-Förderpreis ausgezeichnet und von Jakob Weiss am Theater Aachen uraufgeführt worden. Kurz darauf folgte die österreichische Erstaufführung in der Regie von Tomas Schweigen.
"Unterthiner begegnet diesem schwierigen Stoff nicht mit dokumentarischem Realismus, sondern mit großer poetischer Wut und Wucht. Indem sie 'Das Dorf', 'Das Brot' oder 'Die Landschaft' selbst zu Figuren macht, öffnet sie den Blick auf Mechanismen kollektiven Schweigens und stellt Fragen nach Erinnerung, Verantwortung und Schuld", begründet die Jury ihre Wahl. Das Historische werde so "zur Metapher für eine Gegenwart, in der Ressentiments und die Angst vor dem Fremden erneut virulent sind". Unterthiner erschaffe "eine kraftvolle Sprache, die bildstark und präzise das Verschüttete freilegt und dabei einen schreienden, oft verzweifelten Humor entwickelt".
1994 in Brixen geboren, studierte Miriam Unterthiner Philosophie und Germanistik an der Universität Innsbruck sowie Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst und Szenisches Schreiben bei Drama Forum Graz. Mit "Va†erzunge" wurde sie 2023 zum Autorenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts eingeladen; mit dem Stückentwurf "Mundtot" war sie Hans-Gratzer-Stipendiatin des Schauspielhaus Wien und wurde 2025 mit dem Hans-Gratzer-Preis ausgezeichnet. Das Stück soll Anfang 2026 am Schauspielhaus Wien uraufgeführt werden.
(Der Standard / cwa)
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