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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 25. April 2018 – Zürcher Zeitungen schreiben über das Ende der Schauspiel-Ausbildung am Theater Hora

Die Kehrseite des Erfolgs?

Zürich, 25. April 2018. Ev Manz berichtet im Zürcher Tages Anzeiger (online 24.4.2018, 11:37 Uhr) über das Ende der zweijährigen professionellen Schauspielausbildung mit anschließendem Praxisjahr, die seit zehn Jahren vom inklusiven Theater Hora in Zürich angeboten worden war.

Presseschau vom 23. April 2018 – Frank Castorf blickt im Spiegel-Interview zurück auf den Streit um die Berliner Volksbühne

Im Meer der Feindseligkeit

23. April 2018. Im aktuellen Spiegel (Nr. 17/2018) stellt sich Ex-Volksbühnen-Intendant Frank Castorf zum Interview mit dem Theaterkritiker Wolfgang Höbel und also zum Rückblick auf den Volksbühnen-Streit um seine Person und die seines gescheiterten Nachfolgers Chris Dercon.

Presseschau vom 27. März 2018 – Die Frankfurter Allgemeine Zeitung denkt nach dem Selbstmord des schwedischen Theaterleiters Benny Fredriksson über die Verantwortung der Presse in der #MeToo-Kampagne nach

Von Presse in den Selbstmord getrieben?

27. März 2018. Nicht nur in Schweden hat der Selbstmord des Stockholmer Schauspielers und Theaterleiters Benny Fredriksson eine Debatte über die Rolle der Medien in der #MeToo-Debatte ausgelöst. Der 58 Jahre alte Fredriksson war im Dezember 2017 nach 16 Jahren als Direktor des Stadttheaters Stockholm zurückgetreten, nachdem ihm in der Boulevardzeitung Aftonbladet ein sexistischer Führungsstil vorgeworfen worden war. Am 17. März 2018 nahm sich Fredriksson auf einer Reise das Leben. Daraufhin hatten schwedische Theaterleute, darunter Fredrikssons Nachfolger, "den Medien" eine "Treibjagd" vorgeworfen, die zu Fredriksson Selbstmord geführt habe.

Presseschau vom 25. März 2018 – Ersan Mondtag fordert einen Aufschrei, weil die CSU sich wider die Intendanz von Matthias Lilienthal an den Münchner Kammerspielen positioniert hat

Einmischung ist Anmaßung

25. März 2018. Im Spiegel-Interview regt sich Regisseur Ersan Mondtag "sehr darüber auf", dass mit der Intendanz Matthias Lilienthals 2020 Schluss sein soll (Lilienthal hatte sich aufgrund "fehlenden Rückhalts" selbst gegen eine Vertragsverlängerung entschieden, das Ensemble hat sich daraufhin hinter Lilienthal und seine künstlerische Linie gestellt): "Es sollte uns alle alarmieren, was da grade in München passiert." Dass Richard Quaas, der kulturpolitische Sprecher der CSU, auf Facebook als Kammerspiele-Maßstab "deutsches Sprechtheater" statt experimenteller Bühnenkunst ausgerufen habe, sei eine "Anmaßung", so Mondtag. Es könne "nicht sein, dass Politiker Theaterleuten inhaltlich oder formal vorgeben, wie sie ihre Arbeit zu machen haben." Man könne Programm oder Auslastungszahlen kritisieren, "aber die Einmischung in die künstlerische Arbeit ist höchst problematisch."

Presseschau vom 13. März 2018 – Der Schauspieler Franz Rogowski im Interview mit critic.de

Zuwenig Glanz

13. März 2018. "Ich kann die Sehnsucht verstehen, dass man große Monologe sehen will, die mit feurigem Atem an der Bühnenrampe vorgetragen werden, dass man auch eine Sehnsucht hat nach Theater, wie man es aus der guten alten Zeit kennt", sagt Franz Rogowski, der bis letzten Sommer dem Ensemble von Matthias Lilienthals Münchner Kammerspielen angehörte, im Interview mit dem Filmportal critic.de zur schwelenden Debatte um die Neuausrichtung des Theaters. Er glaube aber trotzdem, dass einer Stadt wie München "ein weiteres klassisches Theater nichts bringen" würde. "München sollte schon froh sein, dass es die Kammerspiele in dieser Form gibt. Wenn die Stadt ein Problem hat, dann ist es das Provinzielle und Konservative, nicht, dass da jetzt der Punk regiert."

Presseschau vom 5./6. März 2018 – Luk Perceval stellt dem Stadttheater deutschen Modells in Kleiner Zeitung/Der Standard ein schlechtes Zeugnis aus

Nur dann

5. März 2018. "Die Verwandlung des Ensembletheaters in ein Unterhaltungstheater ist nichts anderes als ein sanfter Tod", lässt sich der Regisseur Luk Perceval im Vorfeld seines Burgtheater-Debüts in der österreichischen Kleinen Zeitung zitieren. Es gebe kaum noch Regisseure, die wirklich an einem Ensemble interessiert seien. "Auch am Burgtheater gibt's eine starke hierarchische Kultur, ich erfahre hier keine Zusammenarbeit auf Augenhöhe", so Perceval. (Das Ensemble des Burgtheaters warf kürzlich seinem ehemaligen Intendanten Matthias Hartmann in einem Offenen Brief Machtmissbrauch vor.) Perceval weiter: Die Angst um die eigene soziale Sicherheit werde größer. "Das ist einer der Gründe, warum ich nicht mehr an große Strukturen glaube, sie gehen kaputt an ihrer eigenen Angstkultur."

Presseschau vom 1. März 2018 – Schriftstellerin Ivana Sajko berichtet in der ZEIT über den Rechtsruck in Kroatien und seine Auswirkungen auf die Kulturszene

Urfaschismus

1. März 2018. In der ZEIT gibt die Schriftstellerin Ivana Sajko einen Erfahrungsbericht über den Rechtsruck in Kroatien und die Auswirkungen auf die Kulturszene. Im Rückgriff auf den politischen Essayisten Marko Kostanić schreibt sie, "dass in Kroatien heute eine dezentralisierte Zensur wirkt, die durch die Vereinigungen der Kriegsveteranen und der katholischen Kirche im Namen der Regierung umgesetzt wird".

Presseschau vom 19. Februar 2018 – Die Berliner Zeitung hat sich hinter den Kulissen der Dercon-Volksbühne umgeschaut und stößt auf massive Unterbeschäftigung

Das Leid der Volksbühnen-Gewerke

19. Februar 2018. Petra Ahne hat sich für die Berliner Zeitung (18.2.2018) hinter den Kulissen der Berliner Volksbühne des Neu-Intendanten Chris Dercon umgeschaut. Es ist ein Szenario der Unterbeschäftigung und Ratlosigkeit, das sie zeichnet. Um die zweihundert Mitarbeiter der Gewerke bangen um ihren Job, weil ihre Arbeitskraft für das Programm der Dercon-Volksbühne, für das viele Produktionen von außerhalb eingekauft wurden, nicht benötigt wird.

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