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Saarland: Offener Brief zur Lage der Kulturberichterstattung

Stell dir vor, es geht das Licht aus

22. September 2025. Die saarländische Initiative "Licht an" aus Kulturakteur*innen, (freien) Künstler*innen, Kultureinrichtungen, kulturaffinen und besorgten Bürger*innen weist in einem offenen Brief darauf hin, dass Kulturberichterstattung aus wirtschaftlichen Zwängen Schritt für Schritt zurückgefahren wird. Doch "der Verlust von Kulturberichterstattung gefährdet nicht nur Künstler*innen und Institutionen, sondern auch unsere Demokratie." Ohne sie fehle ein zentraler Teil des öffentlichen Diskurses, heißt es in dem Schreiben. "Nur wenn wir den aktuellen Stand sichern und für die Zukunft Vorsorge treffen, bleibt Kultur sichtbar und behält ihre Stimme im öffentlichen Raum."

"Damit es im Saarland nicht ebenso weit kommt, müssen wir jetzt handeln – gemeinsam: Medien, Politik und Zivilgesellschaft", so die Initiative, die jetzt fordert:

  • An die Medien: Entwickeln Sie gemeinsam mit uns, den Hochschulen und weiteren Partnern ein neues, medienübergreifendes Format, das der Kultur nachhaltig Sichtbarkeit verschärft – als Gegengewicht zu autoritären Tendenzen und dem Abdriften öffentlicher Debatten auf unregulierte digitale Plattformen.
  • An die Politik: Schaffen Sie finanzielle Rahmenbedingungen, damit regionale Kulturberichterstattung gestärkt werden kann – etwa durch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 0 %, die Anerkennung der Gemeinnützigkeit journalistischer Angebote oder die Unterstützung bei Vertrieb und Verbreitung.
  • An die Leser*innen/Hörer*innen/Zuschauer*innen: Unterstützen Sie das Medium Ihrer Wahl mit einem Abo. Jede Leserin, jeder Hörer und Zuschauer trägt dazu bei, dass eine vielfältige Medienlandschaft bestehen bleibt.
  • An die Wirtschaft: Setzen Sie ein Zeichen für die Kultur in unserer Region – durch Anzeigen und Sponsoring in den lokalen und regionalen Medien.

 Der offene Brief kann hier unterzeichnet werden. 

(www.kultur-sichtbar.de) / sik)

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Offener Brief "Licht an!": Ergänzung
Im Absatz an die Medien fehlt dies: Ersetzen Sie Mitarbeiter, die "aus wirtschaftlichen Zwängen", aus Opportunismus und aus Willfährigkeit Kulturberichterstattung mit Gefälligkeitsjournalismus verwechseln, durch unabhängige, kritikfähige Mitarbeiter mit Rückgrat. Kulturberichterstattung ist kein Selbstzweck. Wo sie sich von PR nicht unterscheidet, ist sie verzichtbar. Der "aktuelle Stand" kann jedenfalls nicht den Maßstab liefern. Er ist schon das Ergebnis von Anpassung und Bestechlichkeit. Mit dem Handeln kann man beginnen, indem man sich gegen die Entlassung von Kolleginnen und Kollegen wehrt. Das ist mit einem Risiko verbunden. Aber ohne dieses, altmodisch gesprochen: ohne Solidarität wird sich der gegenwärtige Zustand nicht bessern.
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