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Hans-Gratzer-Preis an Miriam Unterthiner

16. Februar 2025. Die Dramatikerin Miriam Unterthiner erhält den diesjährigen Hans-Gratzer-Preis am Schauspielhaus Wien. Das gab das Theater in einer Pressemitteilung bekannt. 

Miriam Unterthiner erhält den mit 8.000 Euro dotierten Preis für ihren Stückentwurf "Mundtot", mit dem unter vier weiteren Stipendiat*innen (Arad Dabiri, Carlotta Huys, Màteja Kardelis, Leo Skverer) um den Preis konkurrierte. Die Jury begründet die Entscheidung laut Pressemeldung wie folgt: "Die Opfer der Gewalt, die in dem Text angesprochen wird, mögen 'mundtot' sein: Die Autorin ist es nicht.  Miriam Unterthiners Sprache geht sofort in die Körper und macht die Bühne zu einem Spielfeld – oder Schlachtfeld. Der Drill, dem die jugendlichen Handballerinnen ausgesetzt sind, überträgt sich auch auf das Publikum. Es formiert sich ein kollektives Ich aus mehreren Stimmen, eine Frau-schaft, die sich solidarisch gegen den TrainER wendet. Hier ist eine Autorin am Werk, die auf die Bühne drängt, das Theater kennt und mit seinen Mitteln versiert spielen kann."

Miriam Unterthiner, geboren 1994, wuchs in Italien auf. Studium der Philosophie, Germanistik, Sprachkunst sowie Szenisches Schreiben bei Drama Forum. Ihr Theatertext "Blutbrot" wurde mit dem Kleist-Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichnet. Miriam ist ebenso für den Retzhofer Dramapreis für junges Publikum nominiert.

Zusätzlich zum Preisgeld erhält Miriam Unterthiners Stück die Uraufführung am Schauspielhaus Wien in der Saison 25/26. Die Jury des Hans-Gratzer-Preises bildeten in diesem Jahr aus der Lektorin Ruth Feindel, dem Dramatiker Amir Gudarzi, der Dramaturgin und Regisseurin Aslı Kışlal und Schauspielhaus-Ensemblemitglied Sophia Löffler.

Das Hans-Gratzer-Stipendium ist ein Förderprogramm für angehende Theaterautor:innen, um nachhaltig zur Stärkung der zeitgenössischen Dramatik im deutschsprachigen Raum beizutragen. Verankert ist es am Schauspielhaus Wien, einem Theater für zeitgenössische Dramatik. Als Labor für Gegenwartsautor:innen sieht es seinen Auftrag darin, neuen Texten und Erzählformen eine Bühne zu geben. Ein Anliegen ist es, das Hans-Gratzer-Stipendium gezielt für breit gefächerte Perspektiven zu öffnen und die Diversität unter den Autor:innen, die Heterogenität der Schreibvorhaben zu befördern.

Letztjähriger Preisträger war der Autor Guido Wertheimer.

(Schauspielhaus Wien / jeb)

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