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Niedersachsens Theater befürchten Kürzungen

Spardiktat

8. Oktober 2021. Finanzielle Einbußen in Millionenhöhe befürchten die Theater in Niedersachsen. Anlass dazu gibt ihnen der aktuelle Entwurf des Haushalts der niedersächsischen Landesregierung für die Jahre 2022/23, wie das Staatstheater Hannover in einer Presseaussendung mitteilt.

Vorgesehen ist in dem Haushaltsentwurf, die anstehenden Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst für die Theater teilweise nicht zu übernehmen. Faktisch komme das einer Kürzung gleich, so das Staatstheater Hannover, das in Folge einen Fehlbetrag von rund 1,2 Millionen Euro erwartet.

Schauspiel-Intendantin Sonja Anders kritisiert das politische Signal, das mit dem Haushaltsentwurf ausgesendet werde: "Im Ländervergleich liegt Niedersachsen seit Jahren auf dem drittletzten Platz bei den Kulturausgaben – andere Bundesländer erhöhen angesichts der Corona-Pandemie sogar ihre Kulturförderung. Die Theater brauchen gerade jetzt Verlässlichkeit."

An den Staatstheatern in Braunschweig und Oldenburg sollen die Kosten für die Tariferhöhungen übernommen werden, am Staatstheater in Hannover und den kommunalen sowie freien Theater Niedersachsens, an denen nach TVöD bezahlt wird, laut Presseaussendung nicht.

Im Dezember wird im niedersächsischen Landtag über den Haushalt entschieden.

(Staatstheater Hannover / eph)

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Kommentare  
Kürzungen Niedersachsen: Begehrlichkeiten
Kann es sein, daß das Land Niedersachsen an die millionemschweren Rücklagen der Theater ran will? Die während der Pandemie "erwirtschafteteten" Rücklagen aus Kurzarbeitergeld wecken da sicher die Begehrlichkeiten des Landes. Sicher hat sich jedes Haus einen millionenschweren Puffer angelegt. Jahrelange Kurzarbeit, nicht produziert und Soloselbständige nicht ausbezahlt. Das weckt Begehrlichkeiten. Ist das vielleicht nicht auch fair?
Ich würde mich über eine differenzierte Berichterstattung freuen, anstatt lediglich Pressemeldungen zu veröffentlichen.
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