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Jörg-Henle-Preis an Shirin Sojitrawalla
Preisträgerin Shirin Sojitrawalla © Alexa Sommer
13. Oktober 2025. Die Literatur- und Theaterkritikerin, nachtkritik.de-Autorin und -Kolumnistin Shirin Sojitrawalla erhält den diesjährigen Jörg-Henle-Preis für Literaturkritik. Das teilt das Literarische Colloquium Berlin heute in einer Pressemail mit.
Die Jury würdigt Sojitrawalla als Theater- und Literaturkritikerin, die "allen Fliehkräften zum Trotz in beiden Räumen beheimatet und verankert" sei. Diese "zwei Kritikerinnen" in einer Person hielten "Abstand zueinander, teilen sich aber einen fein kalibrierten ästhetischen Kompass. Dabei ist die Unvoreingenommenheit eine der Auffälligkeiten in der kritischen Herangehensweise von Shirin Sojitrawalla: Sich ganz auf die Eigenarten einer künstlerischen Handschrift einzulassen, sich dabei nicht blenden, aber immer wieder überraschen zu lassen. Shirin Sojitrawalla verfügt zudem über ein besonderes Sensorium, hinter dem einzelnen Werk gesellschaftspolitische Dimensionen und auch internationale Hallräume aufzuspüren", so die Begründung.
Shirin Sojitrawalla studierte Germanistik, Komparatistik und Politikwissenschaften und absolvierte danach ein Redaktionsvolontariat bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit dem Jahr 2000 arbeitet sie als freie Kulturjournalistin und Moderatorin mit den Schwerpunkten Literatur und Theater für verschiedene Medien (taz, Deutschlandfunk, WDR, Theater der Zeit, nachtkritik.de, Frankfurter Hefte u.a.). Seit 2021 ist sie Jurymitglied der SWR-Bestenliste, von 2021 bis 2024 gehörte sie der Jury des Preises der Leipziger Buchmesse an. Aktuell ist sie Mitglied der Jury für den Deutschen Buchpreis.
Shirin Sojitrawalla gehört seit Gründung zu den Stammautor*innen von nachtkritik.de und schreibt in ihrer Kolumne Tratsch und Trauma regelmäßig über Seitenarme und Unterströme des Kulturbetriebs.
Der Jury gehörten Kerstin Hensel (Schriftstellerin, Berlin), Ute Büsing (Journalistin, Berlin), Anja Quickert (Journalistin und Dramaturgin, Berlin), Florian Höllerer (Leiter des Literarischen Colloquiums Berlin) und Ulrich Janetzki (ehem. Geschäftsführer des Literarischen Colloquiums Berlin) an.
Der von Jörg A. Henle gestiftete "Jörg-Henle-Preis für Literaturkritik" wird alle zwei Jahre für vorbildliche Leistungen der deutschsprachigen Literaturkritik verliehen, in diesem Jahr zum elften Mal. Seit dem Tod des Stifters im Jahr 2019 wird der "Berliner Preis für Literaturkritik" (bis 2017) als "Jörg-Henle-Preis für Literaturkritik" von Ginka Tscholakowa-Henle fortgeführt.
Die Preisträger·innen der Vorjahre waren Marlen Hobrack (2023), Katharina Teutsch (2021), Jutta Person (2019), Tobias Lehmkuhl (2017), Daniela Strigl (2015), Lothar Müller (2013), Joseph Hanimann (2011), Stefan Zweifel (2009), Ijoma Mangold (2007), Ursula März (2005) sowie Andrea Köhler (2003).
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung an Shirin Sojitrawalla findet am Mittwoch, den 10. Dezember 2025 um 19:30 Uhr im Literarischen Colloquium Berlin statt. Die Laudatio hält die Literaturkritikerin Beate Tröger.
(Literarisches Colloquium Berlin / jeb)
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