Presseschau vom 12. März 2010 - Stefan Keim portraitiert den New Yorker Regisseur Richard Maxwell
Wider alle Konventionen
Wider alle Konventionen
12. März 2010. Als "Purist der Freiheit" portraitiert Stefan Keim in der Tageszeitung Die Welt (12.3.2010) den New Yorker Theatermacher Richard Maxwell, der morgen in Bonn sein neues Stück Das Mädchen uraufführt. Seine Aufführungen seien sperrig und spröde. Schauspieler sollten bei ihm nicht brillant sein, oft behielten sie den ganzen Abend lang einen Tonfall. Weder Bühnenbilder, noch Beleuchtungseffekte, oft nicht einmal Bewegungen sollten von Texten und Geschichten ablenken. Die Zuschauer könnten sich Maxwell-Abende anschauen wie Installationen. Niemand soll vorgegeben werden, was er fühlen soll. "Die emotionale Frage muss ungelöst bleiben.
"Maxwell, schreibt Keim, gelte als einer der radikalsten Theatermacher der Gegenwart. In Bonn inszeniere er sein neues Stück "Das Mädchen", darin sprächen die Schauspieler eine Dreiviertelstunde lang kein Wort. Der Text werde auf die Rückwand projiziert. Realismus wechsele mit Reflexion. "Ironie ist ein Zeichen der Unreife", stehe da zum Beispiel an der Wand. Richard Maxwell meine das ernst, obwohl er in vielen Aufführungen zuvor sehr ironisch mit amerikanischem Mythen gespielt habe. Aber er breche eben auch seine eigenen Konventionen. Wenn man sich einmal an seinen besonderen Stil gewöhnt habe, probiert er im nächsten Stück etwas anderes aus. Für "Das Mädchen", bei dem er mit seinem Ensemble, den New York City Players, und Bonner Schauspielern arbeite, habe Maxwell die Mittel noch mehr reduziert: "Ich will töten, was wir zuvor getan haben."
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