Medienschau: Standard – Ferdinand Schmalz' Klagenfurter Rede
Was in Text und Welt scheiße läuft
Was in Text und Welt scheiße läuft
27. Juni 2024. Der Standard bringt Auszüge aus der Eröffnungsrede von Ferdinand Schmalz zu den Klagenfurter Tagen der deutschsprachigen Literatur (vulgo Bachmann-Preis).
Schmalz widmet sich dem Topos der Krise und sucht jene Form der "schreibkrise", "wo man in aller bitterkeit dieses moments die dinge glasklar sieht, in dem plötzlich das, was mit dem text scheiße läuft, genau mit dem zusammenfällt, was mit der welt scheiße läuft".
Die Kunst, so Schmalz, liegt "im verlernen. was sich heute auch an den großen problemen zeigt, vor denen unsere generation steht. im suchen neuer, umweltschonender lebensweisen sind wir findig wie noch nie. wie aber verlernen wir unsere alteingesessenen gewohnheiten, für die die ressourcen von drei planeten nicht reichen würden? wie verlernen wir den hass, den allgegenwärtigen alltagsrassismus? wie verlernen wir den krieg?“
Der Vortrag widmet sich der Correctiv-Recherche zu rechten "Remigrationsplänen" und allgemeiner der Gefährdung des Rechtsstaats. Und er benennt das Problem von Kritik: "wir verbleiben viel zu oft im augenblick einer schnappatmigen panik, in alarmismus und reflexhaftem sofortismus." Schmalz fragt: "wo jene texte sind, die uns mehr als die dringlichkeit eines katastrophenkapitalismus weiterreichen."
(standard.at / chr)
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