Medienschau: Berliner Zeitung – Alexander Scheer über die Volksbühne

Bitte kein Safety-first-Theater! 

Bitte kein Safety-first-Theater! 

21. April. In der Berliner Zeitung unterhält sich Theaterredakteur Ulrich Seidler mit Schauspieler Alexander Scheer, einem der Protagonisten der Berliner Volksbühne in der Castorf-Ära. Logisch, dass es in dem höchst lesenswerten Gespräch auch um die Zukunft des Theaters nach dem Tod von René Pollesch geht.

An den Berliner Theatersenator Joe Chialo hat der Schauspieler eine klare Empfehlung für die Volksbühne: "Er muss ins volle Risiko gehen." Man könne mit der Volksbühne "keine halben Sachen machen", sagt er. "Das Haus ist ein Monster, die Bühne ist größer als der Platz des Himmlischen Friedens, der Schnürboden ist der höchste in Europa, und auf dem Portal steht Volk drauf. Das bedeutet was. Du kannst nicht irgendwas zusammenkaufen und abspielen, wie Dercon es versucht hat."

Theater, findet Scheer, müsse generell "gefährlich" sein: "Es muss was auf dem Spiel stehen. Wer nichts wagt, braucht nicht anzutreten. Aber wenn ich mich so umgucke, wie soll das gehen bei all dem Safety-first-Theater? Florentina Holzinger lässt es krachen. Aber sonst wird's gerade sehr dünn."

Das ganze Interview ist hier nachzulesen.

(Berliner Zeitung / cwa)

Kommentare  
Medienschau Alexander Scheer: Tief im Herzen
Das Interview spricht Bände. Vor allem über Ulrich Seidler, der die gute alte Volksbühne mit Scheer als Intendant reaktivieren will. Dieser lehnt kenntnisreich ab. Die Zeiten sind andere! Gut zu wissen, was eigentlich tief im Herzen des Kritikers schlägt, der wöchentlich und seit Jahrzehnten die Berliner Theaterszene kritisieren darf.
Medienschau Alexander Scheer: Mit Verlaub
Das Interview ist heiter und lebendig und leibhaftig.

@1: Zu glauben, dass ein Kritiker über das Stellen der Frage "Warum möchten nicht Sie Intendant werden?" tatsächlich jemanden effektiv und ernsthaft ins Rennen schicken könnte, ist - mit Verlaub - naiv. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass es sich hier um Alexander Scheer als Interviewten handelt. Der sagt das einzig Richtige: Er hat keine Ahnung davon. So ist es. Er sagt es. Seidler wusste es. Alle wissen es. Hat auch was mit Demut zu tun. - Heißt also: Die Frage ist nicht gestellt, um Scheer ins Rennen zu schicken. Gut zu wissen!

Anstatt das wir weiter herumnebelkerzen würde ich lieber konstruktive, informierte Vorschläge hören und lesen wollen, die wir Joe Chialo mitgeben können. Denn aus der Wahl seiner Informant/inn/en wird sich vorentscheiden, wer infrage kommt. Wir sollten diesen Informationskreis wesentlich vergrößern. Zügig.
Medienschau Alexander Scheer: Exo-Planet
PS: Scheer ist ungeachtet des Vorgesagten uneingeschränkt ein mimetischer Exo-Planet. Möge er weiter kreisen und schillern und Licht, Tiefe, Schwarz, Raum haben und auf ewig wiederkehren.
Medienschau Alexander Scheer: Keine Nebelkerzen
#2
Im Thread hinter dem untigen Link hat es auf nk im März bereits 43 (!) Posts mit teils sehr konstruktiven, informierten Vorschlägen gegeben, die Sie dort zur Kenntnis nehmen können. Dort habe ich auch bereits sogar vier profunde Informant/-innen für den Berliner Kultursenator genannt. Aber ob "wir" via nk diese Joe Chialo "mitgeben können", wie Sie fordern, steht auf einem anderen Blatt und geht ggf. nur indirekt über die Medien. Es sei denn, die Berliner Kulturverwaltung veranstaltet eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Berliner Volksbühne. Andernfalls wünsche ich mir bald ein grundsätzliches Interview mit Herrn Chialo über seine kulturpolitischen Vorstellungen von nk; und speziell darüber, in welche ästhetische Richtung und gesellschaftliche Positionierung er am Rosa-Luxemburg-Platz ab 2026 (?) Theater und ggf. Tanz machen lassen will.

https://www.nachtkritik.de/medienschau/medienschau-sz-wer-leitet-kuenftig-die-berliner-volksbuehne
Medienschau Alexander Scheer: Künstler statt Quotenerfüller
Die sollen mal jemanden wie den Hartmann holen. Einen richtigen Künstler mit Erfahrung braucht die Stadt. Ich sehe schon zwei 30 jährige als Doppelspitze irgendwelche Drag Queen Partys schmeißen. Vielleicht darf auch ein einziges Haus in Berlin mal weniger Glitzer und dafür mehr Kunst vertragen. Aber nach der Wahl des neuen Kultursenators ist da echt wenig Hoffnung, dass da nicht irgendeine Quote erfüllt werden will oder der nächste Verwalter statt Künstler ins Amt kommt.
Medienschau Alexander Scheer: Antifeminismus nicht dulden
"Irgendwelche Drag Queen Partys" und "Kunst statt Glitzer" ist eine antifeministische Position die nichts als beschämend, verletzend und gewaltvoll ist. Wir als Kunst - und Kulturschaffende stehen in der 100%igen Verantwortung ein Bild der Gesellschaft abzubilden und neue Denk - und Handlungsimpulse zu geben. Das zwanghafte Aufrechterhaltenwollen patriarchaler Kulturgüter und Strukturen muss als Nährboden für Gewalt verstanden werden.
Unterdrückung findet subtil statt. Nicht aus Spaß sind wir Feminist:Innen, sondern weil wir müssen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen aufgrund ihrer politischen Position abgewertet werden. Der Kommentator Bernd hat dies mit seinem Beitrag getan. Lieber Bernd, bitte sieh davon ab deinen Hass weiter zum streuen und lies ein paar gute Bücher, damit du den Anschluss nicht verlierst. Selbst einem konservativen Menschen wie dir, wünsche ich, sich nicht erneut zu blamieren. Bless you.
Medienschau Alexander Scheer: Die alte Frage
@6: Stellt sich die alte Frage "Wo fängt Gewalt an?" Vielleicht auch beim ungefragten Duzen? Und: Ist Gewalt gegen Gewalt legitim?
Medienschau Alexander Scheer: Cringe
Almans sind so cringe wenns um Kunstdebatten geht… (...)
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