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Theaterpreis Berlin an Corinna Harfouch
Aufwühlende Fremdheit
Berlin, 23. Februar 2015. Der Theaterpreis Berlin 1015 geht an die Schauspielerin Corinna Harfouch. Die Stiftung Preußische Seehandlung, die den mit 20.000 Euro dotierten Preis verleiht, würdigt damit "ihre außerordentlichen Verdienste um das deutschsprachige Theater". Der Preis wird im Rahmen des Berliner Theatertreffens am 10. Mai 2015 vom Regierenden Bürgermeister und Vorsitzenden des Rates der Stiftung Preußische Seehandlung, Michael Müller, übergeben.
Corinna Harfouch
© Roger Weil / Wikimedia CommonsIn der Jurybegründung heißt es: "Man muss sich mit Geschichten beschäftigen, die einem fremd sind, hat Corinna Harfouch einmal gesagt. Diese verlockende, unsere Seelenräume erweiternde und aufwühlende Fremdheit hat auf den deutschsprachigen Theaterbühnen und Leinwänden über die Jahrzehnte hinweg kein klareres Gesicht gefunden als eben das von Corinna Harfouch. Schauspielerei war für sie von Anbeginn ein Würdeberuf. Und diese Würde braucht den poetischen Stoffwechsel mit der Gesellschaft und mit Geschichten, die durch die Lebensabgründe hindurch in fremde und freiere Bereiche des Daseins führen." Harfouch habe "die Geschichte großer Theaterensembles mitgeprägt und wurde selber zur prägenden Schauspielerin ihrer Generation." Nicht zuletzt hebt die Jury Harfouchs Arbeiten mit Heiner Müller, Frank Castorf und Jürgen Gosch hervor.
Die Entscheidung über die Auszeichnung traf die Preisjury, der Thomas Oberender, der Intendant der Berliner Festspiele, die Theaterkritikerin Barbara Burckhardt und Tobias Wellemeyer, Intendant des Hans-Otto-Theaters Potsdam, sowie mit beratender Stimme Yvonne Büdenhölzer, Leiterin des Berliner Theatertreffens, angehören. In den Vorjahren war der Preis u.a. an die Theaterfamilie von Dimiter Gotscheff, an Sophie Rois, Jürgen Holtz und Johan Simons gegangen.
(Stiftung Preußische Seehandlung / Berliner Festspiele / wb)
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