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Israelische Künstler:innen verteidigen Caryl Churchill
11. November 2022. Wegen Antisemitismusvorwürfen wurde der britischen Autorin Caryl Churchill der Europäische Dramatiker:innenpreis vor der Verleihung aberkannt. In der Debatte erhält Churchill nun Unterstützung von zwei israelischen Kolleg:innen.
Die Autorin Sivan Ben Yishai und der Theatermacher Noam Brusilovsky haben eine Videolesung des kritisierten Stücks Seven Jewish Children online gestellt. In einem begleitenden Text auf ihren Facebookseiten bezeichnen sie es als "anspruchsvolles und komplexes Werk", das nicht einfach als antisemitisch abgestempelt werden könne. "Als Theatermacher:innen sehen wir uns einer achtsamen Lektüre eines Textes verpflichtet, um ihn ernsthaft diskutieren zu können."
Weiter heißt es: "In den letzten Jahren erlebten wir immer wieder, wie Kolleg:innen und Menschenrechtsaktivist:innen in Deutschland aufgrund ihrer Positionierung gegen die israelische Besatzungspolitik als 'Antisemiten' bezeichnet und dementsprechend sanktioniert und diskreditiert wurden. Bevor die deutsche Öffentlichkeit, die Deutungshoheit über den Begriff 'Antismitismus' erobert und darüber bestimmt was alles 'antisemitisch wirken kann', möchten wir erneut die Frage stellen, ob der Hinweis auf die Lage im isolierten Gazastreifen und ob die Unterstützung von Menschenrechten in der Tat antisemitische Aktionen sind." Eine offene Gesellschaft müsse in der Lage sein, kontroverse politische Diskussionen, in denen gegensätzliche Positionen vorkommen, auszuhalten.
In einem Interview auf Deutschlandfunk Kultur präzisiert der in Deutschland lebende Theatermacher Noam Brusilovsky seine Aussage. Er habe in Seven Jewish Children "keine antisemitische Aussage gefunden", halte das Stück für "extrem sensibel" und "ausgewogen".
Ben Yishai und Brusilovsky widersprechen damit einem Großteil der veröffentlichten Kommentare in der Debatte.
(DLF Kultur / Facebook / miwo)
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