Edgar und Annabel – Lily Sykes zeigt Sam Holcrofts Erfolgstück in Frankfurt zuerst auf Deutsch
Revolte in der Wohnküche
Die Opferung von Gorge Mastromas - Christoph Mehler bringt Dennis Kellys neues Stück bei den Ruhrfestspielen zur Uraufführung
Moral in Multiperspektive
von Sarah Heppekausen
Recklinghausen, 12. Mai 2012. Für Dennis Kelly ist Wahrheit eine verzwickte Sache. Das sagte der britische Dramatiker vor ein paar Tagen in seiner Eröffnungsrede des Theatertreffen-Stückemarkts. Als Autor empfiehlt er die Suche nach Wahrheit. Seine Stücke demonstrieren, wie holprig dieser Weg, wie stockend diese Suche ist. Seine Figuren schlagen Haken oder stecken wie die Leser immer mal wieder in Lügen-Sackgassen fest. Gorge Mastromas zum Beispiel, Kellys jüngste Dramenfigur, stellt irgendwann fest, dass es in einem erfolgreichen Leben vor allem auf absoluten Willen und die Fähigkeit ankomme, aus tiefstem Herzen zu lügen.
Bacon talks - Oliver Reese zieht mit einem Monolog über den Maler Francis Bacon ins Städel Museum
Der Genius tobt im Bildersaal
von Esther Boldt
Frankfurt am Main, 11. Mai 2012. Neue Spielorte öffnen dem Theater nicht nur andere Räume, sie setzen auch die Routine außer Kraft. Zur gewohnten Zeit habe ich das Haus verlassen, zur ungewohnten bin ich angekommen: zu spät. Für Oliver Reeses Uraufführung seines Stückes "Bacon talks" ist das Schauspiel Frankfurt ans gegenüberliegende Mainufer gezogen, ins Städel Museum, wo sich die Kritikerin im herrlich pointiert einsetzenden Platzregen prompt verlief. Darum setzt diese Kritik etwa um 19.27 Uhr ein, am Rand des Schauspiels, dort, wo hinter den Zuschauerreihen noch ein paar Stühle für die Logenschließer stehen.
Der Freund krank - Martin Schulze führt das neue Stück von Nis-Momme Stockmann in Frankfurt auf
Und wollen wir wirklich so weitermachen?
von Grete Götze
Frankfurt, 27. April 2012. "Der Freund krank" ist ein Stück über einen Heimkehrer. Es ist ein Stück über Landflucht, ein Stück über zurückgelassene Kleinbürger, ein Stück über eine Liebe im Dreieck, ein Stück über die Trauer des Erwachsenwerdens, ein Stück über das Einfach-so-verrückt-werden und nicht mehr mitmachen wollen. Ein Stück über die Vorteile und Nachteile des Handelns. Ein Stück über einen Protagonisten mit einem kleinen Selbstwertgefühl. Es ist also ein Stück über ziemlich vieles. Deswegen hat Nis-Momme Stockmann, Autor des Stückes und ein Hoffnungsträger zeitgenössischer Dramatik, auch 160 Seiten dafür gebraucht.
Medea – Michael Thalheimers monströs-großartige Euripides-Inszenierung in Frankfurt
Furchtbare Freiheit
von Esther Boldt
Frankfurt am Main, 14. April 2012. Auf diesen Abend haben wir zweieinhalb Jahre gewartet. Oliver Reese hatte seine Intendanz 2009 mit dem ungeheuren Versprechen angetreten, das Schauspiel Frankfurt wieder in die Theaterbundesliga führen zu wollen. Mit einem wahrhaft monströsen Abend lösen Michael Thalheimer und sieben fantastische Schauspieler dieses Versprechen nun ein. Ein Abend gegen jedwede rotsamtene, konsenssatte Gemütlichkeit, ein Abend des tiefen Schmerzes, der einem schier den Atem raubt, und der leichten Augenblicke, die keine Erlösung schenken.
Regie: Hermann Schein
Regie: Konstanze Lauterbach
Regie: Leopold von Verschuer
Regie: Dieter Wedel
Regie: Caroline Stolz
Regie: Thorleifur Örn Arnarsson
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