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Burg-Schauspielerin Johanna Matz gestorben

24. April 2025. Die österreichische Kammerschauspielerin Johanna Matz ist am Ostermontag im Kreise ihrer Familie verstorben. Das gibt das Burgtheater bekannt.

Bereits als Vierjährige erhielt die 1932 in Wien geborene Johanna Matz Ballettunterricht bei Toni Birkmeyer. 1940 bis 1948 besuchte sie als Schülerin von Grete Wiesenthal die Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien, von 1948 bis 1950 das Max-Reinhardt-Seminar, wo Helene Thimig-Reinhardt und Alfred Neugebauer zu ihren Lehrenden zählten. Bei der Abschlussaufführung des Reinhardt-Seminars im Jahr 1950 wurde sie von Regisseur Berthold Viertel entdeckt, der sie für das Stück "Frankie und die Hochzeit" ans Burgtheater engagierte, dem sie in der Folgezeit, abgesehen von einer Unterbrechung von 1952 bis 1954, als langjähriges Ensemblemitglied verbunden blieb.

Mit Filmen ab den 1950er Jahren wie "Hannerl", "Das Dreimäderlhaus" mit Oskar Werner, Franz Antels "Der Kongress tanzt" und "Im weißen Rößl" mit Johannes Heesters eroberte Matz ein breites Publikum. 1953 spielte Sie zum ersten Mal auch in Hollywood in "Die Jungfrau auf dem Dach".

Anfang der 1960er Jahre distanzierte sich von ihren typischen Filmrollen und spielte hauptsächlich Theater in klassischen Stücken der Weltliteratur. Anfang der 80er Jahre zog sich Johanna Matz von der Bühne zurück und wirkte erfolgreich in Fernsehproduktionen mit. In ihren letzten aktiven Jahren war sie vor allem mit Lesungen österreichischer Literatur gemeinsam mit Bruno Thost zu sehen.

Als Burg-Schauspielerin glänzte sie in zahlreichen Aufführungen, unter anderem "Frankie und die Hochzeit" (1950), "Die kluge Wienerin" (1951), "Colombe" (1954), "Einladung ins Schloss" (1956), "Die Probe" (1957), "Die goldene Brücke" (1960), "Anatol" (1960), "Das Konzert" (1963), "Ingeborg" (1964), "Kabale und Liebe" (1975), "Der Präsident" (1975), Don Juan kommt aus dem Krieg (1981).

1967 wurde Matz mit nur 35 Jahren zur Kammerschauspielerin ernannt. 2002 erhielt sie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel würdigte sie als Künstlerin, die "Wahrheit vermittle und die Gabe habe, Freude zu geben".

"Das Haus trauert um Johanna Matz, die dem Burgtheater über viele Jahre eng verbunden war. In über 40 Jahren als Ensemblemitglied stand sie mehr als dreihundertneunzig Mal auf der Bühne. Unser tief empfundenes Beileid gilt ihren Angehörigen und allen Nahestehenden", so Stefan Bachmann, künstlerischer Direktor der Burg.

(Burgtheater / miwo)

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