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Mäzenin Antje Landshoff-Ellermann verstorben
25. September 2025. Die Verlegerin (Rogner & Bernhard), Galeristin, Dramaturgin, Netzwerkerin, Mäzenin und Kulturförderin Antje Landshoff-Ellermann ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Das geht aus einem Nachruf hervor, den der Regisseur und Leiter des Hamburger St. Pauli Theaters Ulrich Waller auf der Website seines Hauses veröffentlicht.
Waller beschreibt in seinem Nachruf auch die Beziehung von Antje Landshoff-Ellermann zu dem Regisseur Peter Zadek ("die sicher wichtigste Beziehung in ihrem Leben, beruflich wie auch lange Zeit privat"): "In ihrer großen Wohnung in der Werneckestraße war sie Anlaufpunkt der Gruppe um Rainer Werner Fassbinder, Hanna Schygulla wohnte bei ihr. Ihre burschikose, offene Art muss Zadek tief beeindruckt haben, jedenfalls so, dass er in seinen Lebenserinnerungen Jahre später schreibt: 'Sie sah toll aus, hatte eine overtop-Figur, die sie auch gerne zeigte. Sie war ein Typ Frau, vor dem ich eher Angst hatte.' Sie, die damals bei der Männerzeitschrift 'M' arbeitete und Zadek wurden heimlich ein Paar."
Von 1972 bis 1974 war Landshoff-Ellermann mit Zadek in Bochum als seine Dramaturgin, Presse- und PR-Frau. 1973 übernahm sie den Rogner- und Bernhard-Verlag, den sie von München nach Hamburg holte und dem sie sich bald ganz widmete.
In seinem Nachruf schreibt Waller über die späteren Jahre: "In der neuen Theaterwelt, in der Schauspieler immer weniger eine Rolle spielen, hast Du Dich nicht mehr so ausgekannt. Deine Welt waren Angela Winkler, Eva Mattes, Uli Wildgruber, Hermann Lause, also im Kern die Zadek-Familie, zu der Du Mitte der 80er Jahre nochmal zurückgekehrt bist, als Pressesprecherin ans Schauspielhaus, wo Du als femme des lettres Dir auch noch den Traum erfüllen konntest, Theater und Literatur zusammenzuführen, mit den legendären, bei Rowohlt erschienenen Programmbüchern."
Antje Landshoff-Ellermann, geboren 1940, kam aus einer vermögenden Familie mit Sitz in Almödhof in der Nähe von Wangen im Allgäu. Sie war Tochter des Hamburger Verlegers Heinrich Ellermann und der Schweizer Malerin Irmgard Ellermann-Coninx. Sie verstarb am 16. September 2025.
(www.st-pauli-theater.de / chr)
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