Sergeant Superpower rettet Amerika - Erich Sidler inszeniert in Heidelberg die Uraufführung eines Superhelden-Stücks von Rebekka Kricheldorf
Boom! Zong! Schluck! Dekonstruier!
von Elisabeth Maier
Heidelberg, 12. Oktober 2013. Im atemlosen Redaktionsalltag eines Comicverlags lässt die Autorin Rebekka Kricheldorf den amerikanischen Helden Sergeant Superpower sterben. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York weiß der Kämpfer, der in früheren Jahrzehnten brutale Nazischergen in die Flucht geschlagen hat, nicht weiter. Klar umrissene Feindbilder gibt es in der zerfallenden Welt nicht mehr. So genügt ein gezielter Schuss, um die Identifikationsfigur ganzer Generationen ins Jenseits zu befördern. Denn als Zweifler, der die Welt hinterfragt, wird sie nicht mehr gebraucht. Im 21. Jahrhundert jagen Jugendliche platte Cyberhelden wie Super Mario über die Computerbildschirme. Längst ist die Zeit der Sprechblasen vorbei. "Sergeant Superpower rettet Amerika" lautet der Titel der Zeitreise durch die Welt der Medienkonstrukte, die am Theater Heidelberg uraufgeführt wurde.
König Ubu - Viktor Bodó inszeniert Alfred Jarry in Heidelberg im Geist der "Nackte Kanone"-Filme
Lern Deutsch, Du osteuropäischer Koproduktionsaffe!
von Stefan Keim
Heidelberg, 27. April 2013. Ein Flugzeug stürzt ab. Zombiestewardessen tanzen mit blutigen Köpfen ihr Sicherheitshinweise-Ballett zu Carl Orffs "Carmina Burana". König Ubu sagt sein berühmtes "Schreiße", zieht sich die Hose runter, klettert auf eine Tonne und produziert mit wilden Durchfallgeräuschen vom Band Exkremente. Damit veredelt er die Pampe, die seine Gattin als Mahlzeit produziert. Es sind erst ein paar Minuten vergangen in Viktor Bodós Inszenierung der wilden Farce "König Ubu" in Heidelberg. Krasse Bilder und durchgeknallter Slapstick prasseln auf das Publikum ein.
Schwimmen lernen - Marianna Salzmanns luftige Dreiecksgeschichte in Heidelberg uraufgeführt
Wenn die Luftballonherzen aufgeblasen werden ...
von Ralf-Carl Langhals
Heidelberg, 1. März 2013. Ein hübsches Paar, und ein nettes. Die Art, wie Feli und ihr Mann Pep miteinander umgehen, ist von liebevollem Spieltrieb und entwaffnender Jugendlichkeit geprägt. Das verrät der Text von Kleist-Förderpreisträgerin Marianna Salzmann ohnehin, und Regisseur Paul-Georg Dittrich hat es sich auf phantasievolle aber auch überbordende Weise zur Aufgabe gemacht, diese Besonderheit jungen Eheglücks mit dem dicken Stift und allerlei spaßigem Kindergeburtstagsschabernack szenisch nachzuzeichnen. Doch dann begegnet Barkeeperin Feli der noch spaßigeren Lil und es gilt, was das Fernsehen schon in den 70ern zu wissen glaubte: "Drei sind einer zuviel" – und Gatte Pep (erstmal) raus.
Regie: Ashtar Theatre, Ramallah
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