Medienschau: Die Welt – Kleine Geschichte der Theatersubventionen

Die Industrie wird mehr gepäppelt

Die Industrie wird mehr gepäppelt

5. Januar 2025. Aus gegebenem Anlass hat sich Jakob Hayner mit der Geschichte der Theatersubventionen befasst - von Goethe bis in die Gegenwart.

Schon den Weimarer Dichterfürsten, der auch ein prominenter Theatermacher seiner Zeit gewesen ist, hat Hayner zufolge die Frage umgetrieben, ob zu viel Geld aus der Fürstenschatulle nicht zu Kunstbeamtenmentalität führt. Hayner streift in seinem kurzen Ritt durch die Geschichte der Theatersubvention die Zeit, als die Hoftheater im 18. Jahrhundert wandernde Schauspieltruppen an ihre Häuser zu binden begannen. Er schaut in die Jahre der Reichsgründung nach 1871 über die 1920er Jahre zu Theaterunternehmern, wie Max Reinhardt, die Kunst und Gechäft kongenial zu verbinden wussten, die gleichgeschaltete Nazizeit, zwei deutsche Staaten bis in die Gegenwart.

"Und heute? Stehen wir vor dem 'Kulturinfarkt', wie bereits 2012 gewarnt wurde?" fragt Hayner. Als Subventionsempfänger stünden die Theater auch nicht allein da. "Wird auf Berliner Bühnen so schlecht performt wie bei den mit Milliarden 'geretteten' Finanzkünstlern der Banken? Auch die Industrie wird immer mehr gepäppelt, nicht nur bei Rüstung oder undurchsichtigen Impfstoffdeals. Warum stößt man sich so sehr an der Kultur? Immerhin scheint der gesellschaftliche Schaden, den sie anrichten kann, gering und der Nutzen überschätzt."

(Die Welt / sle)

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