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Berliner Theatertreffen nominiert eine Inszenierung nach (Aprilscherz)
Die Credibility der Crowd
Berlin, 1. April 2017. Erstmals in ihrer Geschichte nominieren die Berliner Festspiele für das im Mai in Berlin stattfindende Theatertreffen eine Inszenierung nach. Bedingt durch die Absage von Ulrich Rasches Inszenierung Die Räuber vom Residenztheater München, die beim Theatertreffen "aus dispositorischen Gründen" nicht gezeigt werden kann, war ein Platz im Tableau der zehn von einer Jury ausgewählten Inszenierungen freigeworden. Der gehe nun, wie die Leiterin des Theatertreffens Yvonne Büdenhölzer in einer Presseaussendung mitteilte, an den Sieger des virtuellen nachtkritik.de-Theatertreffens "Die Schöne und das Biest" vom Prinzregentheater Bochum in der Regie von Romy Schmidt.
"Die Schöne und das Biest", hier noch im
eigenen Bühnenbild © Sandra Schuck"In einer Zeit, in der die Credibility der Crowd täglich wächst, können auch wir nicht in einer reinen Expertenblase verharren", sagte Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, auf Nachfrage von nachtkritik.de. "Wenn die User der wichtigsten Onlineplattform für Theater 'Die Schöne und das Biest' in Berlin sehen möchten, dann sollten wir uns nicht sperren." Die Theaterlandschaft werde sich ohnehin ändern. Es sei angedacht, ab spätestens 2021 die Jury des Theatertreffens komplett abzuschaffen und durch ein komplexes Online-Voting zu ersetzen.
Yvonne Büdenhölzer räumte indes ein, dass die Entscheidung, eine neue zehnte Inszenierung nachzunominieren, auch auf den massiven Druck von Besucherorganisationen wie der Freien Volksbühne e.V., der TheaterGemeinde Berlin und der Volkshochschule Charlottenburg-Wilmersdorf zustande gekommen sei, die durch ein auf neun Inszenierungen reduziertes Tableau die Bildungsnation Deutschland in Gefahr sahen. "Es geht immer auch um Kompromisse", sagt Büdenhölzer. Wegen der knappen Vorbereitungszeit wird "Die Schöne und das Biest" in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz im Bühnenbild von Frank Castorfs Faust-Inszenierung gezeigt werden.
(wb)
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Das ist eine Erkenntnis, die früher, radikaler und kompromissloser hätte stattfinden müssen... Es ist eben NICHT die (von sich selbst behauptete) Expertenrunde, die die Relevanz von relavantem theater festlegen kann, denn dafür sind eben jene "Experten" viel zu voreingenommen und eher eine insitution für sich, der es nicht um kunst, sondern um den erhalt diverser leute auf dem spielplan zu legitimoeren... interessant ist: diese sind eben nciht das, was ein Publikum wirklich wahrnimmt und mitnimmt...
Würde nämlich ansonsten nochmal deutlicher formulieren, was ich zum Thema virtuelles Theatertreffen schon geschrieben habe: bei dieser Wahl ist es möglicherweise zu Unregelmäßigkeiten gekommen.
was genau finden Sie denn schlimm an dieser Nachnominierung?
Haben Sie den Abend gesehen?
Haben Sie überhaupt irgendeine Ahnung, warum dieser Abend so dermaßen umjubelt wurde?
Nein?
ich auch nicht, aber nur weil es "Die Schöne und das Biest" heißt, wird sich hier künstlich aufgeregt - was ich gelinde gesagt schlimmer finde, als wenn die BlueMan Group zum TT eingeladen würde...
Was bilden sich Mensch wie Sie und diese ominöse Jury eigentlich ein, dass Sie behaupten, das Theatertreffen habe Niveau...
Dass DIE SCHÖNE UND DAS BIEST eingeladen wird, wird hoffentlich zeigen, wie unterirdisch schlecht die eingeladenen Produktionen sind... Denn tatsächlich dieser Abend hat Zauber, Eigenheit und muss sich nicht als coole Pose verkaufen, wie das was sonst so gern gesehen wird in Berlin am TT
ich fand diesen beitrag lustig, mehr davon!
Danke an die Nachtkritik für einen gelungenen Aprilscherz.
Wir hatten einen großartigen 1.April.
Frank Weiß