Medienschau: Berliner Zeitung – Kurator Matthias Lilienthal über sein Berliner Festival Performing Exiles
Communities sichtbar machen
Communities sichtbar machen
7. Juni 2023. "Wir wollen Berlins verborgenen Szenen zu Sichtbarkeit verhelfen", sagt Matthias Lilienthal im Interview mit Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung. Sein neues bei den Berliner Festspielen angesiedeltes "Performing Exiles" Festival habe zum Ziel, Perspektiven von verschiedenen Communitys abzubilden.
"Es wäre ein großer Erfolg für das Festival, wenn wir zu den jeweiligen Inszenierungen immer auch einige Muttersprachler:innen gewinnen würden", aber natürlich sei es "ein Festival für die Berliner:innen".
"Wir sind ein Land und eine Stadt, wohin es migrantische Künstler:innen zieht, und wenn es so etwas wie eine integrierte Gesellschaft geben soll, heißt das, dass wir ihnen einen Zugang zu den Förderungsmöglichkeiten ebnen müssen" sagt Lilienthal. "Das tun wir mit diesem Festival, es ist ein erster ganz materialistischer und praktischer Schritt der Sichtbarmachung. Wenn das gelingt, bin ich glücklich."
Zu Spannungen zwischen den verschiedenen Communities, die er mit russischen und ukrainischen Künstler:innen im Programm adressiert: "Ich verstehe die Beweggründe, aus denen Ukrainer jetzt russische Kultur boykottieren. Diese Kultur – etwa ein Dostojewski mit seinem Panslawismus – hat etwas zu tun mit dem, was heute passiert. Das lässt sich ebenso wenig verleugnen wie die Anteile der deutschen Geisteskultur, die den Faschismus befördert haben. Frieden schaffen durch Kunst? Das ist zu viel gehofft."
(Berliner Zeitung / sd)
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