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Friedrich-Luft-Preis 2025 für postume Pollesch-Produktion
"Der Schnittchenkauf" nach René Pollesch an der Volksbühne Berlin © Apollonia Theresa Bitzan
23. Oktober 2025. Die postum nach Texten von René Pollesch entstandene Volksbühnen-Produktion "Der Schnittchenkauf" erhält den Friedrich-Luft-Preis 2025, wie die Berliner Morgenpost mitteilt.
Der nach dem Berliner Theaterkritiker Friedrich Luft (1911–1990) benannte Preis wird seit 1992 jährlich an die beste Berliner oder Potsdamer Theateraufführung vergeben. Er ist mit 7.500 Euro dotiert und wird seit 2021 gemeinsam von der Berliner Morgenpost und Deutschlandfunk Kultur vergeben.
"Der Schnittchenkauf“ entstand im Dezember 2024 nach den theatertheoretischen und poetologischen Notaten von René Pollesch, die 2012 als "Der Schnittchenkauf 2011–2012" im Verlag Galerie Buchholz erschienen. Verantwortlich für die Inszenierung sind die Volksbühnen-Dramaturgin Anna Heesen und die beteiligten Spieler*innen Kathrin Angerer, Franz Beil, Rosa Lembeck, Milan Peschel und Martin Wuttke. Es war die erste Inszenierung von Pollesch-Texten nach dem Tod des Autors, Regisseurs und Intendanten der Berliner Volksbühne im Februar 2024.
Hier sei "ein Stück entstanden, das auf sehr unterhaltsame und ergreifende Weise den Wert der Bühnenkunst ins Zentrum stellt, für die der 2024 verstorbene Regisseur und Intendant des Hauses stand", heißt es in der Begründung der Jury. "Die Inszenierung balanciert mit feiner Ironie zwischen Theorie und Kalauer, zwischen sozialphilosophischer Analyse und Konfrontationstherapie, zwischen Drama, Komödie, Lehrstück und Satire. Sie ist eine ergreifende Verneigung vor dem Lebenswerk von René Pollesch und zugleich ohne jede falsche Sentimentalität. Diesen Schauspielerinnen und Schauspielern dabei auf der Bühne zuzusehen, ist die reine Freude."
Zur Jury gehören Susanne Burkhardt (Deutschlandfunk Kultur), Hans-Dieter Heimendahl (Deutschlandfunk Kultur), Felix Müller (Berliner Morgenpost), die freien Theaterkritikerinnen Elena Philipp (nachtkritik.de) und Katrin Pauly, die Schauspielerinnen Claudia Wiedemer und Martina Gedeck sowie Ernst Elitz, Gründungsintendant von Deutschlandradio. Die Preisverleihung findet am 14. Dezember 2025 in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz statt.
(Berliner Morgenpost / chr)
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(Anm. Redaktion. Beide Varianten sind korrekt. https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-postum-posthum-a-332973.html)
Postum für: nach der eigentlichen, jeweilig abgeschlossenenen Angelegenheit - z.B. P_S: für Post Scriptum entspricht: schriftlicher Nachtrag nach eigentlich abgeschlossenem Schreiben,
hier: Ehrengabe nach der ursprünglich geleisteten und abgegoltenen Arbeit, da der Produzent verstorben ist, trifft also beides zu: post_um und post_hum; Elena Philipp mit einer porfunden Komparatistikausbildung kann das aber bestimmt noch viel besser erklären...