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Tänzerin und Choreographin Vivienne Newport gestorben
Kampf um Freiräume
Berlin, 1. Mai 2015. Die Tänzerin und Choreographin Vivienne Newport ist mit 63 Jahren nach langer Krankheit gestorben. Wie verschiedene Medien melden, verstarb sie bereits am Montagabend in Berlin. Newport wurde in England geboren, studierte Tanz in London und ab 1972 am Folkwang Studio in Essen, wo sie Pina Bausch kennenlernte. Sie gehörte acht Jahre lang zum legendären Ensemble von deren Tanztheater Wuppertal, wo sie u.a. in Stücken wie "Iphigenie auf Tauris", "Frühlingsopfer", "Die sieben Todsünden" und "Kontakthof" mitwirkte.
Später arbeitete sie selbst als Choreographin und prägte in den Achtziger Jahren das Frankfurter Theater am Turm (TAT) mit. Unter der Leitung Peter Hahns gründete sie dort 1981, nach ihrem Weggang aus Wuppertal, mit vier Tänzern und einem Schauspieler ihr eigenes Ensemble, die "Vivienne Newport Company". In drei Jahren entstanden dort neun Produktionen, u.a. das Debütstück "Mist" und der erfolgreiche Eric-Satie-Abend "Hinter der Scheune überfrisst sich der Ochse". Wie Stefan Michalzik in der Frankfurter Rundschau (online 28.4.2015) schreibt, hat sie sich damit "in die Geschichte des deutschen Tanztheaters eingeschrieben". Immer wieder sei es in Newports Arbeit "um Fragmentierung und Isolation" gegangen, "um Zwänge und den Kampf um Freiräume, die Mechanisierung von Alltagshandlungen. Oft waren die Stücke dunkel gefärbt, meist kam ein humorvoller Zug oder ein ironischer Biss ins Spiel." Nachdem sich die Frankfurter Gruppe 2004 aufgrund Fördermittel-Kürzungen auflöste, ging Newport als freie Choreographin und Regisseurin nach Berlin.
(Frankfurter Rundschau / hahn-homepage.de / tanznetz.de / ape)
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