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Holger Bergmann wird Geschäftsführer des Fonds Darstellende Künste
Ansporn fürs Experiment
27. November 2015. Der Vorstand des Fonds Darstellende Künste hat Holger Bergmann als neuen Geschäftsführer zum 1. Januar 2016 berufen. Er folgt damit Günter Jeschonnek nach, der seit 1989 als Berater und schließlich mehr als ein Jahrzehnt als hauptamtlicher Geschäftsführer für den Fonds tätig war.
Ansporn fürs Experiment
27. November 2015. Der Vorstand des Fonds Darstellende Künste hat Holger Bergmann als neuen Geschäftsführer zum 1. Januar 2016 berufen. Er folgt damit Günter Jeschonnek nach, der seit 1989 als Berater und schließlich mehr als ein Jahrzehnt als hauptamtlicher Geschäftsführer für den Fonds tätig war.
Jeschonnek hatte sein Amt im Sommer 2015 zum Jahresende gekündigt und wurde mittlerweile vom Vorstand mit fortlaufender Bezahlung freigestellt. Jeschonnek hatte seinen Schritt in einer Anfang September an viele Theater- und Tanzschaffende versendeten Mail u.a. damit begründet, dass "seit 2003 geltende Regeln und Vereinbarungen innerhalb des Fonds sowie meine Tätigkeitsmerkmale betreffend (...) plötzlich nicht mehr Gültigkeit haben" sollten. Zudem habe der Vorstand seine "Rahmenbedingungen und meine Funktion für die diesjährige Preisverleihung" des George Tabori Preises, den der Fonds Darstellende Künste vergibt, infrage gestellt.
Holger Bergmann, der nun benannte Nachfolger Jeschonneks, war Gründungsmitglied und von 2002 bis 2014 Künstlerischer Leiter des Produktionshauses Ringlokschuppen in Mülheim a.d. Ruhr. Zurzeit ist er Kurator für Urbane Künste Ruhr und Künstlerischer Leiter des Theaterfestivals Favoriten 2016. Außerdem ist er Mitglied der Jury für den Theaterpreis des Bundes 2015.
In der Presseaussendung des Fonds Darstellende Künste heißt es, man verbinde mit der Berufung Bergmanns "die Erwartung, die Möglichkeiten und die öffentliche Wahrnehmung des Fonds zu verstärken. Die Förderkriterien und -entscheidungen sollen stärker kommuniziert und regelmäßig öffentlich diskutiert werden." Ilka Schmalbauch, die Vorsitzende des Fonds, wird mit den Worten zitiert: "Der Fonds Darstellende Künste und seine Mitgliedsverbände setzen sich mit Holger Bergmann das gemeinsame Ziel, eine Förderpolitik weiterzuentwickeln, die Ansporn für Experiment, Kooperation und Qualität in der ganzen Breite der Freien Darstellenden Künste bietet."
Der Fonds Darstellende Künste ist einer von fünf Förderfonds für die Künste, die Bundesmittel für Einzel- und Konzeptionsvorhaben im Bundesgebiet vergeben. Momentan erhält der Fonds Darstellende Künste seine Mittel noch von der Kulturstiftung des Bundes. Ab dem 1. Januar 2016 werden die Bundesmittel direkt durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters zur Verfügung gestellt.
(wb / Fonds Darstellende Künste)
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Oder bin ich da zu kleinkarriert und naiv?
Freue mich über Antworten hier.
Deshalb war ich neugierig, wer denn nun seine Nachfolge antreten soll und so stieß ich auf die in der „nachtkritik“ veröffentlichte Meldung, dass die Wahl auf Holger Bergmann fiel. Ich hatte bisher nichts von ihm gehört und habe mich informiert. Ich wundere mich, dass jemand wie er, der im Ringlokschuppen Mülheim seinen Job als Künstlerischer Leiter auf Druck der Politik Ende 2014 aufgeben musste, nun Geschäftsführer einer Förderinstitution mit Geldern des Bundes wird. Genauso erstaunt hat mich, dass Holger Bergmann laut der Pressemeldung des Fonds außerdem noch hauptamtlich das NRW-Festival „Favoriten“ leitet, das im Herbst 2016 stattfindet und zusätzlich Kurator für Urbane Künste Ruhr sowie Mitglied der Jury für den Theaterpreis des Bundes in 2015 ist. Das sind ganz schön viele Jobs auf einmal. Da stellt sich mir die Frage, wann, wo und wie der Vielfachbeschäftige die Geschäfte des Fonds in Berlin führen will und kann?
Um eine Festrednerin auf Herrn Jeschonneks Abschiedsfeier zu zitieren: „Die freie Szene hatte in Günter Jeschonnek einen profilierten, engagierten, integren, an der Sache orientierten Anwalt, einen Lobbyisten im besten Sinne des Wortes. Der Nachfolger / die Nachfolgerin tritt in sehr große Fußstapfen.“ Dem ist nichts hinzufügen.