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Dimiter Gotscheff erhält den Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum
Trümmerlandschaften und Totenklagen
14. April 2008. Der Peter-Weiss-Preis der Stadt Bochum, der alle zwei Jahre wechselweise in den Sparten Literatur, Film, Bildende Kunst und Theater vergeben wird, geht in diesem Jahr, wie einer Pressemitteilung der Stadt zu entnehmen ist, an den Regisseur Dimiter Gotscheff. Der Preis ist mit 15.000 EUR dotiert.
Nach George Tabori (1990) und Kurt Hübner (2000) ist Gotscheff der dritte Preisträger in der Sparte Theater des seit 1990 vergebenen Preises.
Die Jury, der unter dem Vorsitz des Bochumer Kulturdezernenten Michael Townsend u.a. Thomas Oberender, Andreas Wilink, Andreas Rossmann, Manfred Schneider und Elmar Goerden angehörten, begründete ihre Entscheidung wie folgt: "Dimiter Gotscheff schaut mit dem Blick des Fremden auf die dramatischen Texte – auf Kleist, Büchner, Müller, Shakespeare, Tschechow oder zuletzt Aischylos – und auf die Körper seiner Schauspieler: Was er sieht und findet, sind Trümmerlandschaften. Sein ästhetischer Sinn und sein Formbewusstsein, sein grimmiger Humor, sein Geschichtspessimismus, und sein politischer Instinkt drücken sich aus in Choreografien des Untergangs, die angetrieben werden von einer unerbittlichen Mechanik und im Banne von Heiner Müllers düster-barocken Prophetien und Totenklagen stehen. Der Freiheitsgedanke der Kunst und ihr autonomer Anspruch bei gleichzeitigem Reflektieren gesellschaftlicher Zusammenhänge binden Gotscheffs Theater an eine Haltung, die uns Peter Weiss in seiner 'Ästhetik des Widerstands' übermittelt hat."
Inszenierungen des gebürtigen Bulgaren Gotscheff wurden mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, so etwa im vergangenen Jahr seine Hamburger Produktion des Molière'schen Tartuffe. Zuletzt inszenierte Gotscheff am Deutschen Theater Berlin zweimal Heiner Müller: Hamletmaschine und Anatomie Titus.
(wb)
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