Medienschau: FAZ – Streit beim Stuttgarter Ballett

Teure Trennung

15. Mai 2025. In der FAZ resümiert Wiebke Hüster die Streitigkeiten um Mikhail Agrest, den Musikalischen Direktor des Stuttgarter Balletts. 

"Die stolze Summe von 50.000 Euro lässt es sich das Stuttgarter Ballett unter seinem Direktor Tamas Detrich kosten, sich mit einer Nichtverlängerung zum 31. August 2025 von seinem beim Orchester, den Tänzern und Gastchoreographen beliebten und von der Kritik gelobten Musikalischen Direktor des Stuttgarter Balletts zu trennen", so Wiebke Hüster in der FAZ (15.5.2025). 

Die sinnlose, aber für die Staatskasse teure Trennung von Mikhail Agrest ist der letzte Schritt des Ballettdirektors Detrich auf dem konsequenten Weg, der Streit fortzsetzen, der schon unter seinem Vorgänger Reid Anderson begann.

(faz.net / sik)

Kommentare  
Medienschau Stuttgarter Ballett: Spärlich
Eine spärliche, geradezu schwäbische Nachricht. Wir erfahren die Höhe der Abfindung, aber nicht die vorgeschobenen oder tatsächlichen Gründe für die Entlassung.
Medienschau Stuttgarter Ballett: Armutszeugnis
Es ist wirklich ein Armutszeugnis für Tamas Detrich und das Stuttgarter Ballett und scheint einmal mehr den Eindruck zu bestärken, dass die Qualität der Wiedergabe der Musik zu Choreografien für den Großteil der tänzerischen Kreativen absolut zweitrangig ist. Der Unterschied zwischen Neueinstudierungen von Balletten, die Herr Agrest in Stuttgart musikalisch geleitet hatte, zu denen bisheriger "Partiturverwalter" am Pult, war eklatant. Manche Aufführungen waren reif für eine CD-Einspielung. Dass man so einen ernsthaft arbeitenden Künstler auf Grund von Bequemlichkeit und mangelndem Interesse an der Auseinandersetzung mit der musikalischen Interpretation für unglaubliche 50.000 EURO entlässt, sollte nicht nur in Zeiten knapper Kassen und drohender Sparnahmen ein Grund sein, Tamas Detrich und den geschäftsführenden Direktor zur Verantwortung zu ziehen!
Medienschau Stuttgarter Ballett: Ach so gute Kritiken
"Der Dirigent Mikhail Agrest peitscht dazu das Staatsorchester durch die „Apotheose des Tanzes“, wie Beethovens Siebte von Wagner genannt wurde" Südwestpresse vom 03.02.2024

"Sehr flott unterwegs war auch das Staatsorchester unter Ballettdirigent Mikhail Agrest, so flott, dass sich manche im Publikum um das Wohl der dazu Tanzenden sorgten." Stuttgarter Nachrichten vom 03.08.2024

"Mikhail Agrest dirigierte im ersten Stück erneut zu schnell" Reutlinger Generalanzeiger vom 17.01.2025

"weil Dirigent Mikhail Agrest geradezu durch Beethovens Musik hetzte, vor allem im vierten Satz. (...) Dennoch sieht es merkwürdig aus, wenn sich das Stück zum Wettbewerb zwischen Tänzern und Orchester entspinnt, wo eigentlich ein Miteinander sein sollte. Agrest, der bekanntlich juristisch gegen seine fristlose Entlassung als Musikdirektor des Balletts vorging und nun doch wieder am Pult steht, hatte das Tempo nicht nur hier, sondern bereits in „Initialen R.B.M.E.“ oder im Pas de trois in „Romeo und Julia“ viel zu stark angezogen und legt augenscheinlich wenig Wert auf tänzerfreundliches Dirigieren. Aber auch Beethoven steht diese Hektik nicht." Dance for You Magazin, 04.02.2024

Die FAZ-Kritikerin war in keiner einzigen Stuttgarter Aufführung mit Agrest, jedenfalls hat sie nie eine besprochen.
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