Romeo und Julia - Nationaltheater Weimar
Neun Lorenzos und ein Denkmal
Brüder und Schwestern - Nationaltheater Weimar
Familenbande im Gezeitenwechsel
von Harald Raab
Weimar, 10. November 2019. Der Ort könnte nicht passender sein, um Abwicklung in Szene zu setzen: das alte E-Werk Weimars, heute Spielstätte des Deutschen Nationaltheaters. Es riecht immer noch nach Schmieröl. Leitungsrohre ohne Zweck laufen von irgendwoher nach nirgendwo, museale Eisensaurier des Industriezeitalters. Auf der Bühne eine Arena, begrenzt von einem Mauerhalbrund. In der Mitte, wolkig ausfransend die deutschen Farben Schwarz, Rot, Gold aufgetragen. Links ein Monumentalgemälde zu Ehren 40 Jahre DDR-Sozialismus mit Gottvater Marx, einem Held der Arbeit und einer Genossin. Rechts ein Bild der hedonistischen Bauhausgesellschaft beim Maskenball mit Altmeister Gropius als Mephisto. Der Maler Dieter M. Weidenbach, einst Meisterschüler bei Willi Sitte, trägt live noch letzte Pinselstriche auf. Und die Parole "Fuck the Wall". Vom Bühnengeschehen lässt er sich kaum beeindrucken.
Das Riff der Geschichte - Kunstfest Weimar
Endlosschleife der Selbstversicherung
von Harald Raab
Weimar, 30. August 2019. "Wir sind ja hier im Theater", gibt der Politkünstler Philipp Ruch beim "Gedenkabend" des Zentrums für politische Schönheit, "Das Riff der Geschichte", zum Besten. Ein Versprecher? Eingeladen ist er zum Kunstfest Weimar. Um zu erklären, wie die Zukunft der Erinnerung an den Holocaust aussehen könnte. Aber zum einen war man nicht im Theater, sondern im Gebäude der ehemaligen Notenbank, zum anderen: wenn diese Diskussionsveranstaltung Theater war, dann war es ein herzlich schlecht inszeniertes Stück. Passiert ja öfter, also kein Drama. Ärgerlich nur, dass es um ein sehr ernstes, für das gesellschaftliche Miteinander wichtiges Thema geht: Um Erinnerungskultur in Zeiten, in denen man schon wieder unwidersprochen sagen kann, doch endlich Schluss zu machen mit der ewigen Vergangenheitsbewältigung, in denen Hetze gegen Menschen anderer Herkunft und übelster Rassismus in aller Öffentlichkeit und ganz besonders im weltweiten Netz Konjunktur haben.
Regie: Suse Wächter
Regie: Robert Schuster
Regie: Rimini Protokoll
Regie: Alexander Fahima
Regie: Hasko Weber
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