Medienschau: Berliner Zeitung – Führende Kulturplayer zu den Kürzungen
In der Abwärtsspirale
In der Abwärtsspirale
29. November 2024. In der Berliner Zeitung spricht Ulrich Seidler mit dem BE-Intendanten Oliver Reese und dem Geschäftsführenden Direktor der Deutschen Oper Berlin, Thomas Fehrle, der gleichzeitig der Berliner Landesvorsitzende des Bühnenvereins ist, über die aktuellen Kulturkürzungen. Beide seien, so Seidler im Intro, "richtig sauer" auf Berlins Kultursenator Joe Chialo.
"Das Fatale ist, dass die übers Knie gebrochenen Zahlen, die zugegebenermaßen nicht mal mit der Kulturverwaltung abgestimmt wurden, verstetigt werden sollen", mahnt Reese im Interview. "Im Frühjahr oder Sommer 2026 werden wir auf die tatsächlichen 2025er-Zahlen gucken. Es ist ja keineswegs gesagt, dass selbst bei allen Kraftanstrengungen die geforderten Einsparsummen in den Häusern auch wirklich erreicht werden. Und diese roten Zahlen werden dann in den nächsten, wiederum unterfinanzierten Haushalt mitgeschleppt. So entsteht eine Abwärtsspirale, die für die GmbHs, wie das Berliner Ensemble eine ist, mittelfristig in die Insolvenz führen kann."
Thomas Fehrle spricht von "völlig absurden Situationen": "Man saniert das Theater an der Parkaue, die Räumlichkeiten sind jetzt in Schuss. Darauf kann der Senat stolz sein, das ist der richtige Weg. Aber jetzt haut er ihnen eine Kürzung von 800.000 Euro plus Lohnsteigerungen vor den Latz, sodass das Theater de facto nicht mehr spielen kann. Oder das Rambazamba-Theater. Die haben 500.000 Euro Zuschuss, kooperieren mit den großen Häusern dieser Stadt, bringen Stars dazu, mit ihnen zu arbeiten und zu spielen, die machen das bis zur Selbstausbeutung. Und zack, einfach reingegriffen." Und da hätte man noch gar nicht über die freie Szene gesprochen: "Die Leute mit den Projektfördermitteln sind sofort dran, weil sie natürlich keine Rücklagen haben", so Fehrle.
Sein Fazit: "Nur dass klar ist: Das sind Dimensionen, die es so noch nicht gab. Da hilft es wenig, hier und da etwas wegzulassen. Um vernünftig zu sparen, müsste das jetzige Volumen halbiert werden, wir brauchen mehr Zeit, einen konstruktiven Dialog mit der Politik und eine Perspektive, die diese kurzfristigen Kürzungen nicht über 2025 hinaus verstetigt. Berlin hat nicht viel mehr als seine vielfältige Kulturlandschaft."
Das komplette Interview ist hier nachzulesen.
(Berliner Zeitung / cwa)
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