meldungen

Österreich: Rücktritt der Kulturstaatssekretärin

Mangelnder Rückhalt in der Kulturszene

Wien, 15. Mai 2020. Die österreichische Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) ist zurückgetreten. Das meldet u.a. Der Standard in Wien und nennt als Gründe für den Rücktritt Lunaceks fehlenden Rückhalt im Kulturbereich. Lunacek sei "weniger ein Opfer der Corona-Krise als jener mangelnden fachlichen Expertise, die ihr schon bei ihrer Bestellung vorgeworfen wurde", schreiben Theo Anders und Jan Michael Marchart für den Standard.

Der Dramatiker Rolf Hochhuth ist gestorben

Ein politischer Mensch

Berlin, 14. Mai 2020. Der Schriftsteller Rolf Hochhuth ist am gestrigen Mittwoch in Berlin verstorben. Das melden diverse Medien unter Berufung auf seinen Herausgeber. Hochhuth wurde 89 Jahre alt. In der Nachkriegszeit war er einer der erfolgreichsten und umstrittensten deutschen Dramatiker. Er gilt als ein Wegbereiter des Dokumentarischen Theaters.

Staatstheater Meiningen: neuer Schauspieldirektor

Von Münster nach Meiningen

14. Mai 2020. Der Regisseur Frank Behnke wird Schauspieldirektor am Staatstheater Meiningen. Das teilt das Theater Münster mit, wo Behnke derzeit noch Schauspieldirektor ist. Behnke wechselt zur Spielzeit 2021/22 mit dem designierten Intendanten Jens Neundorff von Enzberg ans Südthüringische Staatstheater.

Österreich: Petition fordert Rettungsschirm für Künste

Der Staat muss helfen

12. Mai 2020. In einer Petition fordern Künstler*innen von der österreichischen Regierung einen Rettungsschirm für die Kulturbranche. Initiator*innen sind unter anderen der frühere Minister Thomas Drozda (SPÖ), die Schauspielerin Adele Neuhauser und der Musiker Martin Grubinger.

Angela Merkel sichert Unterstützung zu

Ganz oben auf der Prioritätenliste

Berlin, 10. Mai 2020. In ihrem aktuellen Video-Podcast sagt Angela Merkel, dass Deutschlands Kulturlandschaft weiterexistieren müsse auch nach der Überwindung der Corona-Pandemie. "Bis dahin werden Bund und Länder versuchen, so gut es geht, zu unterstützen durch unsere Hilfsprogramme, aber auch dadurch, dass wir sagen, wie wichtig Sie für uns sind", wendet sich die Kanzlerin an Künstler*innen.

Charité: Wiederaufnahme des Konzertbetriebes gefordert

Wie Orchester während der Seuche proben und auftreten können

Berlin, 9. Mai 2020. Wissenschaftler des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomier an der Berliner Charité haben Vorschläge gemacht, mit denen Orchester ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen könnten. Die "Stellungnahme zum Spielbetrieb der Orchesterwährend der COVID-19 Pandemie" wurde auf Initiative von sieben Berliner Orchestern verfasst und ist nach Aussage von Stefan Willich, Direktor des Instituts, selbst Dirigent sowie einige Jahre Rektor der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin, eine wichtige Grundlage für den Proben- und Konzertbetrieb. Die beteiligten Forscher raten je nach Instrument zu unterschiedlichen Abständen: Bei den Streichern sollten die Stühle 1,5 Meter voneinander entfernt stehen, für die Bläser zwei Meter. Die Blechbläser sollten durch Plexiglasschutz zu den Menschen, die vor ihnen sitzen, abgeschirmt werden.

Theater in NRW, Hessen und Sachsen öffnen früher

"Unter Auflagen"

6./7. Mai 2020. Die Theater, Opernhäuser und Kinos sollen in Nordrhein-Westfalen ab dem 30. Mai "unter Auflagen" wieder öffnen dürfen. Das melden mehrere Medien (darunter Tagesspiegel, Süddeutsche Zeitung und WAZ) unter Berufung auf die Aussagen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Anschluss an die heutige Telefonkonferenz zwischen Bund und Ländern. Demnach müsse unter anderem ein "Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen Besuchern" gewährleistet sein. Zudem sollen Ordner "Ansammlungen im Warte- und Pausenbereich" verhindern.

In Sachsen gelten die Lockerungen für Kultur, Tourismus und Gastronomie bereits ab dem 18. Mai, heißt es aus dem Staatsministerin für Kultur und Tourismus.

Ruhrfespiele: Kein Herbstfestival 2020

Keine Planungssicherheit

Recklinghausen 6. Mai 2020. Die Ruhrfestspiele brechen ihre Planungen für ein Herbstfestival ab. Das traditionsreiche Theaterfestival in Recklinghausen und weiteren Städten des Ruhrgebiets findet traditionell im Mai und Juni statt und war im März zu Beginn der Corona-Pandemie abgesagt worden. Gleichzeitig war ein Herbstfestival für Oktober 2020 angedacht worden. Eine "Planungssicherheit für die Wiederaufnahme von Kulturveranstaltungen im Herbst" sei aber aktuell nicht gegeben, heißt es in der Pressemitteilung der Ruhrfestspiele. In der kommenden Spielzeit 2021 feiern die Ruhrfestspiele ihr 75jähriges Bestehen.

Theaterdiscounter Berlin: Mietvertrag gekündigt

"Existenziell bedroht"

Berlin, 6. Mai 2020. Dem Theaterdiscounter, einer der bekanntesten Spielstätten der Freien Szene in Berlin, sind mit Frist zum 31. August 2020 "alle Miet- und Nutzungsverträge der sich auf dem Grundstück der Klosterstraße 44 befindenden Immobilie" gekündigt worden. Das gab das Theater heute in einer Pressemitteilung bekannt. Die Immobilie in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes und des Nikolaiviertels befinde sich in Privatbesitz, gleichwohl sei die Klosterstraße 44 "Teil des Stadtentwicklungsgebiets Molkenmarkt und damit verbundener komplexer Planungen". Das Gebäude sei "vor kurzem unter abermaliger Verdopplung der Kaufsumme veräußert" worden.

Hamburg: Karin Beier bleibt Intendantin bis 2023

Nicht zu toppen

Hamburg, 1. Mai 2020.Karin Beier verlängert ihren Vertrag als Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg bis 2023. Das meldet der NDR auf seiner Website. Eine Option auf Verlängerung bis 2023 habe immer bestanden: "Die Option ziehe ich auf jeden Fall durch, aber wir verhandeln auch über weitere Jahre", sagte Beier jetzt NDR Kultur.

EU-Erklärung zur Kultur in der Covid19-Krise

Das Rückgrat der Kultur

1. Mai 2020. Die kroatische EU-Ratspräsidentschaft hat eine gemeinsame Erklärung zur "Kultur in Zeiten der Covid 19-Krise" vorgelegt (hier im englischen Original). Initiiert von der deutschen Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist sie von 26 Kultur- und Medienministerinnen und Kulturministern der Europäischen Union unterzeichnet. Darin mahnen die Minister*innen an, dass die auf EU-Ebene geplanten Hilfen aus den Fonds und Programmen auch die Kultur und die Medien erreichen müssen. "Artists are the backbone of our culture and specific attention must be granted to them", heißt es in der Erklärung (dt.: Künstler*innen sind das Rückgrat unserer Kultur und verdienen besondere Beachtung.)

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