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Ex-Intendant Latchinian geht nach Hamburg
Weiter an der Waterkant
Hamburg, 27. Februar 2019. Sewan Latchinian, zuletzt Intendant des Volkstheater Rostock, arbeitet ab der Spielzeit 2019/2020 im künstlerischen Leitungsteam der Hamburger Kammerspiele, wie das Haus selbst mitteilt. Latchinian wird das Programm des 1918 gegründeten Privattheaters in Hamburg-Eimsbüttel gemeinsam mit dem bisherigen Leiter Axel Schneider und Dramaturgin Anja Del Caro verantworten.
Sewan Latchinian © Anatol KotteSewan Latchinian, geboren 1961 in Leipzig, ist ausgebildeter Schauspieler sowie Autor und Regisseur und stand u.a. in Schwerin (1985 bis 1988) und am Deutschen Theater Berlin (1988 bis 1997) auf den Brettern. Er war Miterfinder der Baracke des Deutschen Theaters in Berlin. Als Dramatiker debütierte er 1986 mit dem Theaterstück "Grabbes Grab". Seit 1993 arbeitet Latchinian als Regisseur. 1997 bis 2003 war er Oberspielleiter am Rheinischen Landestheater Neuss, 2004 bis 2014 leitete er die Neue Bühne Senftenberg. Als Intendant am Volkstheater Rostock (ab 2014) rang er mit der Kulturpolitik der Hansestadt und des Landes Mecklenburg-Vorpommern vehement um den Erhalt des Vierspartenbetriebs am Rostocker Haus. Seine fristlose Entlassung durch den Aufsichtsrat wurde in mehreren Gerichtsinstanzen für unwirksam erklärt.
An den Hamburger Kammerspielen wird Sewan Latchinian bereits in der aktuellen Spielzeit als Schauspieler in "Die Nervensäge" und als Regisseur von "Nein zum Geld" wirken.
(Hamburger Kammerspiele / chr)
Im Hamburger Abendblatt (online 27.2.2019) kommentiert Falk Schreiber die Berufung von Latchinian, durch die dem vielbeschäftigten Geschäftsführer und Leiter Axel Schneider eine neue künstlerische Kraft hinzutritt, positiv. Sein Eindruck vom Pressetermin: "Der Intendant und der künstlerische Leiter werfen sich die Bälle zu, scherzen, frotzeln – man hat den Eindruck, dass da zwei eigenständige Künstler gut miteinander harmonieren, und das ist für die zukünftige Zusammenarbeit sicher nicht schlecht."
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Sewan Latchinian als Schauspieler (in "Die Nervensäge") bzw. als Regisseur (von "Nein zum Geld") agieren wird. "Die Nervensäge" (Quellen sind das Programm der Kammerspiele wie auch der obig erwähnte Artikel von Falk Schreiber) hat Premiere am 17.3.2019 (weitere Veranstaltungen dann bis 18.4.2019) , und "Nein zum Geld" soll am 28.4.2019 anlaufen (mit weiteren Terminen bis zum 26.5.2019).
Und drittens möchte ich hierzu auch noch ein Zitat Sewan Latchinians hinsichtlich seiner neuen Aufgabe (Fundstelle shz vom 27.2.19) hinzugesellen: "Während ich früher oft Krisenmanager in Notsituation war, darf ich mich hier in eine überaus positive Situation einklinken und auf die Kunst konzentrieren."
Und letztlich einen kurzen Kommentar anbinden an den oben erwähnten Artikel Falk Schreibers, indem ich mich noch einmal mit dem Akzent, wie ich diesen Artikel auffasse, auseinandersetze, beziehungsweise meiner Einschätzung dazu einige Luft gönne. Immerhin spricht Herr Schreiber in diesem Artikel nicht nur von seinem ersten -durchaus positiven- Eindruck anläßlich der gemeinsamen Präsentation Axel Schneiders und Sewan Latchinians, sondern -in gebotener Zurückhaltung- auch von möglichen Spannungen, die zwischen zwei so "führungswilligen" (mein Wort, nicht das Herrn Schreibers) Köpfen aufkommen könnten, zumal der Posten "Künstlerischer Leiter" für die Kammerspiele Hamburg an dieser Stelle und mit bzw. für Sewan Latchinian erst eingerichtet werde (Falk Schreiber titelt nicht umsonst von einem "Doppelten Paukenschlag", den diese Personalie ausmachen mag). Einmal ist also die Berufung als solche eine Überraschung, und erst recht, wenn man sich dann diese beiden Männer in der konkreten Alltagsarbeit in Sachen Bühnenkunst als Gespann denkend auszumalen beginnt, zumal dabei der Blick sich ganz konkret auch auf das Publikum der Kammerspiele (und dessen mehr oder weniger deutlich formulierten Anspruchshorizont) erweitern mag , wenn nicht sollte. Es bleibt zu hoffen, daß die Bedingungen, sich der Kunst, ja Gewagtem in dieser Kunst, zu widmen, letztlich tatsächlich so darstellen, wie es das oben erwähnte Zitat widerspiegelt, und nicht andere (gar bornierte oder geschmäcklerische) Faktoren erneut den Spielraum verengen oder gar tilgen; ich traue Herrn Latchinian sehr wohl zu, einen (solchen) Publikumsgeschmack geradezu 100%-ig bedienen zu können, zu gut gar möglicherweise (aber, nun gut, was weiß ich schon ?, natürlich spreche ich hier von meinem -auch so etwas wie Befürchtungen kennenden- Spürenshintergrund, demzufolge ich Herrn Latchinian zum Beispiel eher beim Altonaer Theater und/oder Harburger Theater mir vorstellen könnte, weniger, offen gestanden, spannende Reibungen künstlerischer Art verheißend an den Kammerspielen gen Außenalster). ToiToiToi !!