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Bundeswettbewerb der Schauspielstudierenden 2021: die Preise

Zukunft im "Wir"

30. Juni 2021. Beim Bundeswettbewerb der Schauspielstudierenden wurden 2021 ausschließlich Ensemblepreise vergeben. Diese Entscheidung fiel mit Blick auf die Corona-Pandemie und darauf, "was dieses Jahr insgesamt mit Euch gemacht hat", wie es in der Jurybegründung heißt. "Die Theaterlandschaft befindet sich im aufregenden Umbruch. Noch immer gibt es jedoch Strukturen, die offensichtlich veraltet sind. Eure Beiträge und Ihr im speziellen – als die Zukunft unserer Branche – habt uns mit scharfsinniger Deutlichkeit gezeigt, dass die Zukunft nur im 'Wir' verankert sein kann", schreibt die Jury, der in diesem Jahr die Schauspieler:innen Mehmet Ateşçi, Sarah Viktoria Frick und Anja Herden sowie Regisseurin Julia Hölscher und Dramaturg Ulf Frötzschner angehörten. Der Bundeswettbewerb deutschsprachiger Schauspielstudierender wurde in diesem Jahr coronabedingt rein digital als Online-Veranstaltung, vom 20. Juni bis 26. Juni 2021, realisiert.

Die Preisträger sind:

Ensemblepreise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von je 1.500 Euro an die Ensembles der

  • Universität der Künste Berlin: "Tartuffe"
  • Hochschule der Künste Bern: "Chalet – Oder über den Berg gehen"
  • Universität für Musik und darstellende Kunst Graz: "Entwurf für ein Totaltheater"
  • Hochschule für Musik und Theater – Theaterakademie Hamburg: "Oneshot"
  • Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover: "ELEVEN"
  • Theaterakademie "August Everding" München: "DAS LICHT IM KASTEN"
  • Filmuniversität Babelsberg "Konrad Wolf" Potsdam: "NOBODY ONLINE"
  • Thomas Bernhard Institut – Universität Mozarteum Salzburg: "Nichts, was uns passiert"
  • Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien: "Tach(e)les"
  • Zürcher Hochschule der Künste: "INTO THE DOLLYVERSE – life äh live"

Ensemblepreise des Bundesministeriums für Bildung und Forschung der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von je 2.000 Euro an die Ensembles der

  • Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin: "HAUT – my body is a stage"
  • Folkwang Universität der Künste Essen/Bochum: "krise bleibt. (eine performative übung.)"
  • Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main: "Wenn nicht jetzt, fang an"
  • Hochschule für Musik und Theater Rostock: "Ein Chor stürmt das Capitol und filmt sich selbst"
  • Max Reinhardt Seminar – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien: "Killing of silent hopes"

Marina Busse Preis in Höhe von 1.000 Euro

  • an die drei Spieler:innen aus der Produktion "HAUT – my body is a stage" von der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin

Max Reinhardt Preise in Höhe von je 2.500 Euro an die Ensembles der

  • Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig: "EGO"
  • Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg: "nao foi isso / das war’s nicht"
  • Otto Falckenberg Schule München: "DER GROSSE MARSCH ohne Lotz"
  • Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart: "Kein Eisberg in Sicht"

Preis der Studierenden in Höhe von 2.000 Euro an das Ensemble der

  • Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig: "EGO"

Gastgebende Institution des Bundeswettbewerbs deutschsprachiger Schauspielstudierender war in diesem Jahr die Musik und Kunst Privatuniversität Wien. Nächstes Jahr wird das Treffen an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg stattfinden.

JuryBundeswettbewerbSchauspielstudierender2021 Wolf Silveri uDie Jury des Wettbewerbs: Julia Hölscher, Mehmet Ateşçi, Sarah Viktoria Frick, Ulf Frötzschner und Anja Herden © Wolf Silveri

(Europäische Theaterakademie GmbH "Konrad Ekhof" Hamburg / Bundeswettbewerbe Deutschsprachiger Schauspielstudierender und Biennale Tanzausbildung / chr)

 

 

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Kommentare  
Bundeswettbewerb Schauspielschulen: BRAVO
"Die Zukunft kann nur im WIR verankert sein"
Eine kluge Entscheidung und eine sehr wichtige Reaktion auf die aktuelle Debatte.
Gerade im Theater, in der Kulturbranche müssen wir gegen den seit Jahrzehnten angeheizten Wettbewerb, gegen die Kultur, des "Jeder gegen Jeden" ein Zeichen setzen.
Im Kulturbetrieb nicht zuletzt deshalb, weil wir hier natürlich Vorreiter waren. Weil wir in 90er Jahren natürlich sofort dem Zeitgeist der Entsolidarisierung durch Konkurrenz, durch Wettbewerb entsprochen haben. Weil wir die Ideologie des Neoliberalismus, in unserer grenzenlosen Selbstüberschätzung, zu guter letzt natürlich zu den (einsamen) Siegern zu gehören, sofort den Weg geebnet haben.
Ein Guter Schritt.
Merci.
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