Medienschau: FAZ, SZ – Krise beim Hamburg Ballett

Tänzer schlagen Alarm

Tänzer schlagen Alarm

9. Mai 2025. Demis Volpi leitet das Hamburg Ballett als Nachfolger von John Neumeier seit Beginn dieser Spielzeit. Aber nach sieben Monaten steckt es offensichtlich tief in der Krise.

In der FAZ (8.5.2025) berichtete Wiebke Hüster, dass fünf der elf Ersten Solist*innen gekündigt hätten, "alle aus Unzufriedenheit mit dem Führungsstil und dem Arbeitsethos, der künstlerischen Qualität der Arbeit von Volpi". 36 von 63 Tänzer*innen haben zudem einen Brief an Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda unterzeichnet, in dem die Enttäuschung über diese wichtigste Hamburger Personalfehlentscheidung in der Kunst deutlich zutage trete. "Volpi, sagen die Tänzer, muss ausgewechselt werden, bevor noch größerer Schaden entsteht", so die FAZ.

Peter Laudenbach greift die Causa heute in der Süddeutschen Zeitung (9.5.2025) auf und benennt die Vorwürfe aus dem Brief an Brosda: "mangelndes künstlerisches Niveau, 'schlechte Kommunikation, fehlende Transparenz', eine 'oft abschätzige Haltung' und ein 'toxisches Arbeitsklima'". Der Erste Solist Alexandr Trusch, der zu Ende dieser Spielzeit gekündigt hat, habe den Protest in einem Interview mit dem NDR besonders drastisch formuliert, "wenn er dem neuen Intendanten nicht nur einen Mangel an Führungskompetenz, sondern auch Missachtung der künstlerischen Qualität der Ballett-Compagnie vorwirft: 'Das wird alles in den Mülleimer geworfen'".

"Dass nicht jeder Neumeier-Star glücklich über den Wechsel ist, muss nicht allein am neuen Intendanten liegen", so Laudenbach, der weiter schreibt: "Volpi betont seine Dialogbereitschaft und erklärt, er nehme 'die im Brief geäußerte Kritik sehr ernst'. Ihn irritiere allerdings, 'dass die geäußerten Sorgen nicht im direkten Dialog mit mir besprochen wurden'. Offenbar hat er von dem Brief erst aus der Kulturbehörde erfahren." 

(sueddeutsche.de / faz.net / sik)

 

 

 

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