Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Kaputtsparen der Kultur in München?
Es klafft ein Loch
Es klafft ein Loch
12. Oktober 2024. "Es klafft dieses hässliche Loch im Haushalt der Münchner Kultur“, berichtet die Süddeutschen Zeitung. Droht den Theatern der Stadt das "Kaputtsparen"?, fragt die SZ-Autor Heiner Effern und hat sich bei Verantwortlichen in Kunst und Politik umgehört.
Im Haushalt der Stadt fehlten nach aktuellem Stand 200 Millionen Euro, von denen das zuständige Referat "Stand jetzt 16,8 Millionen Euro" schultern müsse. "Das übertrifft den Anteil der Kultur bei den städtischen Gesamtausgaben etwa um das Dreifache", schreibt Heiner Effern in der SZ. Dieser Sparbetrag werde nur "mit herben Einschnitten aufzubringen sein. Denn die städtischen Theater müssen bis jetzt die enormen Tarifsteigerungen der vergangenen Jahre selbst tragen, was ihnen zu schaffen macht", so Effern.
Intendantin Barbara Mundel von den Kammerspielen lässt sich zitieren: "Diese Summen bedeuten das Aus für die Kammerspiele". Das Haus ist gemeinsam mit der an sie angeschlossenen Schauburg und der Otto-Falckenberg-Schule der größte Zuschussempfänger der Stadt (rund 40 Millionen Euro jährlich).
Der scheidende Kultur Anton Biebl (parteilos) verweist dagegen auf Steigerungen im Kulturetat von 2020 bis 2024 um insgesamt rund 60 Millionen Euro. "Der Zuwachs im Kulturetat lag seit 2019 um 7,6 Prozent höher als die Inflation, hat die Kämmerei ausgerechnet", schreibt die SZ.
Viel Geld sei jedoch zuletzt in die Sanierung von Kulturstätten geflossen. "Schöne Steine, mag man meinen, die nichts nützen, wenn kein Geld mehr da ist, um drinnen zu spielen", so die SZ.
Größere finanzielle Probleme erwartet Biebl erst für die kommenden Jahre, sofern die Stadt weiterhin hart sparen müsse. Die Theaterverantwortlichen würden "auch den Blick nach innen richten müssen. Im Sinne einer finanziellen Nachhaltigkeit müsse auch die Frage erlaubt sein, sagt Biebl, wie viel Geld zum Beispiel in ein einziges Bühnenbild flösse und wie oft es dann verwendet werde", heißt es im SZ-Artikel.
(sueddeutsche.de / chr)
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