Medienschau: taz – Diverse Casts in Theater und Fernsehen
Total heterogene Truppe
Total heterogene Truppe
3. November 2025. Das deutsche Fernsehen ist diverser geworden. Was hat das Berliner Maxim Gorki Theater damit zu tun? Das hat Eva Behrendt für die taz recherchiert.
"Zu Beginn der letzten Spielzeit der Intendanz von Shermin Langhoff wird einem klar, wie stark die Präsenz von Gorki-Spieler:innen mittlerweile auch in TV, Streamern und Kino geworden ist", so Eva Behrendt in der taz (3.11.2025). Im mit Sicherheit diversesten Stadttheaterensemble der Bundesrepublik erhielten sie zusammen mit queeren und jüdischen Spieler:innen eine neue Sichtbarkeit. "In der Folge der Flüchtlingswelle aus Syrien ergänzte Langhoff ihr Haus obendrein um ein Exilensemble. Und wenn Schauspieler:innen doch weiß und hetero waren, kamen sie aus der ostdeutschen Provinz." Habe das dazu beigetragen, dass migrantisch gelesene Spielerinnen inzwischen selbstverständlicher Rollen von Akademikern oder Staatsbeamtinnen übernehmen?
Die Berliner Casting-Direktorin Suse Marquardt halte das für ein "großes Missverständnis" zu glauben, dass Casterinnen erst mit dem Gorki begonnen hätten, diversere Besetzungen vorzuschlagen. Man sei nur über Jahre auf einen "Bodensatz von breiter Ignoranz" gestoßen. "In manchen Pitches wurde es leichter, wenn ich auf eine Karriere an einer staatlichen Bühne, etwa dem Gorki, verweisen konnte." Dass auch unabhängig vom Gorki "Bewegung in die Sache" gekommen sei, wird Marquardt zitiert, läge nicht zuletzt daran, "dass sich seit den 1990er und nuller Jahren immer mehr Menschen aus Migrationsfamilien in entsprechenden künstlerischen Ausbildungen und Berufen etablieren. Auch das Gorki hat von Anfang an davon profitiert".
Behrendt hat auch mit Sesede Terzyian und Dimitrij Schaad gesprochen, die den Backlash befürchten. "'Das könnte natürlich auch alles wieder zurückgefahren werden', merkt Schaad mit Blick auf die USA an. Suse Marquardt nimmt eine 'neue Angst wahr, migrantische Spieler:innen als Antagonisten zu besetzen, etwa als korrupter Anwalt, um keine Ressentiments zu schüren oder zu bekräftigen'."
(taz.de / sik)
mehr medienschauen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne





neueste kommentare >