Medienschau: SZ – Ausstellung über Schlingensief in Berlin
"Christoph, wirf die Kettensäge an"
17. September 2024. "Die Gegenwart ist deprimierend. Christoph Schlingensiefs fröhliche Ideologiezerstörung war es nicht", heißt es in der Süddeutschen Zeitung über eine Schlingensief-Ausstellung, die am Wochenende im Rahmen der Berlin Art Week eröffnet wurde.
"Da hängt sie also, leicht verblichen, die gute Laune der jüngeren Vergangenheit. Ein grauer Rennfahreranzug. Der Aktionskünstler und Theatermacher Christoph Schlingensief trug ihn vor einem Vierteljahrhundert, als er die Partei 'Chance 2000' gründete, ein heiterer Misserfolg", so Philipp Bovermann in der Süddeutschen Zeitung (17.9.2024) über die Ausstellung in der Berliner Galerie Crone. Wer sich von ihm Erbauung erhoffte, "für den gab es eine Beschallung mit Wagner. Die 'Deutschlandsuche' ist einer von drei Schwerpunkten der Ausstellung".
Alle bedienen sich heute bei Methoden der Medienmanipulation, die Schlingensief damals ausprobiert habe wie ein Kind beim Spielen. "Seine Erben finden sich beim 'Zentrum für Politische Schönheit' oder dem 'Peng Kollektiv', im breiten Graubereich zwischen Aktivismus und künstlerischen Interventionen."
Es liege nun schon der Abstand eines Zeitalters zwischen heute und dem Jahr 2010, als er starb. "Und eines ist klar: Wenn Christoph Schlingensief mit einer Zeitmaschine in die Gegenwart käme, dann nicht, um uns zu retten. Macht es gefälligst selbst, hätte er gerufen."
(sueddeutsche.de / sik)
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