Medienschau: Spiegel – Interview mit Joe Chialo
"Es ging mir nie um Posten oder Titel"
"Es ging mir nie um Posten oder Titel"
6. Oktober. 2025. Der Berliner Kultursenator Joe Chialo trat im Mai dieses Jahr von seinem Amt als Berliner Kultursenator zurück. Im Interview mit Felix Bayer und Ulrike Knöfel auf Spiegel Online spricht er über den Rückzug aus dem tagespolitischen Geschäft.
Für ihn habe damals die "historische Haushaltskrise" und der Terror des 7. Oktobers den Kulturbetrieb massiv verändert und seine Arbeit völlig neu bestimmt: "Für mich war es entscheidend, nicht mit Floskeln durchzukommen, sondern Haltung zu zeigen und umzusetzen."
Er schlug damals eine Antisemitismusklausel vor, die Kulturbetrieben Fördermittel streicht, wenn sie antisemitisch, rassistisch oder diskriminierend agieren. Diese Klausel war juristisch jedoch nicht haltbar. Rückblickend schlägt er vor, "solche Fragen klarer in der Haushaltsordnung zu regeln". Weiter sagt er: "Natürlich ist die Umsetzung im Detail schwierig. Aber wir haben die Pflicht, Steuergelder so einzusetzen, dass unsere demokratische Grundordnung geschützt bleibt. Spannend ist: Niemand hat mich jemals gefragt, warum wir auch Rassismus ausdrücklich genannt hatten. Das zeigt, wie selektiv Debatten oft geführt werden."
Gleichzeitig spricht er sich dafür aus, dass Deutschland seine Teilnahme am ESC zurückziehen sollte, wenn Israel nicht antreten darf: "Ich halte es für falsch, einen solchen Streit auf dem Rücken der Künstlerinnen und Künstler auszutragen. Der Krieg im Gazastreifen hat unzählige Opfer gefordert – niemand darf das verharmlosen. Aber eine Ausladung Israels wäre reine Symbolpolitik und falsch, sie ginge auch an jenen im Land vorbei, die selbst Kritik üben an der Regierung".
Dass Wolfram Weimer anstatt Chialo Bundeskulturminister geworden ist, sieht er gelassen: "Sicher gäbe es Nuancen, in denen ich anders vorgegangen wäre, andere Akzente gesetzt hätte. Ich gehe jetzt aber gerade einen anderen Weg und genieße die Aufbruchstimmung." Chialo arbeitet seit seinem Rücktritt wieder als Musikmanager, unter anderem für "Santiano".
Das gesamte Interview lesen Sie auf Spiegel Online (€).
(Spiegel Online / vk)
mehr medienschauen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne





neueste kommentare >