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Unsere auswahl ist subjektiv

Presseschau vom 25. April 2016 – In der FAZ sprechen Sibylle Berg Lukas Bärfuss und Peter von Matt über Moral und die Aufgabe der Literatur

Erst kommt das Fressen?

25. April 2016. Sandra Kegel von der FAZ (25.4.2016) hat die Autoren Sibylle Berg, Lukas Bärfuss und Peter von Matt zu einem Gespräch über "Moral" geladen.

Sibylle Berg beklagt: "Moraldiskussionen haftet in der kollektiven Meinung fast etwas Abstoßendes an. Erstaunlich, denn jeder hat doch eine moralische Instanz in sich und weiß, was außerhalb seines kleinen Zirkels in der Welt passiert."

Presseschau vom 23. April 2016 – In der FAZ gratuliert Botho Strauß seinem Kollegen William Shakespeare und basht das postmoderne Theater

Besser nicht ins Theater gehen!

23. April 2016. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gratuliert Botho Strauß seinem Kollegen William Shakespeare: "Auf dass die ganze Welt voll Shakespeare wär, und sonst gäb’s nichts!“ Einem jungen Autor würde er raten: "Geh, so tief du kannst, in den Shakespeare hinein, und lerne dabei, noch tiefer zu gehen. Trainier dein Gemüt. Nicht etwa um Dramatiker zu werden, das wäre verlorene Liebesmüh. Nein, um deinen Herzschlag zu erhöhen, das Erschaudern zu erlernen, Menschen bei dir einzulassen, die über das uns geläufige Menschenmaß groß sind. Um schließlich – vielleicht die wichtigste Lehre – es kaum begreifen zu können, was sich da alles abspielt. In welchem Prunk die Sprache steht. Wie Dialog allein entscheidet über Sieger und Besiegte.“

Presseschau vom 21. April 2016 – Im Art Magazin identifiziert Raimar Stange die Theater als neue Horte der politischen Kunst

Die Kunst ist umgezogen

21. April 2016. Im Art Magazin blickt der Kurator und Kritiker Raimar Stange vom Kunstbetrieb aus neidisch aufs Theater und wird selbstkritisch: Es scheine so, "dass die Institutionen der Kunst inzwischen nicht mehr in der Lage sind, der politischen Kunst eine adäquate Bühne zu bieten", schreibt er und nennt Beispiele: "Großausstellungen mit politischer Kunst finden, wenn überhaupt, im Theater statt, etwa der letztjährige 2. Berliner Herbstsalon zum Thema Migration im Gorki-Theater. Im Hamburger Bahnhof war dagegen gleichzeitig eine Sammlungsausstellung zu sehen. Mal wieder." Symposien im engeren Kunstbetrieb "wie jüngst 'Was ist Kritik?' im Neuen Berliner Kunstverein" schmorten dagegen "genüsslich im eigenen ästhetizistischem Saft", bilanziert Stange und fragt: "Woran liegt diese apolitische Conditio weiter Teile des Kunstbetriebs?"

Presseschau vom 15. April 2016 – Claus Peymann klagt im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten über ein gefährdetes Gastspiel in der Türkei

Türkei-Boykott am Berliner Ensemble?

15.4.2016. Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, berichtet im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (aufgerufen am 15.4.2016) von schwierigen Verhandlungen über ein Gastspiel in der Türkei. Eine für Mai geplante Aufführung der Dreigroschenoper in Istanbul stehe auf der Kippe. Ein "wesentlicher Teil des Enembles und der Technik" wolle nicht mitfahren.

Presseschau vom 15. April 2016 – Die Freie Presse über die unklare Zukunft des Chemnitzer Theaters

Personalabbau und Spartenschließungen in Chemnitz?

15. April 2016. "Wie geht es weiter mit dem größten Kulturbetrieb der Stadt?", fragte Swen Uhlig in der Freien Presse (6.4.2016). Gemeint ist die Städtische Theatergesellschaft mit zur Zeit knapp 450 Beschäftigten. Schon 2014 hatte der Stadtrat den Intendanten Christoph Dittrich damit beauftragt, "ein Zukunftskonzept für das Haus zu erstellen." Es geht um die Zeit nach 2018, dann läuft der Haustarif aus und die Stadt müsste den Beschäftigten von einem Tag auf den anderen mehrere Millionen Euro zusätzlichen Lohn auszahlen; dies sei für die Stadt nicht bezahlbar.

Presseschau vom 11. April 2016 – Der NDR berichtet über schwarze Schauspieler

Die Sehgewohnheiten ändern sich

11. April 2016. Der NDR wirdmet sich schwarzen Schauspielern in Deutschland. "Sie sprechen Deutsch - ohne Akzent und haben eine Schauspielausbildung absolviert. So wie ihre hellhäutigen Kollegen. Aber damit endet auch die Gemeinsamkeit. Ihr Berufsalltag unterscheidet sich“, weiß Heide Soltau zu berichten. Denn schwarzen Schauspielern würden immer noch ganz andere Rollen angeboten als ihren andersfarbigen Kolleg*innen: "Schwarzhäutige Schauspielerinnen und Schauspieler dürfen Putzfrauen, Prostituierte, Müllmänner, Straßenfeger oder eben Flüchtlinge spielen und im Theater die Exoten wie Othello zum Beispiel oder Salomé."

Presseschau vom 7. April 2016 – Der Dramatiker und Übersetzer Marius von Mayenburg schreibt über die Gründe, Shakespeare immer wieder neu zu übersetzen

Die Sprache der Gegenwart

7. April 2016. In der Berliner Zeitung begründet der Dramatiker, Regisseur, Dramaturg und Übersetzer Marius von Mayenburg, warum es neue Übersetzungen von Shakespeare-Werken brauche. Eigentlich taugten die Übertragungen der Romantiker aus dem 19. Jahrhundert. "Klingt toll, irre, was die da spielen und wie die reden − aber worum geht’s eigentlich grade ganz konkret?"

Presseschau vom 6. April 2016: Laut Schweriner Volkszeitung und Ostsee-Zeitung stellt Aufsichtsrat des VT Rostock Intendant Latchinian ein Ultimatum

Ultimatum für Latchinian

6. April 2016. Berichten der Schweriner Volkszeitung (5.4.2016) sowie der Ostsee-Zeitung (6.3.2016) zufolge spitzt sich die Krise am Volkstheater Rostock weiter zu. In einem Brief an Oberbürgermeister Robert Mehling bemängele der Aufsichtsrat erhebliche Versäumnisse hinsichtlich der Planung der kommenden Spielzeit.

Presseschau vom 31. März 2016 – Die Thüringer Allgemeine über einen Finanzierungskonflikt ums Theater Nordhausen

Fifty-Fifty geht nicht auf

31. März 2016. Auf der Website der Thüringer Allgemeinen (31.3.2016) berichtet Michael Helbing über den Finanzierungskonflikt ums Theater Nordhausen. Das Land plane für das Haus eine Erhöhung der Gesamtzuschüsse von 10 auf 12 Millionen Euro, damit der bisherige Gehaltsverzicht der Mitarbeiter (die vier Prozent vom Flächentarif entfernt seien) beendet werde.

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