medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 14. Dezember 2017 – Die Programmdirektorin der Volksbühne Berlin Marietta Piekenbrock stellt sich Nachfragen der Berliner Zeitung zur Produktionsstruktur des Hauses
"Wir wollen aus diesem Haus kein Produktionshaus machen"
14. Dezember 2017. Zur Frage, ob die Volksbühne "nun als Ensemble- und Repertoiretheater abgewickelt wurde und als ein Plattformtheater, ein Produktionshaus, ein Festspielhaus wieder aufgemacht hat", trifft Ulrich Seidler von der Berliner Zeitung (14.12.2017) die Programmdirektorin der Volksbühne Berlin, Marietta Piekenbrock, zum Interview.
Presseschau vom 11. Dezember 2017 – Der Schauspieler Jens Harzer hält die Lobrede zur Verleihung das Boy-Gobert-Preis an den jungen Kollegen Steffen Siegmund und sagt dem Intendanten des Thalia Theaters ein paar nötige Wahrheiten
Das böse Stadttheatergesicht
11. Dezember 2017. Falk Schreiber berichtet im Hamburger Abendblatt (11.12.2017) von der Feier zur Verleihung des Boy-Gobert-Preis an den Schauspieler Steffen Siegmund vom Thalia Theater.
Presseschau vom 9. Dezember 2017 – Die Münchner Abendzeitung spricht mit dem Schauspieler Thomas Schmauser, der die Münchner Kammerspiele verlässt und ans Residenztheater wechselt
Keep on rollin'
9. Dezember 2017. Thomas Schmauser, einer der Protagonisten der Münchner Kammerspiele in den vergangenen Jahren, wechselt ans Residenztheater. An der Seite von Norman Hacker debütiert er dort als Herzog von Buckingham in Michael Thalheimer Inszenierung von "Richard III.". Michael Stadler hat für die Münchner Abendzeitung mit Thomas Schmauser gesprochen.
Presseschau vom 7. Dezember 2017 – Das Hamburger Abendblatt interviewt Hamburgs Thalia-Intendant Joachim Lux zu den Gründen seiner Verlängerung
"Ich finde uns da ziemlich schlecht"
Hamburg, 7. Dezember 2017. Joachim Lux, Intendant des Hamburger Thalia Theaters, spricht im Interview mit Maike Schiller vom Hamburger Abendblatt über die Gründe, warum er noch bis 2024 weitermachen will. "Mich interessiert die politische Funktion von Theater und Kultur in unseren Städten. Wie verhalten wir Kulturinstitutionen uns angesichts der sich internationalisierenden Bevölkerung? Ich finde uns da, ehrlich gesagt, ziemlich schlecht. Das Thalia Theater finde ich da schlecht, alle anderen Theater auch, die Museen auch."
Presseschau vom 6. Dezember 2017 – Die SZ spekuliert über die neue Intendanz am Münchner Residenztheater
Geht Beck ans Resi?
6. Dezember 2017. Seit Andreas Beck, Intendant und Schauspielchef am Theater Basel, gestern verkündete, seinen Posten 2020 zu räumen, schießen die Spekulationen über seinen Weggang ins Kraut. In der Süddeutschen Zeitung vermutet Christine Dössel, dass er die ab 2019 vakante Intendanz des Münchner Residenztheaters übernehmen wolle. In Basel habe Beck eine gute Arbeit gemacht, die Auslastung gesteigert, ein starkes Ensemble gebildet. "Überhaupt arbeiten viele Frauen in Becks Team. Als Hausregisseure engagierte Beck den Schweizer Thom Luz, die Österreicherin Nora Schlocker, die Deutsche Julia Hölscher und den in Basel geborenen Australier Simon Stone, um den sich alle reißen."
Presseschau vom 30. November 2017 – Neu-Intendantin Stefanie Carp spricht in k.west über ihre Ideen für die Ruhrtriennale 2018-2020
Rebellion in alten Werkhallen
30. November 2017. Im nordrhein-westfälischen Kulturmagazin k.west spricht Andreas Wilink mit der für den nächsten Drei-Jahres-Turnus (2018-2020) amtierenden neuen Intendantin der Ruhrtriennale Stefanie Carp. Das Festival, das einstige Industriestätten des Ruhrgebiets bespielt, solle in seinem Programm "internationaler und außereuropäischer" werden. "Und ich plane eine starke politisch inhaltliche Setzung. Viele Produktionen werden sich an der Schnittstelle Musiktheater, Schauspiel, bildende Kunst und Tanz treffen und nicht eindeutig dem einen oder anderen zuzuordnen sein", kündigt Carp an.
Presseschau vom 30. November 2017 – Der Münchner Kammerspiel-Intendant Matthias Lilienthal spricht in der Berliner Zeitung über das moderne Ensemble-Theater
Hürden nehmen
30. November 2017. Im Interview mit Dirk Pilz für die Berliner Zeitung (online 29.11.2017) plädiert der Leiter der Münchner Kammerspiele Matthias Lilienthal für Ensembles, die die Diversität moderner Stadtgesellschaften abbilden, und stellt sein Haus als gutes Beispiel vor: "40 Prozent unseres Ensembles hat migrantischen Hintergrund! Das war eine mir selbst auferlegte Quote. In München leben schließlich 37,2 Prozent Menschen mit migrantischem Hintergrund." Zugleich macht er deutlich, dass man hier proaktiv tätig werden muss: "Wenn ich nur zum Vorsprechen in die Schauspielschulen gehen würde oder wenn ich nur auf die Wünsche der Regisseure reagiere würde, dann wäre das Ensemble nicht divers zusammengesetzt."
Presseschau vom 27. November 2017 – Deutschlandfunk-Interview mit dem Oberhausener Intendanten Florian Fiedler, der sich zugunsten seiner Mitarbeiter das eigene Gehalt gekürzt hat
Angstfreier arbeiten
27. November 2017. Susanne Burkhardt von Deutschlandfunk Kultur hat für die Sendung "Rang 1" (25.11.2017) mit Florian Fiedler gesprochen, seit dieser Spielzeit Intendant in Oberhausen. Er arbeitet mit dem Ensemble-Netzwerk zusammen und gehört zu den Unterstützern der Initiative "Pro Quote Bühne", hat sich das eigene Gehalt gekürzt, "um den Mitarbeitern ihre mageren Einstiegsgehälter zu erhöhen, auch Frauen und Männer gleich zu bezahlen", wie Burkhardt zusammenfasst und dies als "vorbildlichen, wegweisenden Schritt" lobt. Die Reaktionen der Intendantenkollegen seien, so Fiedler, sehr gemischt gewesen. Diejenigen, die "Angst um ihre eigenen Pfründe haben oder dass sie jetzt auch was abgeben müssten – die melden sich jetzt natürlich nicht. Ich bin aber auch noch nicht so ganz in diesen Intendanten-Netzwerken drin."
Presseschau vom 23. November 2017 – Die Medien über die Aktion des ZpS, neben Björn Höckes Wohnhaus ein Holocaust-Mahnmal zu errichten
Denkmal vor Höckes Haus
23. November 2017. Ein Holocaust-Mahnmal hat das Zentrum für politische Schönheit (ZPS) vergangenen Mittwoch neben dem Wohnhauses des AfD-Politikers Björn Höcke im thüringischen Bornhagen errichtet. Erinnern möchte das ZPS damit an Höckes Dresdener Rede Anfang des Jahres: In dieser hatte Höcke das Berliner Holocaust-Mahnmal als "Denkmal der Schande" bezeichnet, das die deutsche Geschichte "mies und lächerlich" mache. Wie reflektieren und kommentieren die Medien die neueste ZPS-Aktion gegen Rechtsextremismus?
Presseschau vom 22. November 2017 – Die Berliner Zeitung über Förderungerechtigkeit in den performativen Künsten
Nicht genug zu preisen
Berlin, 22. November 2017. Warum gelten Zirkus, Varieté und auch Musical als nicht förderungswürdig?, fragt Birgit Walter in der Berliner Zeitung. "Die Tänzerin in der letzten 'Schwanensee'-Reihe gilt unbenommen als Künstlerin, nicht aber der singende, tanzende Alleskönner, der mit grandiosen Kunststücken das gesamte Parkett verzaubert."
Presseschau vom 17. November 2017 – Die Mitteldeutsche Zeitung zum Machtkampf an den Bühnen Halle
Kabale ohne Liebe
17. November 2017. Der Machtkampf an den Bühnen Halle verschärft sich. Im Juni dieses Jahres sprachen drei Intendanten dem Geschäftsführer Stefan Rosinski ihr Misstrauen aus. Der schießt nun zurück. Die Mitteldeutsche Zeitung beschreibt den jüngsten Geschäftsbericht Rosinskis als "Generalbrechnung" mit Opern-Intendant Florian Lutz.
Presseschau vom 16. November 2017 – Volksbühnen-Intendant Chris Dercon im NZZ-Interview
Dies ist kein Theater?
16. November 2017. Über seine Gegner und Kritiker, über Kontinuität an der Volksbühne, eine Instrumentalisierung durch die Kulturpolitik und von ihm gemachte Fehler spricht der neue Volksbühnen-Intendant Chris Dercon im themenoffenen Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung.
Presseschau vom 15. November 2017 – Die Theaterwissenschaftlerin Amy Stebbins in der Zeit über Ayad Akhtars Erfolgsstück "Geächtet"
Identitärer Wolf im linksliberalen Schafspelz
15. November 2017. In der Zeit analysiert und kritisiert die Theaterwissenschaftlerin Amy Stebbins die Erfolgsgeschichte von Ayad Akhtars "Geächtet", das auf deutschsprachigen Bühnen rauf- und runtergespielt und soeben in Wien als "Stück des Jahres" mit dem Nestroy-Preis ausgezeichnet wurde.
Presseschau vom 12. November 2017 – Die Welt stellt dem Hamburger Thalia Theater kein gutes Zeugnis aus
Wo sind die starken Handschriften?
12. November 2017. In der Welt nimmt Stefan Grund die Vertragsverlängerung von Thalia-Intendant Joachim Lux zum Anlass, ein Ranking für die Hamburger Kulturszene zu erstellen. Und da sieht es nicht gut aus fürs Thalia Theater: Nach Elbphilharmonie, Staatsoper, Deutsches Schauspielhaus und Kampnagel landet es in Grunds Liste auf dem fünften und letzten Platz der großen kulturellen Einrichtungen.
Presseschau vom 6. November 2017 – Berichterstattung zum 10-jährigen Jubiläum von nachtkritik.de
Zuschauernähe oder Insidergekreisel?
6. November 2017. Für die Frankfurter Allgemeine (4.11.2017) steht nachtkritik.de "in einem krassen Gegensatz zur traditionellen Theater-Berichterstattung". Redakteur Simon Strauß sieht durch das Online-Feuilleton "den Abbau regionaler Theater-Berichterstattung kompensiert". Das Portal habe es geschafft, "die sogenannten Debatten des Betriebs auf ihre Seite zu ziehen", fragt sich jedoch, ob das tatsächlich "zu besonderer 'Zuschauernähe' oder nicht viel eher auch zu einer gehörigen Portion Insidergekreisel führt?" Schließlich bekomme man "die großartige Chance, einen Leser durch Text und Thema zu locken, der sonst mit dem Theater gar nichts am Hut hat, (…) nur im – durch seine verschiedenen Facetten überraschenden – Feuilleton einer Zeitung. Das den Laien abschreckende 'Expertentum' findet nämlich mittlerweile nicht mehr hier, sondern dort statt: in den immer offenen, nie entschiedenen Diskussionsforen der Userinnen und User von 'Nachtkritik'."
Presseschau vom 25. Oktober 2017 – Die Süddeutsche Zeitung hat Schauspieler*innen und Regisseur*innen zum Sexismus im Film- und Theaterbetrieb befragt
Systemimmanente Erotik?
25. Oktober 2017. Alle in der Film- und Theater-Welt könnten "Geschichten von sexuellen Belästigungen, Anzüglichkeiten, Übergriffen" erzählen, schreiben die fünf Autor*innen Christine Dössel, David Denk, David Pfeifer, Thorsten Schmitz und Ulrike Schuster der Süddeutschen Zeitung (23.11.2017), die im Zuge der Diskussion um Harvey Weinstein und #MeToo verschiedene Schauspieler*innen und Regisseur*innen zum Thema Sexismus befragt haben. Dabei hörten sie z.B. von dem "ehemaligen Theaterdirektor, der bei Bewerbungs- und Besetzungsgesprächen die Tür zum Büro abgeschlossen und die Rollläden heruntergelassen haben soll. Eine Informantin zitiert ihn mit den Worten: 'Über dein künstlerisches Engagement können wir ja danach noch reden.'"
Presseschau vom 13. Oktober 2017 – Der Freitag interviewt die Münchner Regisseurin Anta Helena Recke zu ihrem Remake von Anna-Sophie Mahlers "Mittelreich" an den Kammerspielen
Prinzip Schwarzkopie
13. Oktober 2017. "Meine Ausgangsfrage war: Wie kann ich im Theater die durchschlagende Desillusionierung erfahrbar machen, die man hat, wenn man zum ersten Mal versteht, dass man weiß ist? Wie kann ich etwas sichtbar machen, das so unsichtbar ist wie Whiteness?", erklärt Anta Helena Recke im Interview mit Matthias Dell im Freitag (13.10.2017) ihre Re-Inszenierung von Anna-Sophie Mahlers erfolgreicher Bierbichler-Uraufführung "Mittelreich" mit ausschließlich schwarzen Darsteller*innen. "Wenn Du das, was ist, zeigen willst, musst Du es noch mal herstellen, aber dabei eine Sache verändern: die Abweichung in der Wiederholung. Damit man die Sache selbst sehen kann."
Presseschau vom 12. Oktober 2017 – Regisseur Christopher Rüping im Deutschlandfunk Kultur über strukturellen Sexismus im Theaterbetrieb
Es fehlen die Kontroll-Gremien
12. Oktober 2017. Im Anschluss an den "Fall Harvey Weinstein" und die Debatte um Sexismus im Filmbusiness Hollywood hat sich Eckhard Roelcke für die Sendung "Fazit" auf Deutschlandfunk Kultur (11.10.2017) mit dem Regisseur Christopher Rüping über Sexismus auf den Bühnen unterhalten. Rüping meldet Zweifel an, ob er als Mann eigentlich der richtige Ansprechpartner sei, weil er lediglich "aus zweiter Hand" berichten könne. Aber er hat doch aufschlussreiche Beispiele aus dem Theaterbetrieb. Bewerbungen von Schauspielerinnen etwa würden nach Haarfarbe geordnet; in einem Bewerbungsverfahren sei der Satz gefallen: "Wir suchen nach tits and ass."
Presseschau vom 10. Oktober 2017 – Volksbühnen-Petitions-Initiatorin Evelyn Annuß in der Berliner Gazette
Vertane Chance
10. Oktober 2017. Am 9. Oktober hätte der Kulturausschuss im Berliner Parlament seine umstrittene Entscheidung für Chris Dercon als Volksbühnen-Intendanten, einen "Kurator aus der bildenden Kunst (...), der noch nie in einem Theater gearbeitet hat", überdenken können, schreibt die Berliner Theaterwissenschaftlerin Evelyn Annuß in einem Debattenbeitrag in der Berliner Gazette. "Stattdessen wurde nachträglich durchgewunken, was vor zwei Jahren ohne Beratung durch Experten hinter verschlossenen Türen entschieden worden ist."
Seite 56 von 114
meldungen >
- 20. April 2026 Kleist-Preis an Thomas Melle
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Hingehen
-
Moskitos, Karlsruhe Kritiker gesucht
-
Süßer Vogel Jugend, Frankfurt Schauspielarrangement
-
Nach dem Leben, Nürnberg Ein Highlight
-
Deutsche Märchen, Leipzig Erfolgssträhne
-
Hermann Nitsch Danke
-
Deutsche Märchen, Leipzig Doppelerfolg
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation




