Medienschau: MDR – Problematisches Gastspiel in Leipzig
Mit Beigeschmack
Mit Beigeschmack
25. November 2025. In Leipzig kam das Theaterstück "And Here I Am" dank einer privaten Initiative zur Aufführung, nachdem es im letzten Jahr wegen Antisemitismus-Vorwürfen von der eure-scene ausgeladen wurde. Der MDR berichtet.
In der Produktion "And Here I Am" des Freedom Theatrs in Jenin verarbeitet der palästinensische Schauspieler Ahmed Tobasi seine Biographie als Kämpfer und Künstler im Nahost-Konflikt.
"Es sei ein 'toll geschriebenes' und 'toll gespieltes' Stück, urteilt MDR KULTUR-Kritiker Matthias Schmidt nach der Deutschlandpremiere, die in der Alten Handelsbörse im Zentrum Leipzigs stattfand, heißt es auf der Website des MDR. "Die Gegnerschaft zu Israel sei im Stück nicht zentral. Stattdessen bestehe die Qualität des Stücks laut Schmidt darin, "dass am Beispiel dieses jungen Mannes darüber nachgedacht würde, wie man eigentlich mit dieser schrecklichen Lage umgehen soll", so der MDR weiter.
Der Kritiker bedauert, dass das Gastspiel nicht auf dem Festival euro-scene stattgefunden habe, denn: "'Die Inszenierung im Mittelpunkt dieses Abends ist eine wunderbare Diskussionsgrundlage. Aber es birgt eben auch ein paar Risiken, das alles privaten Veranstaltern oder Aktivisten alleine in die Hand zu geben, die sich keine Mühe geben, mögliche Antisemitismusvorwürfe oder Gewaltaufrufe zu entschärfen', meint der Kritiker über einen wichtigen Abend mit Beigeschmack“, fasst der MDR zusammen.
(mdr.de / chr)
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Das auch Narrative brandgefährlich sein können, sollte doch allen klar sein. Da muss man nicht so naiv auf Tobasis Arbeit oder auf das Freedom Theater schauen. Man muss in dem Zusammenhang auch nicht mehr Israel erwähnen, um zu wissen, wer der "Böse" in der Geschichte sein soll. Er gibt selbst zu verstehen, was der Zweck seiner künstlerischen Arbeiten sind: nämlich eine kulturelle Intifada, mit der sie auch in der kulturellen Spähre die diskursive Hegemonie und Deutungshoheit über den Israel-Palästina-Konflikt erlangen wollen. Ob man nun selbst zu den Waffen greift (wie Tobasi es ja auch gemacht hat) oder andere durch solche Narrative dazu bringt, zu den Waffen zu greifen (alle Kinder von Arna Mer-Chamis ersten Theatergruppe sind Terroristen geworden - siehe die Doku von Freedom Theater "Arna's Children"), spielt beim übergeordneten Ziel (die Zerstörung Israels in seiner Form als Jüdischer Staat) keine Rolle. Aber mit tatsächlichem Antisemitismus hat das ganze natürlich nichts zu tun.
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(Liebe*r Alphaomega, im Sommer 2024 sollte das Freedom Theatre im Rahmen des Festiwalla an der Volksbühne gastieren - aber mit einem anderen Stück. Hier die Hintergründe: https://dev.volksbuehne.berlin/de/repertoire/my-age-14-15. Schöne Grüße aus der Redaktion, sd)