berliner theatertreffen 2025
Liveblog zum Berliner Theatertreffen 2025
Solche Verweser hat Kerr nicht verdient
19. Mai 2025. Das Theatertreffen ist zu Ende – zum Abschluß gabs noch Preise und Debatten. Und eigentlich fast einen Skandal.
Von Esther Slevogt
- TT-Live-Blog, Theaterpreis C. Rüping: Die Gang
- #1
- Konrad Kögler
Heute Mittag mischte die „Gang“, wie Benjamin Lillie seine „partners in crime“ nannte, die Verleihung des Theaterpreises der Preußischen Seehandlung auf. Die üblichen Rituale der Matinee im Festspielhaus wurden von Anna Drexler im Krähenkostüm aus der Bochumer „Trauer ist das Ding mit Federn“-Inszenierung, die zwar einen FAUST gewann, es aber nur auf die Theatertreffen-Shortlist schaffte, gallig kommentiert und unterbrochen.
Drexler und Maja Beckmann trieben ihre Späße mit dem Festspiele-Intendanten Matthias Pees, der sich an seine Zeit als Dramaturg von Rüpings Münchner Kammerspiele-Event „Dionysos Stadt“ (Theatertreffen 2019) erinnerte und die sehr offene Arbeitsweise von Rüping mit Teamplay und ohne Scheuklappen würdigte. Nach der Entlassung von Kultursenator Joe Chialo sprang kurzfristig seine Staatssekretärin Sarah Wedl-Wilson ein, musste vor ihrem Grußwort aber noch etwas warten, da Drexler zunächst noch den musikalischen Publikums-Abschiedsgruß „Nehmt Abschied Brüder“ an den glücklosen Senator dirigierte.
Es folgte eine Nummernrevue aus Schnipseln und Motiven in den Kostümen von Rüping-Inszenierungen aus Bochum und Zürich, die zum Teil ins Repertoire des DT Berlin gewandert sind, und die seine Dramaturgin Katinka Deecke mit vielen Stamm-Spieler*innen kuratierte. In sehr persönlichen Laudationes erinnerten sich Wiebke Mollenhauer an die Zusammenarbeit im ersten Schauspielschul-Semester in Hamburg, Nils Kahnwald in einer kurzen Pause vom Ketten-Rauchen an ein „Hallo, Klaus“, das seit einer Probe 2011 zwischen ihm und Rüping zum Running-gag wurde und Benjamin Lillie an den gemeinsamen Start in der DT-Box 2013, wo er sich wohler fühlte als in der ursprünglich von Chefdramaturgin Sonja Anders für ihn vorgesehen Thalheimer-Großproduktion.
Auf das Preisgeld von 20.000 € verzichtete Rüping. Er spendet es an jene Institutionen, die vom Berliner Kultur-Kahlschlag besonders betroffen sind. Eine noble Geste, aber nur ein symbolischer Akt und ein Tropfen auf den heißen Stein, da dieses Preisgeld weniger als 1 % der Kürzungen ausmacht.
https://daskulturblog.com/2025/05/04/blutbuch-beim-theatertreffen-und-theaterpreis-an-christopher-rueping/
Drexler und Maja Beckmann trieben ihre Späße mit dem Festspiele-Intendanten Matthias Pees, der sich an seine Zeit als Dramaturg von Rüpings Münchner Kammerspiele-Event „Dionysos Stadt“ (Theatertreffen 2019) erinnerte und die sehr offene Arbeitsweise von Rüping mit Teamplay und ohne Scheuklappen würdigte. Nach der Entlassung von Kultursenator Joe Chialo sprang kurzfristig seine Staatssekretärin Sarah Wedl-Wilson ein, musste vor ihrem Grußwort aber noch etwas warten, da Drexler zunächst noch den musikalischen Publikums-Abschiedsgruß „Nehmt Abschied Brüder“ an den glücklosen Senator dirigierte.
Es folgte eine Nummernrevue aus Schnipseln und Motiven in den Kostümen von Rüping-Inszenierungen aus Bochum und Zürich, die zum Teil ins Repertoire des DT Berlin gewandert sind, und die seine Dramaturgin Katinka Deecke mit vielen Stamm-Spieler*innen kuratierte. In sehr persönlichen Laudationes erinnerten sich Wiebke Mollenhauer an die Zusammenarbeit im ersten Schauspielschul-Semester in Hamburg, Nils Kahnwald in einer kurzen Pause vom Ketten-Rauchen an ein „Hallo, Klaus“, das seit einer Probe 2011 zwischen ihm und Rüping zum Running-gag wurde und Benjamin Lillie an den gemeinsamen Start in der DT-Box 2013, wo er sich wohler fühlte als in der ursprünglich von Chefdramaturgin Sonja Anders für ihn vorgesehen Thalheimer-Großproduktion.
Auf das Preisgeld von 20.000 € verzichtete Rüping. Er spendet es an jene Institutionen, die vom Berliner Kultur-Kahlschlag besonders betroffen sind. Eine noble Geste, aber nur ein symbolischer Akt und ein Tropfen auf den heißen Stein, da dieses Preisgeld weniger als 1 % der Kürzungen ausmacht.
https://daskulturblog.com/2025/05/04/blutbuch-beim-theatertreffen-und-theaterpreis-an-christopher-rueping/
- Liveblog Theatertreffen: Begeisterung
- #2
- A.Cotard
Grandios!
- Liveblog Theatertreffen: Null geteilt bei Hinrichs
- #3
- Thees
Erstens: Publikum war null geteilt :Standing Ovations
Zweitens: Hinrichs beängstigend intelligent
Zweitens: Hinrichs beängstigend intelligent
- Liveblog Theatertreffen: Ego
- #4
- P.P.
Hinrichs hat vor allem ein überdimensioniertes Ego. Wenn ich das mal sagen darf, ist ja lang genug her jetzt: Wie viel er nur von sich selbst erzählte in den eigenen Nachrufen auf Pollesch, immer auf den eigenen Anteil hinweisen musste - verstörend.
- Liveblog Theatertreffen: So what?
- #5
- Arkadij Zarthäuser
# 4
Offen gestanden, denke ich, daß Rene Pollesch ziemlich genau um die Qualitäten und Dimensionen seines künstlerischen Partners wußte; wäre ihm an anderen als durch Fabian Hinrichs vielleicht notwendig eigenwilligen oder untypischen „Nachrufen“ gelegen gewesen, hätte er mit diesem nicht bis zuletzt, geradezu im ALTER EGO-STILE, so intensiv zusammen gearbeitet. P.P. ?? Gab hier mal nen Peter Pan...; den hat Hinrichs übrigens auch einmal gespielt (auch Paul in der Legende von Paul und Paula, mein persönliches Pech, das nicht gesehen zu haben). Muß wohl ein Ego sein, bevor man es wegschmeißen kann, aber Spaß beiseite: solche Sätze zu Freuds Geburtstag ..
Offen gestanden, denke ich, daß Rene Pollesch ziemlich genau um die Qualitäten und Dimensionen seines künstlerischen Partners wußte; wäre ihm an anderen als durch Fabian Hinrichs vielleicht notwendig eigenwilligen oder untypischen „Nachrufen“ gelegen gewesen, hätte er mit diesem nicht bis zuletzt, geradezu im ALTER EGO-STILE, so intensiv zusammen gearbeitet. P.P. ?? Gab hier mal nen Peter Pan...; den hat Hinrichs übrigens auch einmal gespielt (auch Paul in der Legende von Paul und Paula, mein persönliches Pech, das nicht gesehen zu haben). Muß wohl ein Ego sein, bevor man es wegschmeißen kann, aber Spaß beiseite: solche Sätze zu Freuds Geburtstag ..
- Liveblog Theatertreffen: Hinrichs einordnen
- #6
- S. Serban
#4
Es gibt nur einen Nachruf auf Pollesch, den Hinrichs verfasst hat, er ist im Spiegel, in der FAZ und auf nachtkritik erschienen (https://nachtkritik.de/portraet-reportage/fabian-hinrichs-verabschiedet-sich-mit-einem-brief-von-dem-grossen-theatermenschen-rene-pollesch). Dieser Nachruf hat mich bewegt, weil jede Zeile, jedes Wort von großer Liebe zu Pollesch und zum Theater an sich zeugt. Von welchen Passagen sprechen Sie dort? Ein weiter Text ist in der FAS erschienen und handelt von der Werkentstehung des außergewöhnlichen Duos, insbesondere des letzten Stückes. Es ist also ein Nachruf auf die gemeinsame Arbeit. Ich möchte das hier einordnen, weil ich Hinrichs sehr schätze und beide Texte wertvoll für mich sind. Ich kann den Vorwurf, der auf die Persönlichkeit von Hinrichs abzielt, anhand der Texte keineswegs nachvollziehen. Im Gegenteil.
____
(Anm. Redaktion. Den zweiten hier erwähnten Text finden Sie unter dem Titel "Proben mit Pollesch" auch hier https://nachtkritik.de/portraet-reportage/proben-mit-pollesch-schauspieler-und-co-regisseur-fabian-hinrichs-erzaehlt-ueber-seine-theaterarbeit-mit-dem-verstorbenen-autor-und-regisseur-rene-pollesch)
Es gibt nur einen Nachruf auf Pollesch, den Hinrichs verfasst hat, er ist im Spiegel, in der FAZ und auf nachtkritik erschienen (https://nachtkritik.de/portraet-reportage/fabian-hinrichs-verabschiedet-sich-mit-einem-brief-von-dem-grossen-theatermenschen-rene-pollesch). Dieser Nachruf hat mich bewegt, weil jede Zeile, jedes Wort von großer Liebe zu Pollesch und zum Theater an sich zeugt. Von welchen Passagen sprechen Sie dort? Ein weiter Text ist in der FAS erschienen und handelt von der Werkentstehung des außergewöhnlichen Duos, insbesondere des letzten Stückes. Es ist also ein Nachruf auf die gemeinsame Arbeit. Ich möchte das hier einordnen, weil ich Hinrichs sehr schätze und beide Texte wertvoll für mich sind. Ich kann den Vorwurf, der auf die Persönlichkeit von Hinrichs abzielt, anhand der Texte keineswegs nachvollziehen. Im Gegenteil.
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(Anm. Redaktion. Den zweiten hier erwähnten Text finden Sie unter dem Titel "Proben mit Pollesch" auch hier https://nachtkritik.de/portraet-reportage/proben-mit-pollesch-schauspieler-und-co-regisseur-fabian-hinrichs-erzaehlt-ueber-seine-theaterarbeit-mit-dem-verstorbenen-autor-und-regisseur-rene-pollesch)
- Liveblog Theatertreffen: Keine Hundsprozesse
- #7
- Arkadij Zarthäuser
Naja, mit der Titelzeile ("Die Welpen schweigen im Walde", Anm.) läuft man bei mir natürlich offene Türen ein, erinnert ja auch ein wenig an die orchestralen Manöver im dunklen Wald in Franz Kafkas "Forschungen eines Hundes", welche ich zuletzt anläßlich der "Oklahoma"-Inszenierung erinnerte, aber inhaltlich finde ich das Ganze dann vielleicht doch ein wenig hyperkritisch. Da wurden quasi Hundehaare in der gut gesalzenen Suppe gefunden, und nun droht beinahe schon der Hundsprozess (auch diese, die "Hundsprozesse", liefen 2011 in Köln zur Beier-Intendanz) ? Die Hauptsache ist doch, daß das Deutsche Schauspielhaus Hamburg in all den Beier-Intendanzjahren eine sehr gute Arbeit abgeliefert hat, das ist bekannt und das bei weitem beste Argument für das Theaterwesen, ob Frau Beier nun einmal mehr oder einmal weniger spricht, zumal Katie Mitchell und Anita Vulesica eigene Stimmen haben und nun -wiederholt auch- gekürte Handschriften -und in Hamburg absolut gewertschätzt werden. Wir müssen den am 9.5.2025 auf der Veddel anstehenden "Volpone" nicht in "Welpone" umtaufen, um gerade NEW HAMBURG als ein sehr schönes, auch neue Zuschauergruppen erschließendes Theater in Erinnerung zu rufen, und auf der Veddel wird man das mit den Hündchen sogar verstehen: Glückwunsch zum Wurf (es muß nicht immer ein großer sein)..
- Liveblog Theatertreffen: Beiers Verbleib wirklich so wichtig?
- #8
- Pfeffer
Ach, es ist wohl sehr wichtig, wo Frau Beier ist? Wenn sie keine Doppelgängerin hat, hat sie vielleicht eine Aufführung besucht in einer anderen Hauptstadt (wegen der Möglichkeit der Doppelgängerin: das ist spekulativ …). Vielleicht sucht sie nach einem neuen Stück und schaut sich so einiges an (nächste Spielzeit ist keine Inszenierung von ihr in Hamburg geplant). Aber ehrlich: ist das so wichtig???
- Liveblog Theatertreffen: Eine der Begabtesten
- #9
- Felix
#8: ja sie ist wichtig! Gerade in diesen Zeiten. Ich finde Karin Beier ist eine der begabtesten Regisseurinnen d. deutschen Theaters. Grossartige Inszenierungen!!!
- Liveblog Theatertreffen: Hinrichs' Anteil
- #10
- P.P.
#6:
Der zweite Text ist doch voll von den Sachen, die ich meinte (Witzebuch, ich bestellte einen Text bei René; ich inszenierte, denn er war nicht da; ich und mein Sachbuch, ich und was-ich-gerade-an-Musik-hörte, usw). Sie werden sagen, da wird nur die Zusammenarbeit beschrieben. Aber es geht in eigentlich jedem Absatz um Hinrichs' Anteil, unbewusst vielleicht, aber doch mit Händen zu greifen. Und achtet man einmal drauf, wird es etwas wunderlich und greift auch auf den ersten Text über.
Der zweite Text ist doch voll von den Sachen, die ich meinte (Witzebuch, ich bestellte einen Text bei René; ich inszenierte, denn er war nicht da; ich und mein Sachbuch, ich und was-ich-gerade-an-Musik-hörte, usw). Sie werden sagen, da wird nur die Zusammenarbeit beschrieben. Aber es geht in eigentlich jedem Absatz um Hinrichs' Anteil, unbewusst vielleicht, aber doch mit Händen zu greifen. Und achtet man einmal drauf, wird es etwas wunderlich und greift auch auf den ersten Text über.
- Liveblog Theatertreffen: Kieron Jina
- #11
- Konrad Kögler
Im Rahmenprogramm zum 60. Jubiläum des Internationalen Forums gab es ein Wiedersehen mit dem südafrikanischen Performer Kieron Jina (Alumnus 2019), der in der von Thomas Oberender kuratierten Festival-Reihe „Shifting Perspectives“ mit dem „Pink Money“-Gastspiel 2018 begeisterte.
Diesmal zeigt er nur ein halbstündiges Appetithäppchen: „A Border Is a Line That Birds Cannot See“ verknüpft seine bekannten Themen Afrofuturismus (mit Raumfahrer-Brille im 1. Teil), Queerness (mit Jockstraps-Look im 2. Teil) und Migration (als Leitfaden des Voiceovers).
Die wenigen Zuschauer, die eine Karte ergattern konnten, schauen von der Kassenhalle auf den Vorplatz, wo Jina seine Kreise zieht und Festival-Gäste immer wieder irritiert durchs Blickfeld laufen, bevor der queere Befreiungs-Part im Garten des Festspielhauses stattfindet. Freundlicher Applaus für eine kleine Show dieses Performers, der in größeren Formaten sein Entertainer-Talent noch viel besser ausspielen kann.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/07/die-maschine-oder-ueber-allen-gipfeln-ist-ruh-schauspielhaus-hamburg/
Diesmal zeigt er nur ein halbstündiges Appetithäppchen: „A Border Is a Line That Birds Cannot See“ verknüpft seine bekannten Themen Afrofuturismus (mit Raumfahrer-Brille im 1. Teil), Queerness (mit Jockstraps-Look im 2. Teil) und Migration (als Leitfaden des Voiceovers).
Die wenigen Zuschauer, die eine Karte ergattern konnten, schauen von der Kassenhalle auf den Vorplatz, wo Jina seine Kreise zieht und Festival-Gäste immer wieder irritiert durchs Blickfeld laufen, bevor der queere Befreiungs-Part im Garten des Festspielhauses stattfindet. Freundlicher Applaus für eine kleine Show dieses Performers, der in größeren Formaten sein Entertainer-Talent noch viel besser ausspielen kann.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/07/die-maschine-oder-ueber-allen-gipfeln-ist-ruh-schauspielhaus-hamburg/
- Liveblog Theatertreffen: Gern gelesen
- #12
- Alsternixe
#5 : Nein, lieber Herr Zarthäuser, #4 war/bin ich nicht. Würde bezügl. Hinrichs /Pollesch so etwas nicht schreiben. Statt auf einer Ziege zu reiten, Nimmerland umkreisend, schwimme, tauche ich mal eben im grünen Grund und lese immer wieder gern von Ihnen.
Bin & bleibe für Sie ganz speziell
Peter Pan - der Ihre.
Bin & bleibe für Sie ganz speziell
Peter Pan - der Ihre.
- Liveblog Theatertreffen: Wichtig/Nicht wichtig
- #13
- Pfeffer
#9: Die Frage war/ist nicht, ob Frau Beier wichtig ist, sondern ob es wichtig ist, wo sie ist, wenn sie nicht in Berlin (im Foyer eines Theaters) gesehen wurde oder warum … oder, ob sie die Gründe für eine Abwesenheit bekannt geben muss, oder ob wir das Recht oder berechtigte Interesse haben, es zu erfahren usw. Na gut: Interesse ist nicht verboten …
Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass ich eine erfolgreiche und erfahrene Regisseurin nicht als „begabt“ im Sinne von „talentiert“ bezeichnen, sondern diesen Begriff eher jüngeren Personen zuordnen würde … aber das am Rande …
Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass ich eine erfolgreiche und erfahrene Regisseurin nicht als „begabt“ im Sinne von „talentiert“ bezeichnen, sondern diesen Begriff eher jüngeren Personen zuordnen würde … aber das am Rande …
- Liveblog Theatertreffen: Nixen sind im Kommen
- #14
- Arkadij Zarthäuser
„Alsternixe“ ist aber auch sehr schön, zumal Nixen ja in den letzten Monaten ordentlich Aufwind hatten. Offen gestanden, hätte es mich auch gewundert, wenn dieser P.P. etwas mit Ihnen zu schaffen gehabt hätte ! Schön ist auch die kleine Hamburger Grußadresse vom 8.5. ..., und gleich heißt es „Habemus papam“ . Pierbattista Pizzaballa machte einen sehr guten Eindruck auf mich, gestehe ich, aber ob er es wirklich geworden ist ?!
- Liveblog Theatertreffen: Bitte Argumente!
- #15
- P.P.
"Dieser P.P."? Wieso so despektierlich? Offen gestanden, bemühe ich mich hier um Beispiele, die meine sicherlich leicht schroffe Meinung einfach unterstützen, und stelle sie so zur Debatte. Herr Zarthäuser, wenn Sie sich davon gestört fühlen, dann argumentieren Sie doch einfach. Aber bitte etwas prägnanter als "desletzt".
- Liveblog Theatertreffen: Melodie
- #16
- Arkadij Zarthäuser
Das war nicht despektierlich gemeint, „Alsternixe“ hat das bereits in # 12 angedeutet, daß sie so etwas zu Pollesch/Hinrichs nicht schreiben würde, und aus meiner Vergangenheit mit „Peter Pan“ paßte schlicht das Statement in Ihrem #4 nicht überein mit dieser Erinnerung (das war alles; über das „so etwas zu Pollesch/Hinrichs“ störten Sie sich offenbar analog zu „dieser P.P.“ nicht, aber das nur am Rande und in Klammer)
Ich störe mich auch nicht an Ihrer etwaigen schrofferen Art (es sah eher umgekehrt aus, wenn auch in einem anderen Thread, aber mit ähnlicher Melodie). Im übrigen antwortete ich in meinem #5 bereits auf ihren #4 , was bis jetzt unbeantwortet blieb, und ich sehe nicht, daß ich diesem Kommentar noch viel hinzuzufügen hätte (er ist eigentlich sogar kurz und einigermaßen prägnant, denke ich).
Ich störe mich auch nicht an Ihrer etwaigen schrofferen Art (es sah eher umgekehrt aus, wenn auch in einem anderen Thread, aber mit ähnlicher Melodie). Im übrigen antwortete ich in meinem #5 bereits auf ihren #4 , was bis jetzt unbeantwortet blieb, und ich sehe nicht, daß ich diesem Kommentar noch viel hinzuzufügen hätte (er ist eigentlich sogar kurz und einigermaßen prägnant, denke ich).
- Liveblog Theatertreffen: SANCTA!
- #17
- Konrad Kögler
"Sancta" war auch beim Wiedersehen ein tolles Crossover-Spektakel und Florentina Holzingers verdiente dritte TT-Einladung. Wie oben beschrieben war das Nachtgespräch zu dieser Produktion enttäuschend. Mike Dele Dittrich Frydetzki (nonbinäre Performer*in mit Verbindungen zu Hellerau Dresden und LOFFT Leipzig) im fünfminütigen Impuls einen interessanten Aufschlag zum Backlash, den wir seit Jahren erleben, auch und gerade im Osten, dem diese in Schwerin angestoßene Koproduktion und Holzingers queerfeministische Performance etwas entgegen setzen. Leider schien Moderatorin Xenia Sircar bei der Moderation überfordert: diese Gedanken wurden von den weiteren Panelistinnen kaum aufgenommen, ein Gespräch zu dieser Produktion kam kaum in Gang und blieb an der Oberfläche.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/10/sancta-beim-theatertreffen/
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/10/sancta-beim-theatertreffen/
- Liveblog Theatertreffen: Made in China 2.0
- #18
- Konrad Kögler
Das Pina Bausch-Reenactment "Kontakthof" wirkte in manchen Aspekten aus der Zeit gefallen. Ganz im Hier und Jetzt war jedoch unmittelbar davor die Lecture Performance „Made in China 2.0“ von Wang Chong (Alumnus des Internationalen Forums 2013), der als Highlight des Rahmenprogramms seine aktuelle Arbeit zeigte. Beeindruckend, wie Chong politischen Mut mit dramaturgischer Qualität und Humor verbindet. Ein nur knapp einstündiger, sehr lehrreicher Ritt durch die Gegenwart der VR China. Der Performer hat darum gebeten, aus Rücksicht auf seine Sicherheit auf detailliertere Beschreibungen zu verzichten. Das ist selbstverständlich zu respektieren.
- Liveblog Theatertreffen: Schlaglichter
- #19
- Konrad Kögler
Zum Start ins Abschlusswochenende des Theatertreffens 2025 gab es im Haus der Berliner Festspiele am gestrigen Freitag Abend zwei weitere Veranstaltungen aus dem Forums-Rahmenprogramm.
Mit einem Foto von zwei jungen Männern, die sich erstaunlich ähnlich sehen, startete der ungarische Theatermacher Kristóf Kelemen (Forums-Alumnus 2023) seinen Input zur „Narrowing Spaces“-Diskussion. Links war sein jüngeres Ich zu sehen, rechts der Autokrat Viktor Orbán. Beide wirken wie selbstbewusste, nachdenkliche Bohemiens und doch könnten ihre Ansichten zu Politik und Kunst kaum unterschiedlicher sein.
Ein paar kurze Schlaglichter ward Kelemen auf seine Performances und Interventionen, mit denen er häufig die volkstümelnde Propaganda des FIDESZ-Regimes persifliert. Auf ihn folgte Azadeh Ganjeh (Alumna 2019), deren Spielräume in Teheran stetig enger wurden und die seit 2022 im Gegensatz zu Kelemen ins Exil gingen. Die von Felizitas Stilleke (Alumna 2016) moderierte Runde streifte diverse Aspekte von der „Schere im Kopf“, die zu Selbstzensur führt, über unpolitische Ansätze junger ungarischer Künstler bis zum neoliberalen „Kunst muss sich rechnen und an der Kasse verkaufen“-Argument der Subventionsgegner. Es wäre interessanter gewesen, die Arbeiten der beiden Künstler*innen noch genauer vorzustellen.
Tiefpunkt des Rahmenprogramms war im Anschluss die Performance „Something is approaching“ von Carolina Mendonça (Alumna aus São Paulo, 2015) & Lara Ferrari, die ausdrücklich noch als „Work in Progress“ vor der Premierenreife gelabelt wurde, in dieser Form aber nicht vorzeigbar war. Es begann schon damit, dass die Kassenhalle des Festspielhauses ein denkbar ungeeigneter Ort ist und nur die wenigsten, für 18 € verkauften Plätze eine gute Sicht auf das Bühnengeschehen bieten.
Die 45 Minuten bestehen über weite Strecken aus einer monoton vom Blatt gelesenen und ins Mikro gesprochenen Nicht-Performance, bevor Ferrari und Mendonça ganz tief in den Klischeebaukasten greifen und halbnackt auf allen Vieren über die Bühne kriechen. Der Begleittext lieferte feministisch angehauchtes Wortgeklingel.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/17/narrowing-spaces-something-is-approaching/
Mit einem Foto von zwei jungen Männern, die sich erstaunlich ähnlich sehen, startete der ungarische Theatermacher Kristóf Kelemen (Forums-Alumnus 2023) seinen Input zur „Narrowing Spaces“-Diskussion. Links war sein jüngeres Ich zu sehen, rechts der Autokrat Viktor Orbán. Beide wirken wie selbstbewusste, nachdenkliche Bohemiens und doch könnten ihre Ansichten zu Politik und Kunst kaum unterschiedlicher sein.
Ein paar kurze Schlaglichter ward Kelemen auf seine Performances und Interventionen, mit denen er häufig die volkstümelnde Propaganda des FIDESZ-Regimes persifliert. Auf ihn folgte Azadeh Ganjeh (Alumna 2019), deren Spielräume in Teheran stetig enger wurden und die seit 2022 im Gegensatz zu Kelemen ins Exil gingen. Die von Felizitas Stilleke (Alumna 2016) moderierte Runde streifte diverse Aspekte von der „Schere im Kopf“, die zu Selbstzensur führt, über unpolitische Ansätze junger ungarischer Künstler bis zum neoliberalen „Kunst muss sich rechnen und an der Kasse verkaufen“-Argument der Subventionsgegner. Es wäre interessanter gewesen, die Arbeiten der beiden Künstler*innen noch genauer vorzustellen.
Tiefpunkt des Rahmenprogramms war im Anschluss die Performance „Something is approaching“ von Carolina Mendonça (Alumna aus São Paulo, 2015) & Lara Ferrari, die ausdrücklich noch als „Work in Progress“ vor der Premierenreife gelabelt wurde, in dieser Form aber nicht vorzeigbar war. Es begann schon damit, dass die Kassenhalle des Festspielhauses ein denkbar ungeeigneter Ort ist und nur die wenigsten, für 18 € verkauften Plätze eine gute Sicht auf das Bühnengeschehen bieten.
Die 45 Minuten bestehen über weite Strecken aus einer monoton vom Blatt gelesenen und ins Mikro gesprochenen Nicht-Performance, bevor Ferrari und Mendonça ganz tief in den Klischeebaukasten greifen und halbnackt auf allen Vieren über die Bühne kriechen. Der Begleittext lieferte feministisch angehauchtes Wortgeklingel.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/17/narrowing-spaces-something-is-approaching/
- Liveblog Theatertreffen: Kein heuriger Hase
- #20
- Arkadij Zarthäuser
Ich weiß nicht, ob Sachwalter hier ganz richtig am Platze ist; ein h-euriger (jemand berate mich, wie ich der Autokorrektur austreibe, den Weinkenner raushängen zu lassen und unfehlbar zu transsubstantiieren zu „Heuriger“) Hase ist Peter von Becker eigentlich ja nicht, und schon als Bettina Stucky beim TT 2002 (siehe Artikel von Peter Laudenbach im Tagesspiegel vom 21.5.2002) selbst den Preis erhielt, aus den Händen Elisabeth Trissensaars, hielt dieser die Einleitungsrede; ich vermute beinahe, daß das mit der Ophelia ein Insider zwischen den beiden ist, frei nach dem Dialog „Ich werde in Dir immer die Ophelia sehen“ (vielleicht sah Peter von Becker sie das erste Mal in dieser Rolle und altert bei seinem obigen Zitat bewußt mit) - „Ja, aber eine gealterte“ (die es werktreu ja garnicht geben kann). Wie auch immer, sehr schön und gut nachvollziehbar und persönlich fallen dann Bettina Stuckys Sätze aus (da braucht es keine Vermittlung etwa durch ein Ministerium für Einsamkeit !)..
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Drexler und Maja Beckmann trieben ihre Späße mit dem Festspiele-Intendanten Matthias Pees, der sich an seine Zeit als Dramaturg von Rüpings Münchner Kammerspiele-Event „Dionysos Stadt“ (Theatertreffen 2019) erinnerte und die sehr offene Arbeitsweise von Rüping mit Teamplay und ohne Scheuklappen würdigte. Nach der Entlassung von Kultursenator Joe Chialo sprang kurzfristig seine Staatssekretärin Sarah Wedl-Wilson ein, musste vor ihrem Grußwort aber noch etwas warten, da Drexler zunächst noch den musikalischen Publikums-Abschiedsgruß „Nehmt Abschied Brüder“ an den glücklosen Senator dirigierte.
Es folgte eine Nummernrevue aus Schnipseln und Motiven in den Kostümen von Rüping-Inszenierungen aus Bochum und Zürich, die zum Teil ins Repertoire des DT Berlin gewandert sind, und die seine Dramaturgin Katinka Deecke mit vielen Stamm-Spieler*innen kuratierte. In sehr persönlichen Laudationes erinnerten sich Wiebke Mollenhauer an die Zusammenarbeit im ersten Schauspielschul-Semester in Hamburg, Nils Kahnwald in einer kurzen Pause vom Ketten-Rauchen an ein „Hallo, Klaus“, das seit einer Probe 2011 zwischen ihm und Rüping zum Running-gag wurde und Benjamin Lillie an den gemeinsamen Start in der DT-Box 2013, wo er sich wohler fühlte als in der ursprünglich von Chefdramaturgin Sonja Anders für ihn vorgesehen Thalheimer-Großproduktion.
Auf das Preisgeld von 20.000 € verzichtete Rüping. Er spendet es an jene Institutionen, die vom Berliner Kultur-Kahlschlag besonders betroffen sind. Eine noble Geste, aber nur ein symbolischer Akt und ein Tropfen auf den heißen Stein, da dieses Preisgeld weniger als 1 % der Kürzungen ausmacht.
https://daskulturblog.com/2025/05/04/blutbuch-beim-theatertreffen-und-theaterpreis-an-christopher-rueping/
Zweitens: Hinrichs beängstigend intelligent
Offen gestanden, denke ich, daß Rene Pollesch ziemlich genau um die Qualitäten und Dimensionen seines künstlerischen Partners wußte; wäre ihm an anderen als durch Fabian Hinrichs vielleicht notwendig eigenwilligen oder untypischen „Nachrufen“ gelegen gewesen, hätte er mit diesem nicht bis zuletzt, geradezu im ALTER EGO-STILE, so intensiv zusammen gearbeitet. P.P. ?? Gab hier mal nen Peter Pan...; den hat Hinrichs übrigens auch einmal gespielt (auch Paul in der Legende von Paul und Paula, mein persönliches Pech, das nicht gesehen zu haben). Muß wohl ein Ego sein, bevor man es wegschmeißen kann, aber Spaß beiseite: solche Sätze zu Freuds Geburtstag ..
Es gibt nur einen Nachruf auf Pollesch, den Hinrichs verfasst hat, er ist im Spiegel, in der FAZ und auf nachtkritik erschienen (https://nachtkritik.de/portraet-reportage/fabian-hinrichs-verabschiedet-sich-mit-einem-brief-von-dem-grossen-theatermenschen-rene-pollesch). Dieser Nachruf hat mich bewegt, weil jede Zeile, jedes Wort von großer Liebe zu Pollesch und zum Theater an sich zeugt. Von welchen Passagen sprechen Sie dort? Ein weiter Text ist in der FAS erschienen und handelt von der Werkentstehung des außergewöhnlichen Duos, insbesondere des letzten Stückes. Es ist also ein Nachruf auf die gemeinsame Arbeit. Ich möchte das hier einordnen, weil ich Hinrichs sehr schätze und beide Texte wertvoll für mich sind. Ich kann den Vorwurf, der auf die Persönlichkeit von Hinrichs abzielt, anhand der Texte keineswegs nachvollziehen. Im Gegenteil.
____
(Anm. Redaktion. Den zweiten hier erwähnten Text finden Sie unter dem Titel "Proben mit Pollesch" auch hier https://nachtkritik.de/portraet-reportage/proben-mit-pollesch-schauspieler-und-co-regisseur-fabian-hinrichs-erzaehlt-ueber-seine-theaterarbeit-mit-dem-verstorbenen-autor-und-regisseur-rene-pollesch)
Der zweite Text ist doch voll von den Sachen, die ich meinte (Witzebuch, ich bestellte einen Text bei René; ich inszenierte, denn er war nicht da; ich und mein Sachbuch, ich und was-ich-gerade-an-Musik-hörte, usw). Sie werden sagen, da wird nur die Zusammenarbeit beschrieben. Aber es geht in eigentlich jedem Absatz um Hinrichs' Anteil, unbewusst vielleicht, aber doch mit Händen zu greifen. Und achtet man einmal drauf, wird es etwas wunderlich und greift auch auf den ersten Text über.
Diesmal zeigt er nur ein halbstündiges Appetithäppchen: „A Border Is a Line That Birds Cannot See“ verknüpft seine bekannten Themen Afrofuturismus (mit Raumfahrer-Brille im 1. Teil), Queerness (mit Jockstraps-Look im 2. Teil) und Migration (als Leitfaden des Voiceovers).
Die wenigen Zuschauer, die eine Karte ergattern konnten, schauen von der Kassenhalle auf den Vorplatz, wo Jina seine Kreise zieht und Festival-Gäste immer wieder irritiert durchs Blickfeld laufen, bevor der queere Befreiungs-Part im Garten des Festspielhauses stattfindet. Freundlicher Applaus für eine kleine Show dieses Performers, der in größeren Formaten sein Entertainer-Talent noch viel besser ausspielen kann.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/07/die-maschine-oder-ueber-allen-gipfeln-ist-ruh-schauspielhaus-hamburg/
Bin & bleibe für Sie ganz speziell
Peter Pan - der Ihre.
Erlauben Sie mir die Bemerkung, dass ich eine erfolgreiche und erfahrene Regisseurin nicht als „begabt“ im Sinne von „talentiert“ bezeichnen, sondern diesen Begriff eher jüngeren Personen zuordnen würde … aber das am Rande …
Ich störe mich auch nicht an Ihrer etwaigen schrofferen Art (es sah eher umgekehrt aus, wenn auch in einem anderen Thread, aber mit ähnlicher Melodie). Im übrigen antwortete ich in meinem #5 bereits auf ihren #4 , was bis jetzt unbeantwortet blieb, und ich sehe nicht, daß ich diesem Kommentar noch viel hinzuzufügen hätte (er ist eigentlich sogar kurz und einigermaßen prägnant, denke ich).
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/10/sancta-beim-theatertreffen/
Mit einem Foto von zwei jungen Männern, die sich erstaunlich ähnlich sehen, startete der ungarische Theatermacher Kristóf Kelemen (Forums-Alumnus 2023) seinen Input zur „Narrowing Spaces“-Diskussion. Links war sein jüngeres Ich zu sehen, rechts der Autokrat Viktor Orbán. Beide wirken wie selbstbewusste, nachdenkliche Bohemiens und doch könnten ihre Ansichten zu Politik und Kunst kaum unterschiedlicher sein.
Ein paar kurze Schlaglichter ward Kelemen auf seine Performances und Interventionen, mit denen er häufig die volkstümelnde Propaganda des FIDESZ-Regimes persifliert. Auf ihn folgte Azadeh Ganjeh (Alumna 2019), deren Spielräume in Teheran stetig enger wurden und die seit 2022 im Gegensatz zu Kelemen ins Exil gingen. Die von Felizitas Stilleke (Alumna 2016) moderierte Runde streifte diverse Aspekte von der „Schere im Kopf“, die zu Selbstzensur führt, über unpolitische Ansätze junger ungarischer Künstler bis zum neoliberalen „Kunst muss sich rechnen und an der Kasse verkaufen“-Argument der Subventionsgegner. Es wäre interessanter gewesen, die Arbeiten der beiden Künstler*innen noch genauer vorzustellen.
Tiefpunkt des Rahmenprogramms war im Anschluss die Performance „Something is approaching“ von Carolina Mendonça (Alumna aus São Paulo, 2015) & Lara Ferrari, die ausdrücklich noch als „Work in Progress“ vor der Premierenreife gelabelt wurde, in dieser Form aber nicht vorzeigbar war. Es begann schon damit, dass die Kassenhalle des Festspielhauses ein denkbar ungeeigneter Ort ist und nur die wenigsten, für 18 € verkauften Plätze eine gute Sicht auf das Bühnengeschehen bieten.
Die 45 Minuten bestehen über weite Strecken aus einer monoton vom Blatt gelesenen und ins Mikro gesprochenen Nicht-Performance, bevor Ferrari und Mendonça ganz tief in den Klischeebaukasten greifen und halbnackt auf allen Vieren über die Bühne kriechen. Der Begleittext lieferte feministisch angehauchtes Wortgeklingel.
Komplette Kritik: https://daskulturblog.com/2025/05/17/narrowing-spaces-something-is-approaching/