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Dresdner Bus-Kunstwerk zieht nach Berlin um
Gedenken an Aleppo
1. April 2017. Das aus drei hochkant gestellten Linienbussen bestehende Kunstwerk "Monument" des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni auf dem Dresdner Neumarkt soll am Dienstag der kommenden Woche abgebaut und nach Berlin gebracht werden. Das berichtet heute unter anderen die Berliner Zeitung.
"Monument" in Dresden © Manaf HalbouniDas temporäre Kunstwerk werde in Dresden abgebaut, zitiert die Zeitung eine Aussage der Künstlerischen Leiterin des Kunsthauses Dresden, Christiane Mennicke-Schwarz, gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. In Berlin wolle das Maxim Gorki Theater die Busse als Leihgabe zum 3. Herbstsalon im November aufstellen.
Monument hatte in Dresden für erbitterte Diskussionen gesorgt. Weil sich die Installation ausdrücklich auf den Krieg in Syrien bezieht, sahen viele Dresdner*innen ihre Art der Erinnerung an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 in Frage gestellt.
Für "zusätzlichen Diskussionsstoff", schreibt die Berliner Zeitung, habe die begründete Vermutung gesorgt, dass die Busse, nach denen Halbouni sein Modell entworfen hatte, einer "dem Islamischen Staat (IS) nahestehenden Organisation Schutz im Häuserkampf um Aleppo" geboten hätten. Als allerdings die Sächsische Zeitung aus Dresden diesem zuerst von Aktivisten aus dem Umfeld der Pegida erhobenen Vorwurf nachging, stellte sich heraus, dass in Wirklichkeit die demokratisch gewählte Stadtverwaltung von Ost-Aleppo die Busse zum Schutz der Zivilbevölkerung errichtet hatte.
Die ursprünglich von nachtkritik.de am 1.4.2017 veröffentlichte Meldung hatte einen veralteten Stand der Diskussion wiedergegeben. Wir haben die Meldung am 3.4.2017 um 20:45 Uhr aktualisiert und die Ergebnisse der Recherchen der BZ Berlin und der Sächsischen Zeitung hinzugefügt.
(www.manaf-halbouni.com / www.berliner-zeitung.de / www.bz-berlin.de / www.sz-online.de / jnm)
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