Unnötig intolerant

15. August 2019. Der japanische Schriftsteller Haruki Murakami besuchte für die Wochenzeitung "Die Zeit" (15.8.2019) die Bayreuther Festspiele und sah Richard Wagners Opern "Lohengrin" und "Die Meistersinger".

Unmissverständlich bevormundend

3. August 2019. "Mit einem Dogma muss aufgeräumt werden: dass das Mitmachtheater fortschrittlicher sei als das Theater, das auf der Trennung von (professionellen) Schauspielern und Publikum insistiert, nicht anders als auf der Trennung von professionellen Ärzten und Patienten, die ja auch, bei allen Schwächen, einen Fortschritt bedeutet gegenüber der Hausmedizin früherer Jahrhunderte," schreibt Thomas Rothschild im Online-Magazin Kultura Extra.

"Seit Jahren unterfinanziert"

4. Juli 2019. Nach dem Rücktritt von Christian Schwandt als geschäftsführendem Direktor des Theaters Lübeck aufgrund der mangelnden finanziellen Unterstützung seines Hauses durch das Land ist in Schleswig-Holstein eine Debatte um die Theaterfinanzierung in Gang gekommen.

Unfreiwillig gegangen?

8. Mai 2019. Das Frank­fur­ter Schau­spiel freut sich zur Spielplan-Präsentation über ein vol­les Haus – aber hin­ter den Ku­lis­sen gibt es Är­ger, schreibt Simon Strauss in der FAZ, weil Inszenierungen von Ulrich Rasche und Luk Perceval abgespielt werden. Und weil Marion Tiedtke geht.

... das hat man bei keinem männlichen Kollegen getan

2. Juli 2019. Zwanzig Jahre lang inszenierte Andrea Breth regelmäßig am Wiener Burgtheater. Dessen neuer Intendant Martin Kusej hat die große Regisseurin nun ziemlich unelegant verabschiedet, in dem er Breth durch die aktuelle Intendantin einen entsprechenden Zweizeiler zukommen ließ. Nicht nur dazu hat Irene Bazinger Andrea Breth in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Cicero befragt.

"Die Orestie" in Mossul

13. April 2019. Milo Rau schreibt in einem umfänglichen Text in der taz (13.4.2019) über die "Orestie", die er in Mossul mit belgischen und irakischen Schauspielern inszeniert hat. Wir geben knappe Auszüge.

Rassismus, schon wieder

1. Juli 2019. Die taz (online 30.6.2019) und das neue deutschland (online 1. 7.2019, 14:43 Uhr) berichten über rassistische Diskriminierungen am staatlichen Berliner Theater an der Parkaue im März des vergangenen Jahres.

"Ich würde mitunter auch Menschen vor Wasserwerfern Schutz bieten"

13. April 2019. Der Standard aus Wien veröffentlicht unter der Überschrift "Martin Kušej will Burgtheater zu 'Hort der Opposition' machen" ein langes Gespräch von Margarete Affenzeller und Stephan Hilpold mit dem künftigen Burgtheaterdirektor Martin Kušej (online 12.4.2019, 12. April 2019, 13:00). Es gibt dazu ein kleines Video und unten drunter massenhaft pestige Mails gegen Kušej. Wir geben einige Kernaussagen in Auszügen.

Erste Anfrage dieser Art in Westdeutschland

26. Juni 2019. Die Stuttgarter Zeitung berichtet über eine Anfrage der AfD-Abgeordneten Rainer Balzer und Klaus Dürr im baden-württembergischen Landtag, in dem diese das Kunstministerium des Landes dazu auffordern, die Staatsangehörigkeiten und Ausbildungsorte der an Baden-Württembergs staatlichen Theatern tätigen Tänzer*innen, Orchestermusiker*innen und Sänger*innen offenzulegen – hier die Anfrage im Wortlaut.

Auslastung gut, Frauen- und Kunstquote schlecht

10. April 2019. Die letzte von 107 Premieren der Ära Karin Bergmann steht an, Margarete Affenzeller fragt im Wiener Standard (online 10.4.2019, 6 Uhr) nach den Erfolgen und den Misserfolgen der ersten Burgtheaterdirektorin.

"Hoffentlich lebe ich noch so lange"

3. Juni 2019. Für die FAZ führten Simon Strauss und Hubert Spiegel aus Anlass des 95. Geburtstag ein Gespräch mit Günther Rühle, dem ehemaligen Feuilletonchef der Zeitung und Chronisten des deutschsprachigen Theaters. Wir fassen einige Partien zusammen.

Geldkämpfe gleich zum Start

4. April 2019. Über ihr genaues Programm am Schauspielhaus Zürich sprechen Benjamin von Blomberg und Nicolas Stemann noch nicht, aber launig liest sich das Interview mit ihnen in der ZEIT. Es geht um Ästhetik, Ankommen – und um den Kampf gegen Subventionskürzungen gleich zum Start.

Ein Coup

Berlin, 23. Mai 2019. Für Juni erwartet die Berliner Presse eine Entscheidung der Kulturpolitik über die Neubesetzung der Volksbühnen-Intendanz am Rosa-Luxemburg-Platz. Und also läuft sie sich warm beim Vorbringen (vermutlich) aussichtsreicher Kandidat*innen.

Langer Marsch durch die Institution

3. April 2019. Wie geraten Menschen mit türkischem Familienhintergrund, aufgewachsen in prekären Verhältnissen ins weiße, deutsche Theater? Im Zürcher Tages Anzeiger (online 2.4.2019, 18:02 Uhr, Paywall) erzählt Alexandra Kedves eine ebenso exemplarische wie rare Geschichte. Sie porträtiert den "Polit-Dramatiker Necati Öziri", der seit Herbst 2017 als Dramaturg beim Theatertreffen der Berliner Festspiele und als Leiter von dessen Internationalem Forum arbeitet.

Versuchsstation des Weltuntergangs

16. Mai 2019. Seine Dankesrede zur Verleihung des Anton-Wildgans-Literaturpreises der Österreichischen Industrie hat der Schrifsteller Daniel Kehlmann für einen politischen Appell genutzt, wie der Standard meldete.

"Her mit einem neuen deutschen Theater!"

30. März 2019. Shermin Langhoff leitet seit 2013 das Gorki-Theater und ist erst die zweite Berliner Intendantin seit Ruth Berghaus. Im Interview mit Arno Widmann in der Berliner Zeitung (online 29.3.2019, 17:07 Uhr) macht Shermin Langhoff klar, was sie vom deutschen Theater erwartet.

Theater voll auf Tinder

16. Mai 2019. "Es gibt gute Gründe, das Theater als Unterbrechung der Reflexe des digitalen Verbundenseins zu schätzen. Doch gerade diese Festivalausgabe zeigt, dass das Theater Zustände hervorbringen will, die wir auch von den Plattformen kennen", resümiert Tobi Müller in der Schweizer Wochenzeitung (16.5.2019) die erste Hälfte des Berliner Theatertreffens.

Vier-Punkte-Programm für mächtiges Theater

5. März 2019.  "Man kommt mit diesem Post-Post-Zeugs nicht weiter", so Robert Hunger-Bühler in einem unterhaltsamen Interview in der Neuen Zürcher Zeitung über die Bedeutung des Theaters.

Den Leib finden, der nicht schon da ist

14. Mai 2019. Fabian Hinrichs konstatiert in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (13.5.2019) eine "durch die immer körperloser gestaltete Arbeits- und Lebenswelt" mächtiger wirkende Verschiebung: "zugunsten eines Zugangs zur Welt durch Begriffe und Erfahrung zulasten eines Zugangs zur Welt durch die Sinne und Wahrnehmung". Er zeigt sich verwundert darüber, dass ein "Theater und damit ein Schauspiel, das in den Interpretationsversuchen von Regie und Dramaturgie seinen Mittelpunkt sucht", als "das Normale", als das "Theater an sich" wahrgenommen werde. Es handele sich um ein Theater, das hinsichtlich "seiner Herstellungsart, seines Schauspielverständnisses und seiner Aufführungswirkung" weitgehend ein "begegnungsloses" und schlimmer noch ein "unkünstlerisches" Theater sei.

Engagement gegen Rechts beschädigt?

28. Februar 2019. In der ZEIT berichten Chris­ti­ne Lem­ke-Mat­w­ey und Adam So­boc­zyn­ski über die Broschüre Al­les nur Thea­ter? Zum Um­gang mit dem Kul­tur­kampf von rechts. Neben Lob für "kon­kre­te, in­tui­tiv rich­ti­ge und hilf­rei­che Rat­schlä­ge für Thea­ter­ma­cher" gehen sie vor allem auf die Soll-Seite ein, in der es um ei­ne "Po­si­ti­ons­be­stim­mung von Kunst und Kul­tur" gehe, eine Analyse der ge­sell­schaft­li­che Ge­samt­la­ge mit dem Schluss, der "Kul­tur­kampf von rechts" wer­de be­reits in den Feuille­tons ge­führt.