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Der Kulturdezernent Frankfurts tritt zurück
Auf den Ärger folgt die Kulturjournalistin
4. Mai 2016. Felix Semmelroth von der CDU tritt zum 1. Juli als Kulturdezernent von Frankfurt am Main zurück, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Seine Partei kritisierte er im Zuge dessen deutlich: Er sagte, die "CDU habe die Bedeutung des Kulturressorts ignoriert und das Dezernat in den Gesprächen über eine neue Römer-Koalition dem politischen Gegner überlassen'", schreibt die FR. Seine mutmaßliche Nachfolgerin ist die Literaturkritikerin und frühere FR-Redakteurin Ina Hartwig.
Der Zeitpunkt des Rücktritts überrascht: "Zuletzt war mehrfach berichtet worden, CDU und SPD hätten sich darauf geeinigt, dass Semmelroth bis Ende des Jahres im Amt bleibe." Semmelroth betonte zwar, die Geschicke des Kulturdezernats in den nächsten Wochen weiter zu führen, bezweifelt aber, dass er in diesen zu Ergebnissen kommen werde. Mehrfach betonte er dagegen den Stellenwert der Kultur in Frankfurt am Main, der laut ihm von der Politik oft nicht erkannt werde. In Verhandlungen würde oft gesagt, "auch die Kultur" müsse sparen."In Wahrheit hieß das: Vor allem die Kultur muss sparen", zitiert die FR Semmelroth.
Der CDU-Politiker Uwe Becker, der zuletztdie Koalitionsverhandlungen mit der SPD leitete, nannte Semmelroth im Gespräch mit der FR "einen der besten Kulturdezernenten in Deutschland", er sei stets "mit großer Leidenschaft dabei".
(FR/ sae)
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Semmelroth hat zum Schluß doch nur noch Fehlentscheidungen getroffen, nicht zuletzt den Kompromißkandidaten Anselm Weber zum Nachfolger Reeses als neuen Intendanten des Frankfurter Schauspiels bestellt, eine schwache Wahl, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht. Niemand hat bei dieser Entscheidung nach Bochum geschaut, wo Weber das Haus nicht nur systematisch leer gespielt hat, sondern mit Durchschnittsproduktionen nicht an seine Vorgänger anschließen konnte.
- Das ist der Kern des Semmelrothschen Testaments.