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Kasten-Preis 2024 für Yevgen Bondarskyy & Ayşe Güvendiren

14. Juni 2024. Yevgen Bondarskyy und Ayşe Güvendiren erhalten den Dr. Otto Kasten-Preis 2024, den der Vorstand der Intendant:innengruppe im Deutschen Bühnenverein in Zusammenarbeit mit der Dr. Otto Kasten-Stiftung an herausragende junge Theatermacher:innen vergibt. Bondarskyy und Güvendiren erhalten jeweils 5000 Euro Preisgeld.

Der Dr. Otto Kasten-Preis 2024 wird mit dem Schwerpunkt ERINNERUNGSKULTUR & POLITISCHE BILDUNG vergeben, heißt es in der Presseaussendung des Bühnenvereins.

Der Regisseur, Schauspieler und Theaterpädagoge Yevgen Bondarskyy, geboren 1989 in Luhansk/Ukraine, setze sich "mit großer Geduld und Feinfühligkeit mit vulnerablen Spieler:innen auseinander" und nähere sich so den "Themen der Erinnerungskultur" und der "Auseinandersetzung mit aktuellen Kriegstraumata". Hervorgehoben wird seine Arbeit mit ukrainischen Jugendlichen "Was tut mir weh... nicht mehr" an den Münchner Kammerspielen und die Theaterhaus-Jena-Produktion "Blut" von Leon Pfannenmüller und Hannah Baumann (Premiere: 3. Mai 2024), an der er als Theatermacher und Spieler maßgeblich beteiligt war und die den Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Ayşe Güvendiren, geboren 1988 in Wien und aufgewachsen in München, zeige vor allem dokumentarische Theaterarbeiten, die "meist das Ergebnis aufwendiger, langwieriger und präziser Rechercheprozesse" seien. Die Theatermacherin schaffe "Gedenkanlässe bzw. Erinnerungsräume für jene Menschen, deren persönliche Geschichten in der Geschichtsschreibung dieses Landes oft keine oder kaum Beachtung finden", etwa die "Opfer rechter und/oder rassistischer Gewalt". Als markante Arbeit gilt den Preisgebern der Recherche-Theaterabend "Als wäre es gestern gewesen", der 2023 am Nationaltheater Mannheim, in dem Angehörige von Opfern rechter wie auch staatlicher Gewalt "neben ihren persönlichen Erzählungen auch Lieder" beisteuerten, "die für die Verstorbenen eine besondere Bedeutung hatten oder den Angehörigen Trost spendeten". Güvendiren gewann 2021 das Körber Studio Junge Regie mit ihrer Abschlussinszenierung "R-Faktor. Das Unfassbare" an der Otto-Falckenberg-Schule München und inszeniert seitdem unter anderem am Schauspiel Hannover, den Münchner Kammerspielen, dem Stadttheater Gießen und dem Nationaltheater Mannheim.

(Deutscher Bühnenverein / chr)

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