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Deutscher Kinder- und Jugendtheaterpreis verliehen
23. November 2024. Matin Soofipour Omam und Julia Haenni erhalten die Staatspreise für dramatische Kinder- und Jugendliteratur 2024. Das gab das Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (KJTZ) gestern am Tag der Preisverleihung in einer Pressemitteilung bekannt.
"Raumrauschen: Schule als (Sprach-)Raum gestalten
Matin Soofipour Omam erhält den Deutschen Kindertheaterpreis 2024 für ihr Klassenzimmer-Stück "Raumrauschen". Darin stellt die Autorin, die als leitende Dramaturgin am Theater an der Parkaue Berlin arbeitet, Fragen nach Macht und Verantwortung und macht im Schulkontext die Notwendigkeit, einen Raum als "Sprachraum" gemeinsam zu gestalten, zum Spielprinzip.
In der Laudatio hob Julia-Huda Nahas stellvertretend für die Jury hervor, dass das interaktive Theaterstück "wunderbar authentisch zeigt, wie natürlich das Wort dem Menschen folgen kann". Es lege den Finger in Wunden, "die alle kennen, deren Lebensrealität in einem gesellschaftlichen Konsens normativerweise nicht vorgesehen ist". Matin Soofipour Omam breche diese Leerstellen in ihrem Stück auf und lade "alle – und wirklich ALLE im Raum – ein, diese Brüche mit ihrem Leben zu füllen. Egal in welcher Sprache", wird Nahas in der Pressemitteilung zitiert.
Für den Deutschen Kindertheaterpreis 2024 nominiert waren im Vorfeld auch Milan Gather mit "Oma Monika – was war?" und Lena Gorelik mit "SagdochmalLuca".
"angst oder hase": Voll Witz gegen die Furcht
Der Deutsche Jugendtheaterpreis 2024 geht an Julia Haenni für "angst oder hase", das 2022 am Theater Heidelberg uraufgeführt wurde. In dem Stück über eine "Mut-Show" schreibt die Schweizer Autorin, Regisseurin und Performerin, die von 2019 bis 2022 die junge Sparte des Theater Marie in Aargau co-leitete, "mit Witz, Neugier und einer großen Prise Absurdität gegen die Angst an", wie es beim Verlag der Autoren heißt.
Iwona Nowacka lobte im Namen der Jury den "klugen, vielschichtigen, faszinierenden, humorvollen, poetischen, spielerischen, dynamischen, mit Metatheatralik und Absurdität so geschickt umgehenden und extrem politischen, aber keinesfalls didaktischen, zutiefst menschlichen, großartigen, ja, genialen Text" von Julia Haenni.
Für den Deutschen Jugendtheaterpreis 2024 nominiert waren zudem Özlem Özgül Dündar mit "Mädchenschrift" und Silvan Rechsteiner mit "Mosaik".
Sonderpreise für Studierende
Verliehen wurden im im Kaisersaal des Frankfurter Römers zudem drei Sonderpreise für Studierende des Szenischen Schreibens: an Leah Luna Winzely für den Theatertext "Der Wassermann", Lili Roesing für "Rückenschwimmen" und Julia Herrgesell für "FÜCHSE". Alle drei Preisträger*innen studieren am Studiengang Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin.
In der Jury-Laudatio für die Sonderpreisträger*innen bescheinigte Lena Riemer der Autorin Leah Luna Winzely, ein Stück "mit großer poetischer Kraft geschaffen zu haben, das formell Gattungsgrenzen herausfordert und inhaltlich das Konzept von Familie neu betrachtet". Lili Roesing thematisiere die Ungewissheit, wie man damit umgehen soll, wenn man einen Übergriff erfahren hat. Riemer lobte den "mit kraftvollen Fragmenten erzählten Text, der die Komplexität des Konflikts an keiner Stelle verschweigt". Julia Herrgesells Stück wiederum sei "eine Parabel, die mit Poesie und Witz und einem großen Feingefühl für Sprache davon erzählt, allein und gefangen in der eigenen Angst zu sein".
Preis im Auftrag des Ministeriums
Die beiden Staatspreise für dramatische Kinder- und Jugendliteratur werden alle zwei Jahre vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) vergeben und in dessen Auftrag vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland (KJTZ) durchgeführt.
Der Jury für den Deutschen Kindertheaterpreis 2024 und den Deutschen Jugendtheaterpreis 2024 gehörten an: Julia-Huda Nahas, Regisseurin, Autorin und Kulturpädagogin (Kaarst), lwona Nowacka, Übersetzerin, Autorin und Kuratorin von Theaterprojekten (Szczeczin / Polen), Lena Riemer, Autorin, Studierende des Literarischen Schreibens (Leipzig), und Gerd Taube, Leiter des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland (Frankfurt am Main).
(Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Bundesrepublik Deutschland / eph)
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