Medienschau – Stimmen zum Aus von Berlins Kultursenator Joe Chialo
"Ihm fehlte Wissen und Erfahrung"
"Ihm fehlte Wissen und Erfahrung"
3. Mai 2025. Mehrere Zeitungen kommentieren Joe Chialos Rücktritt als Kultursenator der deutschen Hauptstadt.
"Chialos Auftreten wirkte erratisch, oft war er bei wichtigen Veranstaltungen auch gar nicht präsent oder verschwand schnell wieder. Sehr empfindlich für Kritik, soll er einen autoritären Stil entwickelt haben, wie von Kennern der Verhältnisse in der Brunnenstraße erzählt wird. Vor allem aber fehlte ihm die Hausmacht in der CDU", schreibt Rüdiger Schaper vom Tagesspiegel (2.5.2025). "Immerhin hat er mit dem Engagement von Matthias Lilienthal als künftigem Intendanten der Volksbühne - gut beraten von Experten - die richtige Entscheidung getroffen."
Chialo habe das nötige Wissen über das Wirtschaften von Theatern, Opern und Museen gefehlt, schreibt Tobi Müller auf Zeit Online (2.5.2025). Politisch sei er zudem unerfahren gewesen. "Nicht nur gegen Widerstände von außen, sondern vor allem gegen solche von innen, aus seiner eigenen Partei und vom Koalitionspartner SPD, hat sich die Unerfahrenheit augenscheinlich als ungünstig erwiesen."
"Die Probleme in Chialos Amtszeit waren nicht zu übersehen. Neben dem kläglichen Einsatz für den Kulturetat und einem mangelnden Feingefühl für die Berliner Kulturszene – insbesondere abseits des prestigeträchtigen oder kommerziell-popkulturellen Mainstreams – machte Chialo vor allem mit seiner umstrittenen, schlecht gestrickten und folgerichtig rechtlich nicht haltbaren Symbolpolitik um die 'Antisemitismusklausel' von sich reden, mit der er die Förderung antisemitischer und rassistischer Inhalte mit öffentlichen Mitteln verhindern wollte", so Hilka Dirks von der taz (2.5.2025).
"Es wird nicht mehr Joe Chialo sein, der die Axt an 'bundesweit bekannte Kultureinrichtungen' anlegen muss, von denen er in seiner Rücktritterklärung spricht", schreibt Boris Pofalla von der Welt (2.5.2025). "Wenn es, wie Chialo andeutet, zu Schließungen kommt, etwa einer großen Oper oder eines bekannten Theaters, dann wird dieser Einschnitt nicht mehr an seiner Person hängen bleiben, sondern an demjenigen, der am Ende wirklich bestimmt, wofür in Berlin Geld ausgegeben wird: am Regierenden Bürgermeister Kai Wegner."
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