KapiTal der Puppen - René Pollesch fröhnt abermals der höheren Wirrnis, diesmal am Staatsschauspiel Dresden
Das missbrauchte Theater
Distortion – Constanza Macras und die Hamburger HipHop-Academy konstruieren und dekonstruieren auf Kampnagel Identitätskonzepte
"Ich bin deutsch"
von Falk Schreiber
Hamburg, 14. Februar 2013. Wie schnell Haltung doch zur Pose wird! Noch ist es hell in der Hamburger Kampnagel-Fabrik, das Publikum sucht plaudernd seine Plätze, und auf der Bühne im Halbdunkel steht Franklyn Kakyire: breitbeinig, mit verschränkten Armen, schwarz, drohend. Eigentlich könnte Constanza Macras' Tanzstück "Distortion" jetzt beginnen, aber durch irgendeinen dummen Fehler passiert nichts, der Saal bleibt hell. Und Kakyire steht da. Und steht da. Und steht da. Gut zehn Minuten lang, und dabei wirkt er immer lächerlicher, in seiner drohenden, pseudocoolen Pose.
Das Sausen der Welt - PeterLichts Wortkonzert am Schauspiel Köln klingt gut und rauscht vorbei
Die Welt hat Tinnitus
von Sarah Heppekausen
Köln, 14. Februar 2013. Irgendwann hört man auf, den Bedeutungen der Wörter und Sätze nachzugehen, irgendwann hört man nur noch zu. Eigentlich sind es auch kaum Sätze, die PeterLicht für das Schauspiel Köln geschrieben hat. Es sind Verse einer lyrischen Litanei und Dialogfetzen, die eine mögliche Antwort eines möglichen Gegenübers gar nicht erst abwarten. "Das Sausen der Welt" hat der Kölner Liedermacher seinen Theatertext genannt. Auf der Bühne breitet ihn die Regie als Klangteppich aus, abgeklopft auf Schall und Rhythmus.
Schwarze Wolle - Die Rabtaldirndln verausgaben sich mit ironischer Alpenfolklore am Wiener Brut
Katholizismus mit Kürbissen
von Leopold Lippert
Wien, 14. Februar 2013. Dass Religion und Theater noch nie allzu weit voneinander entfernt waren, ist bekannt. Und dass in Wien eh nur Leute vom Land leben, bei denen die katholische Erziehung und der Gebirgstaldialekt immer ein bisschen zu viel durchschimmern, weiß auch jeder. Und doch reichen diese Erkenntnisse den fünf Rabtaldirndln, ein Performerinnenkollektiv aus dem (fiktiven!) gleichnamigen steirischen Tal, um darauf ihren "Einkehrtag" im Brut Wien aufzubauen.
Macbeth – Robert Borgmann liest Shakespeares Mords-Stück in Berlin allegorisch
Schall und Wahn
von André Mumot
Berlin, 12. Februar 2013. Heiße Luft produziert der Mensch. Und wenn er groß sein möchte, kann man besonders gut erkennen, wie klein er ist. Shakespeare hat das gewusst und in seinem defätistisch dräuenden "Macbeth" nicht den Hauch einer Illusion aufkommen lassen übers Leben, das sich meistens nur in Schall und Wahn äußert. Oder das, wie es in Dorothea Tiecks immer noch recht vernünftiger Übersetzung so schön heißt, nur ein Märchen ist, "erzählt von einem Dummkopf, voller Klang und Wut, das nichts bedeutet." Macbeth selbst sagt diese Worte. An diesem Abend im Maxim Gorki Theater versteht man sie jedoch nur schlecht: Albrecht Abraham Schuch sitzt inmitten eines riesigen Holzgerüsts, das dem Polyeder aus Dürers Melencolia 1 nachempfunden ist und große Teile der kargen Bühne einnimmt, und nuschelt das so vor sich hin.
Regie: Pedro Martins Beja
Regie: Andreas Kriegenburg
Regie: Tomas Schweigen/Far A Day Cage
Regie: Hofmann&Lindholm
Regie: Albrecht Hirche
Regie: Barbara Hauck
Regie: Steffen Klewar, copy & waste
Regie: Stefan Bachmann
Regie: Olaf Kröck und Ensemble nach einer Idee von Lukas Langhoff
Regie: Theu Boermans
Regie: Antú Romero Nunes
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