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Preise beim Heidelberger Stückemarkt 2025
Preisverleihung beim Heidelberger Stückemarkt 2025 © Susanne Reichardt
5. Mai 2025. Die Jury des 42. Heidelberger Stückemarkts, bestehend aus der Dramaturgin Lea Goebel, dem Autor Thomas Köck, dem Dramaturgen und Künstlerischen Leiter des Stückemarkts Jürgen Popig, der Regisseurin und designierte Intendantin des Theaters und Orchesters Heidelberg Bernadette Sonnenbichler sowie der Journalistin Vanessa Vu, hat zum Abschluss des diesjährigen Festivals sechs Preise vergeben – vier an die im Autor*innenwettbewerb nominierten Stücke und zwei weitere an eingeladene Inszenierungen.
Großer Gewinner ist das Stück "Asiawochen" von Yannic Han Biao Federer. Es erhält den von der Manfred Lautenschläger-Stiftung gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten Autor*innenpreis, den mit 5.000 Euro dotierten und mit einer Hörspielproduktion verbundenen SWR Hörspielpreis sowie den vom Freundeskreis des Theaters und Orchesters Heidelberg gestifteten und mit 2.500 Euro dotierten Publikumspreis.
In der Jurybegründung heißt es, der Autor*innenpreis 2025 geht an einen Text, "der im Erklären explodieren mag, aber nie den Boden unter den Füßen verliert, das Theater und seine Vorstellungskraft herausfordert, und daran erinnert, dass deutsche Imperialgeschichte nicht durch die vielzitierte Vernunft plötzlich beendet wurde – sondern durch aktive historische Verdrängung unsichtbar gemacht wurde", "Asiawochen" sei "ein Stück, das charmant einen Kurzschluss zwischen Form und Inhalt herstellt, um Fragen der Repräsentation, gesellschaftliche Probleme und scheinbar Unthematisierbares auf den Tisch zu packen".
Der mit 5.000 Euro dotierte Internationale Autor*innenpreis, gestiftet durch das Land Baden-Württemberg, geht in diesem Jahr an die Autorin Han Jing aus dem Gastland China für ihren Text "Vierundzwanzig Stunden vor Neujahr werden wir des Lebens müde". "Ein vielschichtiges, formal mutiges Werk, das emotionale Klarheit mit poetischer Komplexität verbindet, lakonisch wie dringlich erzählt", so die Jury.
Erstmalig vergab der Heidelberger Stückemarkt 2025 den FIDENA Stückepreis in Kooperation mit dem Deutschen Forum für Figurentheater und Puppenspielkunst (dfp) sowie dem Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Der neue Preis, der die Verbindung zwischen zeitgenössischer Dramatik und Figurentheater stärken soll, geht an Svealena Kutschke für ihren Text "Fußnoten aus dem späten 21. Jahrhundert". Er ist mit einer Ur- oder Zweitaufführung in der Puppenspielsparte des Musiktheaters im Revier verbunden und mit 5.000 Euro dotiert. Vergeben wurde der Preis von der Stückemarkt-Jury, verstärkt durch Gloria Iberl-Thieme, Spartenleiterin am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, die ihre Entscheidung wie folgt begründet: "Wir haben ein Stück ausgewählt, das uns nicht nur inhaltlich, sprachlich und in seinen starken Bildern begeistert, sondern von dem wir denken, dass eine Umsetzung mit den Mitteln des Puppen- und Objekttheaters dem Text eine besondere Ebene verleihen kann."
Gemeinsam mit einer Gruppe Jugendlicher (Lena Bauer, Laura Braun, Maja Jaspert, Thalia Rodriguez Montero und Linus Schröer) vergibt die Jury den Jugendstückepreis an das Gastspiel des Theaters Konstanz, "Nice" von Kristo Šagor in der Regie von Sergej Gößner. Gestiftet wird der Preis in Höhe von 6.000 Euro von dem Heidelberger Unternehmerehepaar Bettina Schies und Klaus Korte. Die Auszeichnung ist zudem mit einer Einladung in das Rahmenprogramm der Mülheimer Theatertage 2026 verbunden. Wie schon in den beiden Vorjahren stiften Bettina Schies und Klaus Korte außerdem wieder je 2.000 Euro für die beiden anderen nominierten Jugendstücke.
Den Nachspielpreis gewinnt 2025 das Stück "Gelbes Gold" von Fabienne Dür in der Inszenierung von Malin Lamparter am Stadttheater Gießen. Der Nachspielpreis ist undotiert und mit einer Gastspieleinladung zu den Autor*innentheatertagen am Deutschen Theater Berlin verbunden.
(Theater Heidelberg / sd)
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