Der Kaufmann von Venedig - Karin Beier lässt am Hamburger Schauspielhaus Shakespeares Figuren sich selbst hinterfragen
Warum macht der das?
Das halbe Leid - Fürs Schauspielhaus Hamburg organisieren Signa eine zwölfstündige Empathie-Schulung
Wer ist mein Mentor?
von Michael Laages
Hamburg, 16. November 2017. Womöglich hatte sich Maxim Gorki ja so das "Nachtasyl" vorgestellt – Menschen am Rand der Gesellschaft, Untergegangene und Untergeher, auf engstem Raum und unter armseligsten Bedingungen aufeinander geworfen, bis schlimmstenfalls Blut fließt oder Füße verbrüht werden. Und vielleicht fühlt sich so ja heute auch eine jener Notunterkünfte für Geflüchtete an, 100 Familien in einer dörflichen Turnhalle, mehrstöckige Betten nebeneinander gepfercht, und die Grenze zwischen den Privatsphären ist ein windschief gehängtes Bettlaken. Das ist nun unsere Welt, wenn wir in Hamburg Leiden lernen wollen; bei und unter Anleitung von Signa, dem so außergewöhnlichen Performance-Team, dessen deutsche Karriere nach aufsehenerregenden Lebenswelt-Erfindungen in Dänemark von Köln aus unter anderem über Leipzig und Berlin nach Wien zu den Festwochen führte – dann neulich nach Mannheim zu den Schillertagen und mittlerweile zum dritten Mal auch nach Hamburg und ans Deutsche Schauspielhaus.
Anna Karenina - Barbara Bürk und Clemens Sienknecht führen in Hamburg ihre Serie zu Seitensprüngen der Weltliteratur "mit anderem Text und auch anderer Melodie" weiter
Dürre Arme, große Liebe
von Falk Schreiber
Hamburg, 11. November 2017. Rockstargesten sind schwierig. Zumal wenn das lange Haar schütter ist, die Ärmchen dünn sind und unter der Kassenbrille ein unsicheres Lächeln entschuldigt: Mir ist es ja auch peinlich, wie ich den Gitarrenhals phallisch in die Höhe recke. Einerseits. Andererseits haben wir Postmoderne, und in der Postmoderne kann man auch die phallische Gitarre halbironisch umdeuten. Also lässt Clemens Sienknecht einen zurückhaltenden Rhythmus in die Loopbox klimpern, spielt eine sanfte Melodie drüber, weite Keyboardflächen und schließlich ein paar elektronische Beats, voilà: reizender Yachtrock. "Lisztomania" von Phoenix, spillerige Ironiker, die die Machoposen indigniert weglächeln, während man sich fragt, ob sie nicht im Grunde ihres Herzens doch ein Faible haben fürs cheesy Gitarrensolo.
Regie: Monika Gintersdorfer
Regie: Ingrid Lausund
Regie: Christoph Marthaler
Regie: Victor Bodo
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